• 19.10.2009, 11:24:45
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Pirklhuber: 280 Mio. Euro für Milchbauern beseitigen Problem nicht

Schluss mit den Pseudomaßnahmen - Kern des Problems ist die hausgemachte Überproduktion

Wien (OTS) - "EU-Agrarkommissarin Fischer-Boel leert nicht ‚ihre
Taschen’, wie sie beteuert, sondern jene der Steuerzahlerinnen und
Steuerzahler - und das völlig sinnlos, weil sie durch forcierte
Überproduktion die Krise erst verursacht hat. Die angekündigten 280
Mio. Euro werden das Problem der niedrigen Milchpreise nicht
beseitigen. Nach Prognosen der EU-Kommission soll die gesamte
Produktion von Milch bis zum Jahr 2015 um ca. 2 Prozent steigen.
Wurden die Molkereien 2008 noch mit rund 133 Mio. t Milch beliefert,
sollen es 2015 138 Mio. t. sein. Die angekündigten 280 Mio. Euro
bedeuten umgerechnet auf diese Mengen derzeit nur 0,21 Cent pro Liter
und sind daher nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, um die
katastrophal niedrigen Milchpreise zu kompensieren", kommentiert der
Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, die
Ankündigung von Fischer-Boel.

"EU-Agrarminister und Kommission, die das Milchmarktdebakel
verursacht haben, holen wieder einmal nur Rezepte aus der Mottenkiste
hervor, anstatt die Ursachen zu beseitigen. Der Preisverfall wurde
und wird dadurch verursacht, dass die Milchquoten erhöht und
Überlieferungen belohnt wurden. Jetzt sollen sie aufhören, den
Bäuerinnen und Bauern Sand in die Augen zu streuen. Hinter den
Kulissen haben sie die kleinbäuerlichen Milchbetriebe schon längst
abgeschrieben. Das ist schon allein am Verordnungsvorschlag der
Kommission zu erkennen, der den Mitgliedstaaten die Möglichkeit
einräumt, Quoten von Betrieben aufzukaufen, die - gezwungen durch die
niedrigen Milchpreise - ihre Produktion einstellen müssen. Dahinter
steht nichts anderes als eine brutal geplante Strukturbereinigung,
die jede Menge bäuerlicher Arbeitsplätze kosten wird und in einer
Abschaffung der Quotenregelung nach 2015 münden soll", kritisiert
Pirklhuber.
"Ich fordere die Kommission und die Agrarminister auf, endlich die
hausgemachte Überschussproduktion abzubauen. Auf nationaler Ebene
muss Bundesminister Berlakovich die Saldierung abgeschaffen, damit
sich Angebot und Nachfrage einpendeln können. Solange keine seriöse
Ursachenbekämpfung stattfindet, machen sich die EU-Agrarminister und
Kommission zu Totengräbern der kleinbäuerlichen Landwirtschaft."

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]

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