- 19.10.2009, 11:30:00
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Koralmbahn: Längstes Tunnelbaulos geht in Ausschreibung
Wien (OTS) - Seit 2001 laufen die Arbeiten an der Koralmbahn Graz
- Klagenfurt auf Hochtouren. Am ersten von insgesamt drei Baulosen
des 32,9 km langen Koralmtunnels wird bereits seit Ende 2008 gebaut.
Nun steht die ÖBB-Infrastruktur AG unmittelbar vor der Ausschreibung
des zweiten und längsten Bauloses (KAT 2) des Koralmtunnels. Dies
gaben die beiden Vorstände Andreas Matthä, Sprecher des Vorstandes
der ÖBB-Infrastruktur AG und Georg-Michael Vavrovsky, für die
Projektabwicklung zuständiges Vorstandsmitglied, heute im Rahmen
einer Pressekonferenz in Graz bekannt.
"Damit ist das Jahrhundertprojekt Koralmbahn in der entscheidenden
Phase. Wir stellen das Projekt fertig, ein Projekt, das wichtig ist
für Europa, für Österreich, aber vor allem für Kärnten und die
Steiermark", so Andreas Matthä. "Rund ein Fünftel der vollkommen
ausfinanzierten Gesamtinvestition von über 5 Mrd. EUR, nämlich 1,1
Mrd. EUR, sind bereits investiert. Oder in Baudimensionen
ausgedrückt: Mehr als die Hälfte der 130 km langen Neubaustrecke ist
in Bau bzw. sogar schon fertig gestellt. Mit der Ausschreibung für
das Baulos KAT 2 sind nun endgültig die Weichen für das Herzstück des
Tunnels zwischen Kärnten und der Steiermark gestellt".
Koralmtunnel auf solide Basis gestellt
Bei der Ausschreibung des rund 20 km langen Bauloses (KAT 2), die
innerhalb der nächsten Wochen erfolgen sollte, handelt es sich im
Hinblick auf den Tiefbau um eine der größten Einzelausschreibungen
der Zweiten Republik. "Einer Bauausschreibung dieser Dimension geht
eine intensive, detaillierte Ausschreibungsplanung voraus", so
Georg-Michael Vavrovsky. "Je besser ein Projekt dieser Größenordnung
im Vorfeld aufbereitet wird, desto reibungsloser ist dessen
Abwicklung. Bei einem der größten Tunnelbauwerke Europas ist uns das
ein besonderes Anliegen."
Dabei stand nicht nur die mög¬lichst genaue Erfassung der
geologischen Risken im Vordergrund, sondern sind auch Aspekte zur
Bauabwicklung, Baulogistik oder Sicherheit von ganz entscheiden¬der
Bedeutung. Im Rahmen der Ausschreibungsplanung für KAT 2 wurden die
bisher gewonnenen Erkenntnisse aus den geologischen Erkundungen, die
daraus abgeleiteten bautechnischen Erfordernisse und die seitens der
Behörde im Rahmen von Genehmigungs- und UVP-Verfahren eingebrachten
Vorgaben soweit in Einklang gebracht, um die logistisch sinnvollste
und ökonomisch beste Bauumsetzung festzulegen. Im Sinne einer
technischen und kaufmännischen Sorgfaltspflicht wurde die
Ausschreibungsplanung von externen Experten überprüft.
Der Berg hat seine Tücken
"Heute haben wir Kenntnisse darüber, wie sich der Berg
voraussichtlich verhält, welche Baumethode gewählt werden soll, wie
die Baumaschinen beschaffen und wie die Baulogistik gestaltet sein
sollten. Kurz: es liegen die Grundlagen für eine Bauausschreibung nun
vor. Damit ist das bedeutende Tunnelbauprojekt sowohl aus
finanzieller als auch aus bauplanerischer Sicht auf eine solide Basis
gestellt und wir sind auch erstmals in der Lage einen detaillierten
Gesamtablauf abschätzen zu können", so Georg-Michael Vavrovsky.
Ende 2020 rollen die ersten Züge auf der neuen Koralmbahn
Auf Basis der Erkenntnisse aus der detaillierten
Ausschreibungsplanung ergibt sich folgender Bauablauf:
• Baubeginn KAT 2: September 2010
• Tunneldurchschlag erste Röhre zum Baulos KAT 3: erste Hälfte 2016
• Fertigstellung Rohbau: Ende des ersten Quartals 2018 sollte nach
derzeitiger Prognose der Rohbau fertig gestellt sein
• Bis Frühjahr 2020 Ausrüstung des Tunnels: Fertigung der "festen
Fahrbahn" sowie der umfangreichen eisenbahntechnischen Ausrüstung
"Der Koralmtunnel sollte damit aus heutiger Sicht im Frühjahr 2020
fertig gestellt sein und nach einer entsprechenden
Inbetriebsetzungsphase Ende 2020 mit Fahrplanwechsel in Betrieb
genommen werden können," so Georg-Michael Vavrovsky weiter. "Selbst
Mehrinvestitionen in Milliardenhöhe könnten den Bau nicht
beschleunigen."
Die Koralmbahn
Die Koralmbahn ist die Verlängerung des transeuropäischen Korridors
VI in den oberitalienischen Raum. Sie ist Teil dieser international
bedeutsamen Achse, die von Danzig über Warschau und Wien nach Triest,
Venedig und Bologna führt, und somit die Ostsee mit dem Mittelmeer
verbindet. Die Realisierungsvoraussetzungen für die Koralmbahn wurden
Ende 2004 in einem Vertrag zwischen der Republik Österreich, den
Bundesländern Steiermark und Kärnten und den ÖBB detailliert
festgelegt.
Daten & Fakten
Auf einer Streckenlänge von rund 130 km, davon 32,9 km Koralmtunnel,
entsteht diese zweigleisige, elektrifizierte
Hochgeschwindigkeitsstrecke. Zehn Bahnhöfe bzw. Haltestellen sind
bzw. werden an dieser Strecke errichtet. Mit einer Geschwindigkeit
von 200 km/h reisen Fahrgäste dann unter einer Stunde von Graz nach
Klagenfurt. Durch die Koralmbahn werden massive Fahrzeit-Verkürzungen
und attraktivere Taktfahrpläne ermöglicht. Sie schafft hervorragende
Voraussetzungen für einen leistungsfähigen und zukunftsträchtigen
Personen- und Güterverkehr auf der umweltfreundlichen Bahn
geschaffen.
Ziel und Zweck
Die Koralmbahn wird den Süden Österreichs optimal an europäische
Verkehrsknoten anbinden. Die Erreichbarkeit im Süden Österreichs -
und damit auch das Standortranking innerhalb der europäischen
Regionen - wird entscheidend verbessert. Ein Vorteil, von dem täglich
auch viele Pendler profitieren werden. Die Fahrzeit von Graz nach
Klagenfurt wird sich von derzeit knapp drei Stunden auf unter eine
Stunde verkürzen. Von Graz nach Venedig ist mit einer Einsparung von
bis zu vier Stunden zu rechnen.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit rund 42.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,8
Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des
Landes. Im Jahr 2008 wurden von den ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und 98,5
Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des
Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Rückfragehinweis:
Dr. Verena Radlingmayr ÖBB-Holding AG Pressesprecherin Konzernkommunikation Wienerbegrstr. 11, 1100 Wien Tel.: +43 1 93000 44089 [email protected]
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