Neues VOlksblatt: "Sicher" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 28. Oktober 2009

Linz (OTS) - "Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand", sagten schon die Römer vor mehr als 2000 Jahren.
Beispiele für die ungebrochene Aktualität dieser Weisheit sind die Prozesse rund um das tschechische Atomkraftwerk Temelin: Ende 2000 wurde das Melker Abkommen zwischen Österreich und Tschechien über die Beseitigung schwerer Sicherheitsmängel im AKW Temelin abgeschlossen, seither wird gestritten und prozessiert, weil unsere Nachbarn nicht daran denken, das Abkommen einzuhalten. Und auch das gestern bekannt gewordene Urteil des Europäischen Gerichtshofs besagt nichts Anderes, als dass der Rechtsstreit weiter gehen kann.
Das wird wieder Jahre dauern, denn der Prozess in Linz wird zum Schaulauf der Gutachter werden - und die brauchen zur Vorbereitung viel Zeit. Viel Zeit, um uns zu erklären, wie sicher das AKW Temelin angeblich ist, obwohl schwere Sicherheitsmängel seit Jahren bekannt, aber nie behoben worden sind.
Man darf annehmen, dass es auch Experten und Gutachter gegeben hat, die den Atomanlagen in Sellafield in Wales, Majak in Russland, Harrisburg in den USA, Tschernobyl in der Ukraine und Tokaimura in Japan die Sicherheit bescheinigt haben.
Heute stehen diese Namen für die Unsicherheit der Kernenergie.
Und was ist mit Temelin?

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