- 05.11.2009, 10:00:13
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Betonforschung setzt auf die "jungen Wilden"
Neueste Generation von Zementen und Betonen in Theorie&Praxis
Wien (OTS) - Wie im Hochleistungssport gilt auch für die
Festigkeit und Beständigkeit von Beton: Noch schneller, noch besser -
rasches Erhärten für schnelle Entschal- und Transportfähigkeit ist
wirtschaftlich entscheidend. Aber auch bei der Instandsetzung von
Wasserbauwerken sorgen die "jungen Wilden" unter den Forschern dafür,
dass der Betriebsstillstand der Anlage immer kürzer gehalten werden
kann. Wie diese Beton-Spitzenleistungen entwickelt und realisiert
werden können, wurde beim Kolloquium "Forschung & Entwicklung für
Zement und Beton" am 4. November 2009 Wien, vor über 300
Führungskräften der Bauindustrie demonstriert. Auch heuer referierten
wieder 21 Experten verschiedenster Fachbereiche aus dem In- und
Ausland.
Johannes Steigenberger, Leiter des Forschungsinstitutes der
österreichischen Zementindustrie: "Immer wichtiger wird das Thema
Nachhaltigkeit." Durch intensive Forschung und Entwicklung im
Straßenbau sollen Ressourcenschonende Baumethoden weiter verbessert
und noch breiter angewendet werden, im Tunnelbau ist Betoneinsparung
mit ökologischem Gütesiegel ein Gebot der Stunde.
Österreich an vorderster europäischer Nachhaltigkeitsfront
Die österreichische Zementindustrie wirkt europaweit an vorderster
Front im Rahmen des EU-Projekts DIRECT_MAT (DISmantling and RECycling
Techniques for road MATerials) mit, an dem 20 Forschungsinstitute aus
15 Nationen beteiligt sind. Spezialgebiet des Forschungsinstitutes
der VÖZ sind die ungebundenen Tragschichten im Straßenbau unter
ökonomischen, umweltrelevanten und bautechnischen Gesichtspunkten.
Hinweise auf relevante Normen, Richtlinien sowie aktuelle
Forschungsberichte werden auf einer Online-Plattform zugänglich
gemacht. Die während der Projektlaufzeit (2009-2011) erfassten,
aktuellen Praxisberichte werden in die Datenbank integriert. Nach der
Evaluierung sollen Leitfäden eine optimale Nutzung des aktuellen
Wissensstandes auf dem Gebiet der Wiederverwertung von
Straßenbaumaterialien ermöglichen.
Nachhaltige Zusatzmittel für optimierten Spritzbeton
Zement- und Betonforschung bedeutet aber auch interdisziplinäre
Forschung, die weit über den Baubereich hinaus reicht. Einen
signifikanten Beitrag hinsichtlich der Ökonomie und Ökologie stellen
Dr. Karl-Jürgen Mann und Dr. Martin Kozich, Zuckerforschung Tulln,
vor. Ziel ist es, auf Basis des nachwachsenden Rohstoffs Stärke
geeignete Produkte für die Anwendung im Nassspritzbeton zu
entwickeln. Beim Tunnelbau sind die Entwicklung der Frühfestigkeit
und die Konsistenz des Betons von entscheidender Bedeutung. Die
Verringerung der verdickenden Wirkung ist daher ein wesentlicher
Bestandteil dieses Forschungsprojekts.
Betonfertigteile bereits nach 4 Stunden transportfähig
Vor allem in der Vorfertigung von Bauelementen werden besonders
hohe Festigkeiten gewünscht. Diese konnten bisher nur durch
kostenintensive Maßnahmen erreicht werden. Der internationale
Baustoffproduzent Holcim hat diese Entwicklungslücke mit dem neuen
Schnellzement Holcim 104 geschlossen, der zusätzlich eine besonders
hohe Frühfestigkeit aufweist. Die Wartezeiten für das Entschalen
lassen sich damit um bis zu 50 Prozent reduzieren.
Reparatur von Wasserbauwerken über Nacht
Für schnelle Reparaturen und möglichst kurze Ausschalzeiten bei
Reparaturen von Wasserbauwerken wurde ein selbstverdichtender,
schnell erhärtender und frostbeständiger Beton entwickelt. Dr. Rudolf
Röck, Schretter&Cie GmbH&Co KG erläuterte gemeinsam mit DI Maik Arlt
vom Institut für Materialprüfung & Forschung Röck Anforderungen,
Eigenschaften, technische Kennwerte und Verarbeitungsverfahren.
Ultrahochleistungsfähiger Beton für nachhaltige Instandsetzung
Eine besonders wichtige Eigenschaft von Beton ist die
Durchlässigkeit an der Oberfläche. Diese bestimmt die Dauerhaftigkeit
von Betonbauteilen. Die neue Entwicklung eines
ultrahochleistungsfähigen Faserfeinkornbetons zeichnet sich durch
besonders hohe Druck- und Zugfestigkeit aus, dadurch ist die kann das
Eindringen von Betonschädigenden Stoffen weitgehend vermieden werden.
Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim hat unter anderem in Luzern die
Fahrbahn der denkmalgeschützten Dalvazza-Brücke in einem Arbeitsgang
gleichzeitig verstärkt und abgedichtet. Dr. Peter Lunk, Holcim
Schweiz AG: "Der Ultrahochfeste Faserfeinkornbeton bringt uns einen
wesentlichen Schritt näher an eine lange technische Lebensdauer und
nachhaltige Nutzung von Betonbauwerken."
Hightech-Prüfmethoden verbessern Sicherheit und Qualitätsstandards
Der Anteil und die Zusammensetzung des Mehlkorns beeinflusst die
Eigenschaften des Betons. Die Gesteinskörnung braucht eine optimale
Abstufung und Mischung um möglichst alle Hohlräume ausfüllen zu
können. Die Verwendung automatisierter Bildanalyseverfahren
ermöglicht eine zuverlässige und wiederholbare Routinebestimmung der
Partikelgröße und Partikelform und sind zusätzliche Parameter zum
Auffinden der Ursache von Spezifikationsabweichungen in der
Produktion.
Innovatives Deckensystem revolutioniert Immobilien
Ein Deckensystem aus Betonfertigteilen zur Integration der
gesamten Haustechnik entwickelte das Institut für Tragkonstruktionen
der TU Wien. Institutsvorstand Prof. Johann Kollegger: " Neben der
raschen und einfachen Herstellung auf der Baustelle zeichnet sich
diese Decke durch die zukunftsorientierte Nutzungsmöglichkeit und ein
höchstes Maß an Flexibilität aus, sodass der gesamte umbaute Raum
laufend, ohne große Aufwendungen, neu strukturiert werden kann."
Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)
Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie versteht sich
als Partner der Bauindustrie, der Behörden, aber auch als Service-
und Anlaufstelle für den Endverbraucher. Die VÖZ bietet praktische
Hilfestellung bei Fragen der fachgerechten Verarbeitung von Zement
und Beton. Darüber hinaus beobachtet die VÖZ laufend die aktuellen
internationalen Entwicklungen und ist maßgeblich daran beteiligt, den
jeweils neuesten Stand der Technik in der österreichischen
Bauwirtschaft zu verankern.
Nähere Informationen und Download des Tagungsbandes unter
www.zement.at
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Zementindustrie Andrea Baidinger andrea.baidinger bauen|wohnen|immobilien Kommunikationsberatung GmbH A-1060 Wien, Gumpendorfer Straße 83 Tel +43-1-904 21 55-0, Fax +43-1-904 21 55-11 mailto:[email protected]
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