- 10.11.2009, 12:33:36
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Langzeitarbeitslosigkeit in OÖ um 240 Prozent gestiegen: Arbeiterkammer fordert neues Konjunkturpaket
Linz (OTS) - Im Oktober waren in Österreich fast 320.000 Menschen
arbeitslos. In Oberösterreich ist die Arbeitslosigkeit mit plus 40,8
Prozent wieder überdurchschnittlich gestiegen, die
Langzeitarbeitslosigkeit stieg sogar um 240 Prozent. Für AK-Präsident
Dr. Johann Kalliauer besteht Handlungsbedarf: "Wir brauchen einen
konjunkturellen Nachschlag, der sofort wirkt und bei den Menschen
ankommt!"
Die Arbeiterkammer unterstützt daher ausdrücklich die Forderung
von Minister Hundstorfer nach einem weiteren Konjunkturpaket. Die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Gemeinden brauchen
Unterstützung.
Die bisherigen Konjunkturprogramme haben gewirkt, das Schlimmste
konnte verhindert werden. Die Wirtschaftskrise mit ihren
katas-trophalen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ist jedoch nicht
vorbei. Auch der Internationale Währungsfonds ruft zu einer
Weiterführung der öffentlichen Unterstützungsmaßnahmen auf.
Eine entscheidende Rolle - gerade für die lokale Wirtschaft -
spielen die Gemeinden. Sie tätigen die Hälfte aller öffentlichen
Investitionen, und ihre Aufträge gehen vor allem an kleine und
mittlere Unternehmen in der Region. Sie stimulieren somit unmittelbar
die Beschäftigung vor Ort.
Doch die Gemeinden sind finanziell ausgelaugt. Die mittelfristig
nicht beeinflussbaren Ausgaben im Gesundheits- und Sozialbereich
steigen rapid, die Steuereinnahmen sinken drastisch. Fertige
notwendige Projekte in der Schublade können wegen der fehlenden
Mittel nicht umgesetzt werden.
Wiederholt hat deshalb die AK die Landesregierung aufgerufen, ein
eigenes Gemeinde-Konjunkturpaket im Umfang von 100 Millionen Euro
aufzustellen. Einsatzbereiche gibt es genug, beispielsweise den
Ausbau der Infrastruktur für Kinder-, Schüler- und Seniorenbetreuung,
die beschleunigte Inangriffnahme der thermischen Sanierung der rund
60.000 Gebäude in Gemeindebesitz, die Verbesserung der lokalen
Verkehrsinfrastruktur oder Investitionen im Ver- und
Entsorgungsbereich.
Damit wurde nicht nur ein schnell wirksamer belebender Beitrag für
die regionale Wirtschaft geleistet, sondern es können auch längst
fällige Investitionen in die Zukunft früher getätigt werden. Diese
Investitionen steigern die Lebensqualität der Bürger/-innen, sichern
Arbeitsplätze vor Ort und kommen auch zukünftig unseren Kindern zu
Gute.
Besonders problematisch ist die Tatsache, dass die Anzahl der
Langzeitarbeitslosen österreichweit (im Vergleich zum Vorjahr plus
50,1 Prozent) ansteigt. Ausgehend von einem relativ geringen Sockel
an Langzeitarbeitslosen, betrug der Anstieg in Oberösterreich sogar
plus 240,4 Prozent.
Die Forderung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur
Verdoppelung der "Aktion 4000", mit der 4000 Langzeitarbeitslosen
Arbeitsplätze im kommunalen Bereich vermittelt werden sollen, ist für
die AK ein Schritt in die richtige Richtung.
Angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage pocht Kalliauer
weiter auf die Erhöhung der Nettoersatzrate von derzeit
55 Prozent auf 75 Prozent. Menschen, die bereit sind, eine
qualitätsvolle Ausbildung zu absolvieren, sollen bei niedrigen
Einkommen eine Nettoersatzrate von bis zu 90 Prozent bekommen. Denn
jeder zusätzliche Euro für Arbeitslosengeldbezieher/-innen fließt
direkt in den Konsum.
PS: Die Vollversammlung der Arbeiterkammer Oberösterreich live im
Internet. Am 17. November 2009 ab 9 Uhr auf www.arbeiterkammer.com
sind Sie dabei!
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Martina Macher
Tel.: (0732) 6906-2190
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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