Grünewald: Aussagen von Uni-Rektor Winckler ernst nehmen

Grüne: "Wissenschaftsminister Hahn betreibt gezielte Desinformation und führt Öffentlichkeit in die Irre"

Wien (OTS) - Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald begrüßt das Verständnis des Wiener Rektors Winckler für die Proteste der Studierenden. "Ich freue mich über die Einsicht von Rektor Winckler, dass Studierende Betroffenheit über den Zustand unserer Universitäten aufzeigen und somit zentrale Verbündete für eine bessere Universität sind. Hier wird nichts beschönigt und vernebelt, sondern das ausgesprochen, was schon lange hätte gesagt werden müssen", so Grünewald zu den Worten Wincklers im heutigen "Mittagsjournal". "Wenn Rektorenchef Badelt davon spricht, dass den Universitäten eine glatte Milliarde Euro fehlten und dies zur Schlagzeile wird, kann man dann von den Streikenden ernsthaft verlangen, dass die versprochenen 34 Millionen Euro sie mit Kniefall und Handkuss zur Aufgabe zwingen?" fragt Grünewald.

"Es ist geradezu grotesk, dass in einem Ressort, welches Lehre, Wissenschaft und Forschung vertritt, derart unwissenschaftlich mit Zahlen, Daten und Fakten umgegangen wird. Das kommt bewusster Irreführung gleich", kritisiert Grünewald die Politik von Wissenschaftsminister Hahn. Nicht nur, dass laufend verschwiegen wird, dass die Bildungsdaten der OECD Österreich eindeutig einen beschämenden Platz des Nachzüglers attestieren, was Studierendenzahlen, Übertrittsquoten, AkademikerInnenanteil, ForscherInnen pro EinwohnerInnen und Uni-Budgets betrifft.

"Geradezu peinlich ist die in ihrer Absicht durchschaubare Darstellung der Kosten einer Studierenden, die mit 12.000 Euro pro Jahr beziffert wurde. So hat vor Jahren schon der Ex- Kanzler Schüssel argumentiert und musste dann die Zahlen zurücknehmen. Wenn der zukünftige EU-Kommissar hier nicht die international üblichen Berechnungsmethoden kennt, sollten diese wenigstens seinem Sektionsschef bekannt sein", so Grünewald. "Das gesamte Uni-Budget durch die Zahl der Studierenden zu dividieren, vernachlässigt die Aufgaben und Kosten der Forschung aller Unis und die der Krankenversorgung der medizinischen Unis."

"Bei Bildung und Wissenschaft haben derartige Tricks nichts verloren. Ich werde diese zweifelhaften Methoden heute in der Diskussion mit den Streikenden und dem Innsbrucker Rektor Töchterle in der Aula der SOWI, zu der ich um 18.00 geladen bin, zum Thema machen", so Grünewald

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