• 30.10.2009, 15:28:37
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30 Jahre Kleinwasserkraft Österreich

Eine Bilanz der Branche im Rahmen der traditionellen Jahrestagung von Kleinwasserkraft Österreich im Stift Melk in Niederösterreich

Melk (OTS) - Die heimische Kleinwasserkraft befindet sich im
speziellen Spannungsfeld zwischen den Ökoenergiezielen und den
Maßnahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Vorgaben wie die jüngst
verlautbarte Ökostromgesetz-Novelle, der Nationale
Gewässerbewirtschaftungsplan sowie der laufende
Energiestrategieprozess bestimmen den Pfad für die Zukunft der
Branche. Kleinwasserkraft Österreich begleitet seine Mitglieder seit
nunmehr 30 Jahre durch turbulente Zeiten wie diese. Eine gute
Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen und die aktuellen Herausforderungen
zu erläutern.

Die traditionelle Jahrestagung von Kleinwasserkraft Österreich
findet heuer am 30./31. Oktober im Stift Melk in Niederösterreich
statt. Johann Taubinger, Vizepräsident und Landessprecher für
Niederösterreich von Kleinwasserkraft Österreich, zum Stellenwert der
dortigen Branche: "In Niederösterreich gibt es derzeit rund 490
anerkannte Kleinwasserkraftwerke, die 462 Mio. kWh Ökostrom ins
öffentliche Netz speisen und damit rund 132.000 Haushalte versorgen.
Im Vergleich zur Stromproduktion aus fossilen Energieträgern werden
so jährlich 324.000 Tonnen CO2 eingespart. Darüber hinaus sind
überaus florierende Zulieferunternehmen angesiedelt."

Erfolgreiche Revitalisierungsoffensive in Niederösterreich
Da mit rund 300 Mio. kWh noch enormes Potenzial vorhanden ist, rief
das Land Niederösterreich Anfang des Jahres eine
Revitalisierungsoffensive für Kleinwasserkraftwerke ins Leben. Die
aktuelle Stromproduktion aus Kleinwasserkraft könnte also um 65
Prozent gesteigert werden. Der Weg zur Ausschöpfung dieses Potenzials
führt über dem Neubau von Anlagen und eben über die Revitalisierung
bestehender Kleinwasserkraftwerke. Ein Bündel von Maßnahmen soll den
Revitalisierungsprozess rasch in Gang bringen. Dieses dreiteilige
Bündel besteht aus beschleunigten Verfahren, Förderungen von
Revitalisierungen sowie einer Beratungsaktion für BetreiberInnen. Die
Beratungsaktion, an der Kleinwasserkraft Österreich federführend
beteiligt ist, haben bereits 90 BetreiberInnen in Anspruch genommen.

Mit dieser Revitalisierungsoffensive übernimmt Niederösterreich
eine Vorreiterrolle und ist für die turbulenten Zeiten, die die
Branche durchlebt, gut gerüstet. Denn am 27. Oktober endete die
Begutachtungsfrist für den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan
(NGP), mit dem die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL)
in die entscheidende Phase tritt. Die österreichische Auslegung des
NGP schürt Befürchtungen, dass es zu massiven und unnötigen Einbußen
bei der für das Land so wichtigen Stromerzeugung aus Wasserkraft
kommen könnte. "Die österreichische Auslegung der
EU-Wasserrahmenrichtlinie darf nicht im Widerspruch zu den
ambitionierten Zielen im Bereich der erneuerbaren Energie, die
Österreich - durch das Energie- und Klimapaket der EU untermauert -
erfüllen muss, stehen", gibt Christoph Wagner, Präsident von
Kleinwasserkraft Österreich zu bedenken. Daher fordert Wagner bei der
Umsetzung der EU-WRRL, dass sich die Vorgaben zur Restwasserabgabe
und zur Errichtung von Fischaufstiegshilfen an der geübten Praxis
orientieren und nicht überschießend sind. Wagner weiter: "Der NGP
muss so gestaltet werden, dass der Bau von Kraftwerken auch in
Zukunft möglich bleibt. Es darf dabei zu keiner Benachteiligung von
Kleinwasserkraftwerken kommen. Wir kritisieren insbesondere, dass
eine Vorgabe suggeriert, dass Anlagen unter 1 MW keinesfalls im
öffentlichen Interesse sein können. Gegen diese Vorwegnahme der
Abwägung der Interessen sprechen wir uns entschieden aus!"

Positiv bewertet Kleinwasserkraft Österreich hingegen, dass seit
20. Oktober die Ökostromgesetz-Novelle in Kraft ist. Der Stillstand
bei der Ökostromförderung hat, nachdem mehr als genug wertvolle Zeit
vergeudet wurde, somit endlich ein Ende gefunden. Alleine bei der
österreichischen Kleinwasserkraft können nun Investitionen in der
Höhe von mehr als 100 Mio. Euro, die bis dato blockiert waren,
realisiert werden. Diese Investitionen kommen zu 90 Prozent der
regionalen Wirtschaft zugute.

Rund 220 TeilnehmerInnen bei Jahrestagung von Kleinwasserkraft
Österreich

Im Rahmen der traditionellen Jahrestagung, die am 30./31. Oktober
im Stift Melk stattfindet, feiert Kleinwasserkraft Österreich heuer
sein 30-jähriges Bestehen. Seit 1979 vertritt der Verein, der sich
für die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie aus
Kleinwasserkraft einsetzt, dahingehend seine rund 1.000 Mitglieder.
Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner, der
niederösterreichische Landesrat Dr. Stephan Pernkopf sowie
Gründungspräsident Dr. Walter Fremuth würdigen in ihren Festreden die
Verdienste des Vereins und betonen den Stellenwert der
Kleinwasserkraft.

Die 30-Jahr-Feier und die Jahrestagung zählen etwa 220
BesucherInnen. Bei der Jahrestagung referieren hochkarätige
ExpertInnen, wie Dr. Erhard Busek, in vier Themenkreisen über Impulse
zur Revitalisierung, die Umsetzung der EU-WRRL,
Wirtschaftsentwicklung - Energiepolitik und Energiewirtschaft -
Energiehandel. Wie jedes Jahr stehen auch heuer wieder zwei
Exkursionen sowie eine begleitende Fachausstellung auf der Agenda.

Kleinwasserkraft Österreich bedankt sich bei den Sponsoren der
Jahrestagung und der 30-Jahr-Feier, allen voran bei BEA Electrics
GmbH, Tiroler Röhren- und Metallwerke AG, Hobas Rohre GmbH und
Kössler GmbH, die wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung beitragen.
Sie zeigen neben zahlreichen anderen Ausstellern, dass die
Kleinwasserkraftbranche einen bedeutenden Wirtschaftszweig in
Österreich darstellt, in dem erfolgreiche Unternehmen zu regionaler
Wertschöpfung und zur Schaffung von attraktiven Arbeitsplätzen
beitragen.

Fotos auf Anfrage.

Rückfragehinweis:
Kleinwasserkraft Österreich
Mag. Claudia Aigner
Tel.: 01/522 07 66 - 50
Mail: [email protected]

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