• 05.11.2009, 11:52:32
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Greenpeace: Nein zur Kohlekraft in Voitsberg!

Saubere Luft und saubere Energie anstelle einer neuen Dreckschleuder

Voitsberg/Wien (OTS) - Greenpeace demonstrierte heute in Voitsberg
gegen die geplante Wieder-inbetriebnahme des Kohlekraftwerkes ÖDK 3.
Direkt vor dem Rathaus errichteten die Umweltaktivisten einen
überdimensionalen, rauchenden Schornstein, um den Voitsberger
Bürgermeister Ernst Meixner auf die Auswirkungen der von ihm
unterstützten Dreckschleuder hinzuweisen.

Das 2006 mangels Wirtschaftlichkeit stillgelegte Voitsberger
Braunkohlekraftwerk wurde letztes Jahr von Mirko Kovats' Firma A-Tec
Industries gekauft, und die will die alte Anlage nun zu einem
Steinkohlekraftwerk umbauen und wieder in Betrieb nehmen. Der
Widerstand dagegen ist allerdings massiv, nachdem Voitsberg und seine
Umgebung jahrelang von schlechter Luft geplagt wurden und der
Feinstaub-Ausstoß erst nach der Kraftwerkschließung deutlich
zurückgegangen ist. Die Greenpeace-Aktivisten führten heute am
Voitsberger Hauptplatz Feinstaubmessungen durch und werden diese
Tests in den kommenden Wochen auf das gesamte Umland ausbreiten. "Wir
wollen die Menschen darauf aufmerksam machen, wie groß die
Feinstaubbelastung bereits jetzt ist", sagt Greenpeace-Experte
Jurrien Westerhof. "Dabei kann man sich ganz leicht ausmalen, wie es
mit der Luftqualität bestellt sein wird, wenn das Kohlekraftwerk
wieder in Betrieb genommen wird. Und dann, im Gegensatz zu früher,
sogar beinahe rund um die Uhr", so Westerhof.

Doch nicht allein aufgrund der Luftverschmutzung stellt eine
Wiederinbetriebnahme dieser Anlage ein großes Problem dar. Auch für
Österreichs Klimabilanz wäre das katastrophal, weil die
Treibhausgasemissionen gleich um fast zweieinhalb Millionen Tonnen
zunehmen würden - sämtliche Personenkraftwagen in Österreich
benötigen drei Monate, um das Klima ähnlich stark zu belasten.

Obwohl die Ablehnung immer größer geworden ist, unterstützt die
SPÖ unter Bürgermeister Meixner die Pläne zur Wiederinbetriebnahme
auch weiterhin. Ernst Meixner selbst beruft sich auf Ankündigungen
von Kovats, der zweihundert Arbeitsplätze um das Kraftwerk herum
schaffen will. Bleibt die Frage offen, wieviel Substanz tatsächlich
hinter dieser Verlautbarung steckt, nachdem im Kraftwerk selbst keine
fünfzig Menschen tätig sein werden. "Was mit dem Steinkohlekraftwerk
auf alle Fälle gesichert zu sein scheint, ist, dass Arbeitsplätze im
Tourismus ins Wackeln geraten werden, denn wer verbringt seinen
Urlaub schon gern im dichten Qualm einer Kohledreckschleuder", fragt
sich Greenpeace-Sprecher Westerhof.

Die Umweltorganisation ruft Bürgermeister Ernst Meixner
eindringlich dazu auf, seine Unterstützung für das Kohlekraftwerk
bleiben zu lassen und sich stattdessen dafür einzusetzen, die
drohende Inbetriebnahme zu verhindern. "Voitsberg braucht saubere
Luft und saubere Energie", fordert Jurrien Westerhof, "und wir hoffen
sehr, dass die SPÖ rechtzeitig einsieht, auch in Energiefragen auf
die Zukunft statt auf die Vergangenheit zu setzen."

Rückfragehinweis:
Attile Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: +43-664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: +43-664-6126701

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