Greenpeace: Nein zur Kohlekraft in Voitsberg!

Saubere Luft und saubere Energie anstelle einer neuen Dreckschleuder

Voitsberg/Wien (OTS) - Greenpeace demonstrierte heute in Voitsberg gegen die geplante Wieder-inbetriebnahme des Kohlekraftwerkes ÖDK 3. Direkt vor dem Rathaus errichteten die Umweltaktivisten einen überdimensionalen, rauchenden Schornstein, um den Voitsberger Bürgermeister Ernst Meixner auf die Auswirkungen der von ihm unterstützten Dreckschleuder hinzuweisen.

Das 2006 mangels Wirtschaftlichkeit stillgelegte Voitsberger Braunkohlekraftwerk wurde letztes Jahr von Mirko Kovats' Firma A-Tec Industries gekauft, und die will die alte Anlage nun zu einem Steinkohlekraftwerk umbauen und wieder in Betrieb nehmen. Der Widerstand dagegen ist allerdings massiv, nachdem Voitsberg und seine Umgebung jahrelang von schlechter Luft geplagt wurden und der Feinstaub-Ausstoß erst nach der Kraftwerkschließung deutlich zurückgegangen ist. Die Greenpeace-Aktivisten führten heute am Voitsberger Hauptplatz Feinstaubmessungen durch und werden diese Tests in den kommenden Wochen auf das gesamte Umland ausbreiten. "Wir wollen die Menschen darauf aufmerksam machen, wie groß die Feinstaubbelastung bereits jetzt ist", sagt Greenpeace-Experte Jurrien Westerhof. "Dabei kann man sich ganz leicht ausmalen, wie es mit der Luftqualität bestellt sein wird, wenn das Kohlekraftwerk wieder in Betrieb genommen wird. Und dann, im Gegensatz zu früher, sogar beinahe rund um die Uhr", so Westerhof.

Doch nicht allein aufgrund der Luftverschmutzung stellt eine Wiederinbetriebnahme dieser Anlage ein großes Problem dar. Auch für Österreichs Klimabilanz wäre das katastrophal, weil die Treibhausgasemissionen gleich um fast zweieinhalb Millionen Tonnen zunehmen würden - sämtliche Personenkraftwagen in Österreich benötigen drei Monate, um das Klima ähnlich stark zu belasten.

Obwohl die Ablehnung immer größer geworden ist, unterstützt die SPÖ unter Bürgermeister Meixner die Pläne zur Wiederinbetriebnahme auch weiterhin. Ernst Meixner selbst beruft sich auf Ankündigungen von Kovats, der zweihundert Arbeitsplätze um das Kraftwerk herum schaffen will. Bleibt die Frage offen, wieviel Substanz tatsächlich hinter dieser Verlautbarung steckt, nachdem im Kraftwerk selbst keine fünfzig Menschen tätig sein werden. "Was mit dem Steinkohlekraftwerk auf alle Fälle gesichert zu sein scheint, ist, dass Arbeitsplätze im Tourismus ins Wackeln geraten werden, denn wer verbringt seinen Urlaub schon gern im dichten Qualm einer Kohledreckschleuder", fragt sich Greenpeace-Sprecher Westerhof.

Die Umweltorganisation ruft Bürgermeister Ernst Meixner eindringlich dazu auf, seine Unterstützung für das Kohlekraftwerk bleiben zu lassen und sich stattdessen dafür einzusetzen, die drohende Inbetriebnahme zu verhindern. "Voitsberg braucht saubere Luft und saubere Energie", fordert Jurrien Westerhof, "und wir hoffen sehr, dass die SPÖ rechtzeitig einsieht, auch in Energiefragen auf die Zukunft statt auf die Vergangenheit zu setzen."

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Attile Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: +43-664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: +43-664-6126701

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