• 30.10.2009, 08:43:20
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Heinrich-Wieland-Preis 2009 für herausragende Leistungen in der Darstellung und Wirkung von Naturstoffen vergeben

Wien (OTS) - Professor Steven V. Ley von der University of
Cambridge (UK) wurde gestern mit dem diesjährigen
Heinrich-Wieland-Preis für seine herausragenden Forschungsleistungen
zur Synthese, Strukturanalyse und biologischen Wirkung von
Naturstoffen ausgezeichnet. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wurde
ihm im feierlichen Rahmen an der Ludwig-Maximilians-Universität in
München überreicht. Seit 1964 wird der Heinrich-Wieland-Preis
jährlich für innovative wissenschaftliche Arbeiten in den Bereichen
Biochemie, Chemie, Physiologie und klinische Medizin der Lipide und
anderer biologisch aktiver Substanzen vergeben.

Professor Leys Arbeiten umfassen die Totalsynthesen von über 120
Verbindungen von meistens spezifischer biologischer Wirksamkeit und
decken ein weites Feld der organischen Chemie ab. Ein herausragendes
Projekt ist die Synthese von fünf Mitgliedern der so genannten
Thapsigargin-Familie. Diese Moleküle sind selbst in niedrigsten
Konzentrationen außerordentlich wirksame Hemmstoffe der Kalzium-Pumpe
eines Zellorganells. Durch ihren Einsatz als Sonden lassen sich
Informationswege innerhalb der Zelle besser erforschen.

Kürzlich erschloss Professor Ley auch mit der Synthese der marinen
Naturstoffe Bengazol A und B eine neue Naturstoffklasse fettliebender
(lipophiler) Moleküle mit Anti-Pilz-Aktivität. Große Aufmerksamkeit
erregte die jüngst abgeschlossene Synthese des gegen Insekten
wirksamen Naturstoffes Azadirachtin als Ergebnis 22-jähriger
Forschungsarbeit. Weltweit bekannt wurde Leys Synthese der
immunsuppressiven und gegen Tumore wirksamen Verbindung Rapamycin.

Zusätzlich zu diesen für die Naturstoffsynthese konzipierten
Methoden entwickelte Professor Ley zahlreiche Techniken zur
Herstellung von pharmazeutischen Leitstrukturen also Startsubstanzen
für mögliche spätere Synthesen von Arzneimitteln. Ebenso beeindrucken
seine Arbeiten für die grüne Synthesechemie, bei der
umweltverträgliche und nachhaltige Produktionsverfahren zur
Herstellung neuer Substanzen eingesetzt werden. Steven V. Ley ist als
Pionier bei der Entwicklung automatisierter Syntheseabläufe bekannt
und auf diesem Gebiet weltweit führend. So entwickelte er Mikro- und
Makrodurchfluss-Reaktoren, die vielstufige chemische Prozesse
zulassen, wodurch die chemische Synthese revolutioniert wurde.

Die von Ley erfundenen synthetischen Methoden haben weit reichende
konkrete Anwendungsmöglichkeiten. Unter anderem ermöglichen sie der
pharmazeutischen Forschung, die Entwicklung neuer Leitstrukturen zu
beschleunigen. Dadurch können Medikamente schneller der Allgemeinheit
zugänglich gemacht werden. Die Vielseitigkeit und Brauchbarkeit von
Steven V. Leys Chemie und deren Bedeutung für Industrie und
Wissenschaft macht ihn zu einem der herausragenden Chemiker unserer
Zeit.

Der Heinrich-Wieland-Preis ist nach dem deutschen Chemiker und
Nobelpreisträger Prof. Dr. Heinrich Otto Wieland (1877-1957) benannt.
Der Preis wird jährlich für innovative wissenschaftliche Arbeiten in
den Bereichen Biochemie, Chemie, Physiologie und klinische Medizin
der Lipide und anderer biologisch aktiver Substanzen vergeben und ist
mit 50.000 Euro dotiert. Dieser Preis gehört international zu den
renommiertesten Auszeichnungen. In seiner mehr als 40-jährigen
Geschichte wurde er bisher an 59 Wissenschaftler verliehen. Die
besondere Bedeutung des Preises reflektiert sich in der Liste
früherer Preisträger, unter denen sich viele weltbekannte Forscher
befinden. Michael S. Brown und Joseph L. Goldstein aus Dallas/Texas
(USA), die den Heinrich Wieland Preis im Jahre 1974 erhielten wurden
1985 auch mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Seit dem Jahr
2000 wird der Preis von Boehringer Ingelheim gestiftet.

Boehringer Ingelheim

Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den
20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim,
Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 138 verbundenen
Unternehmen in 47 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt 41.300
Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten unabhängigen
Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung,
Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem
therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.

Im Jahr 2008 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von
11,6 Mrd. Euro. Ein Fünftel der Umsätze aus dem größten Segment
verschreibungspflichtige Arzneimittel investierte das Unternehmen in
die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.

Foto des Preisträgers Heinrich-Wieland-Preis
www.boehringer-ingelheim.de/forschung/forschungspreise/hwp/index.htm

Weitere Informationen zu Boehringer Ingelheim finden Sie unter
www.boehringer-ingelheim.com

Rückfragehinweis:

Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG
   Dr. Boehringer-Gasse 5 - 11
   A-1121 Wien
   
   Kommunikation
   Mag. Inge Homolka
   Tel. 01-80105-2230
   mailto:[email protected]
   
   Mag. Monika Primenz
   Tel. 01-80105-2742
   mailto:[email protected]

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