- 04.11.2009, 14:23:39
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KIV/UG: "SPÖ-Stadtregierung aufgefordert AK-Beschluss 'Nein zu Krankenstands-Rückkehrgesprächen' umgehend umzusetzen!"
AK muss nun gegenüber Gemeinde Wien aktiv werden: Zustimmung allein reicht nicht - jetzt sind Taten gefragt!
Wien (OTS) - Im Rahmen der 152. Vollversammlung der
Arbeiterkammer Wien am 3.11.2009 stellte die AUGE/UG (Alternative und
Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen) einen
Antrag mit dem Titel "Nein zu Krankenstands-Rückkehrergesprächen und
damit verbundenen Aufzeichnungen über Krankenstandsgründe". Der
Antrag setzte sich mit der empörenden aber leider gängige Praxis des
Dienstgebers Stadt Wien auseinander, KollegInnen bereits während des
Krankenstandes mit Droh-Briefen dienstrechtliche Folgen oder gar
Kündigung anzudrohen, sollte der Krankenstand nicht bald beendet
werden. Weitere Praxis ist die Führung sogenannter
"Rückkehrergespräche", bei welchem per Fragebogen oder Protokoll auch
Krankenstandsgründe, eventuelle Folgekrankenstände, Arbeitsfähigkeit
usw. erhoben werden - die Personalvertretung ist nicht beigezogen und
nach Unterzeichnung geht das Formular an die Personalstelle.
"Es ist zynisch zu behaupten, dass diese Gespräche nur auf
freiwilliger Basis geführt würden und Krankenstandsgründe nicht
bekannt gegeben werden müßten, wie Gewerkschaftsvorsitzender
Meidlinger vor einigen Wochen beim ersten Bekanntwerden dieser Praxis
in der MA 48 in den Medien dazu Stellung nahm. Ebenso zynisch ist es,
wenn ein Gewerkschafter, der ja eigentlich die betroffenen
Beschäftigten zu vertreten hat, ausgerechnet den Dienstgeber
hinsichtlich der 'Droh-Briefe"' verteidigt, weil dieser ja sonst
nicht mit den kranken KollegInnen in Kontakt kommen könnte, wie
Meidlinger ebenso kürzlich in einem Interview mit "Wien-heute"
behauptete," kritisiert Christine Rudolf, politische Sekretärin der
KIV/UG - Konsequente Interessensvertretung/Unabhängige
GewerkschafterInnen und Arbeiterkammerrätin der AUGE/UG.
Der Antrag der AUGE/UG fand schließlich eine deutliche Mehrheit in
der Wiener Arbeiterkammer - auch die FSG stimmte zu.
"Glücklicherweise hat sich nach internen Diskussionen nun auch in der
FSG in der AK-Wien gewerkschaftliche Vernunft vor Parteiloyalität
durchgesetzt," freut sich Rudolf. "Wir werden jetzt ganz genau
verfolgen, ob der Beschluss nun auch entsprechende Aktivitäten der
Wiener AK nach sich ziehen wird. Die gängige Praxis der Gemeinde Wien
bei Krankenständen gehört schnellstens beendet, dazu braucht es
allerdings Druck - auch von der Arbeiterkammer. Mit der Zustimmung
der FSG-Mehrheit ist jedenfalls nicht Genüge getan. Jetzt ist aktiver
Einsatz im Sinne des Beschlusses gefordert gegenüber dem Dienstgeber
und gegenüber einer interessierten Öffentlichkeit. Wir werden das
jedenfalls ganz genau verfolgen," verspricht AK-Rätin Rudolf.
Die SPÖ-Stadtregierung ist nun aufgefordert, den AK-Beschluss
umzusetzen. "Wenn auch die FSG-SpitzenfunktionärInnen der
Gewerkschaft der Gemeindebediensteten gegen die Praxis der
Krankenstands-Rückkehrergespräche und der Droh-Briefe an kranke
Bedienstete protestieren, wie sie es als Teil der FSG in der AK durch
die Zustimmung zu unserem Antrag nun doch noch getan haben, dann
sollte wohl auch die SPÖ-Personalstadträtin, die ja aus der
Gewerkschaft kommt, die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Wir
brauchen eine bessere Unternehmenskultur und endlich die Umsetzung
eines betrieblichen Gesundheitswesens in der Gemeinde Wien, das
diesen Namen auch verdient. Im Sinne der KollegInnen", schließt die
AUGE/UG AK-Rätin Christine Rudolf.
Rückfragehinweis:
Christine Rudolf politische Sekretärin der KIV/UG AK-Rätin der AUGE/UG in Wien Tel.: 0676/340 05 42 Mail: [email protected] Internet: www.kiv.at
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