- 14.10.2009, 10:48:11
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Vom Global Marshall Plan bis zur Holzheizung
Wien/Südtirol (OTS) - Globale Entwicklungen, nationale
Richtlinien, regionale Initiativen, kommunale Ansätze und
individuelle Lösungen - die Internationale Ökoenergie-Konferenz vom
19. bis 21. Oktober in der Marktgemeinde Sand in Taufers/Südtirol
zeigt, wie die Energiewende funktioniert.
"Die globale Situation ist kritisch und gekennzeichnet durch eine
hohe Überbevölkerung, rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen und
Umweltverschmutzung sowie zu hohe Beschleunigung aller
Innovationsprozesse. Es droht der Kollaps", zeichnet der deutsche
Zukunftsforscher, Franz Josef Radermacher, ein düsteres Bild der
weltweiten Entwicklungen. In seinem Vortrag "Energieversorgung -
Schlüsselfrage für die Zukunft" wird der Initiator des Global
Marshall Planes bestehende Schwierigkeiten und Entwicklungslinien
aufzeigen und einen Lösungsansatz in Form eines neuen
Gesellschaftsvertrags diskutieren. Eines nimmt er jedoch klar vorweg:
"Wir brauchen eine doppelstrategische Herangehensweise - einerseits
forcierte Bemühungen um vernünftige globale Lösungen, andererseits
die Umsetzung geeigneter Lösungen vor Ort."
Konkrete Maßnahmen gefordert
"Südtirol macht vor, wie die Energiewende vor Ort in Richtung
Erneuerbare Energien umgesetzt werden kann. In Österreich überlegt
man gleichzeitig Millioneninvestitionen in neue Gaskraftwerke",
skizziert der Geschäftsführer des Österreichischen
Biomasse-Verbandes, Ernst Scheiber, die unterschiedlichen politischen
Situationen. "Würde sich die österreichische Politik dazu
entschließen, Biomasse für Einzelwärme bis 2020 massiv zu forcieren,
könnten allein dadurch 7.000 Jahresarbeitsplätze geschaffen und 1,5
Millionen Tonnen CO2 eingespart werden", schlägt Scheiber eine
konkrete Maßnahme vor. Mit einem Förderbedarf von etwa 55 Millionen
Euro pro Jahr könnten bis 2020 300.000 zusätzliche Biomasseheizungen
installiert und so Gesamtinvestitionskosten von drei Milliarden Euro
angeregt werden. Zudem erspart sich die Volkswirtschaft jährlich 240
Millionen an Arbeitslosenunterstützung. "Dieses Rechenbeispiel
beweist, dass die absolut notwendige Energiewende auch finanzierbar
ist. Die Akteure in der heimischen Energiepolitik lassen sich aber
nicht einmal angesichts solcher Tatsachen aus den alten überholten
Mustern der zentralen fossilen Energieversorgung drängen. Man
investiert lieber weiter Milliarden in 'Märchen' wie Nabucco, die
sinnlose Kohlenstoffspeicherung, das Solarenergieding 'desertec' und
kauft weiterhin Emissionszertifikate", so Scheiber.
Umfassendes Programm
Wie Energieversorgung nachhaltig, dezentral und zugleich mit
maximaler Wertschöpfung im ländlichen Raum funktioniert, werden auf
der Internationalen Ökoenergie-Konferenz ausgewählte
Best-Practice-Beispiele zeigen. Ein weiteres zentrales Thema der
Konferenz ist die EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien und deren
Auswirkungen auf Österreich und Italien. Hochkarätige Experten wie
der Alternativ-Nobelpreisträger Hermann Scheer werden neue
Blickwinkel eröffnen. Aktuelle Entwicklungen in der Energiebranche
sowie bewährte und neue Technologien stehen ebenso auf der Agenda wie
Forschungsprojekte. Podiumsdiskussionen und Exkursionen runden das
Konferenzprogramm ab.
Das aktuelle Programm der Internationalen Ökonergie-Konferenz und
das Online-Anmeldeformular finden Sie auf unserer Homepage
www.biomasseverband.at. Die Konferenz wird simultan übersetzt und in
deutscher, italienischer und englischer Sprache abgehalten.
Terminhinweis: Anlässlich der Internationalen Ökoenergie-Konferenz
"Energiewende Now!" laden wir Sie herzlich zur Pressekonferenz
"Markt- und Arbeitsplatzchancen durch alternative Energieversorgung"
ein. Das Pressegespräch wird am Dienstag, dem 20. Oktober 2009, um
11:30 im Bürgersaal, Hugo von Taufers-Straße 8, in Sand in Taufers
stattfinden. Als Gesprächspartner werden Ihnen Michl Laimer,
Südtiroler Landesrat für die Bereiche Raumordnung, Umwelt, Natur und
Landschaft, Wasser und Energie, Heinz Kopetz, Vorsitzender des
Österreichischen und Europäischen Biomasse-Verbandes, Helmuth
Innerbichler, Bürgermeister von Sand in Taufers, und Werner Zittel,
von Ludwig Bolkow Systemtechnik GmbH, zur Verfügung stehen.
Rückfragehinweis:
DI Christoph Pfemeter
Österreichischer Biomasse-Verband
Tel: +43 (0)1 533 0797 -32
mailto:[email protected]
www.biomasseverband.at
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