- 13.10.2009, 11:07:19
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Eigenkapitalausstattung und betriebswirtschaftliche Position der KMU vor Beginn der Finanzkrise - BILD

Wien (OTS) -
- Eigenkapitalquote der KMU = 24 %
- Steigender Anteil von Unternehmen mit positivem Eigenkapital
- verbesserte Stabilität der Unternehmen vor Beginn der Finanzkrise
Im Durchschnitt weisen die heimischen KMU (kleine und mittlere
Unternehmen) im Bilanzjahr 2007/08 eine Eigenkapitalquote von rd. 24
% aus. Dies zeigen Auswertungen aus der Bilanzdatenbank der KMU
FORSCHUNG AUSTRIA von knapp 73.000 (betriebswirtschaftlich
korrigierten) Jahresabschlüssen österreichischer KMU der
marktorientierten Wirtschaft (exklusive Holdings und
Realitätenwesen).
Die Eigenkapitalquote steigt mit zunehmender Betriebsgröße:
Während die Kleinstbetriebe im Durchschnitt über lediglich knapp 10 %
Eigenmittel verfügen, beträgt die Quote bei den Kleinbetrieben
bereits 20 % und bei den Mittelbetrieben rd. 29 %.
Ein 5-Jahresvergleich zeigt eine zum Teil deutliche Erhöhung der
Eigenkapitalaus-stattung der KMU in allen Größenklassen, wenngleich
ausgehend von einem bescheidenen Niveau, insbesondere bei den
Kleinstunternehmen. Im gleichen Zeitraum ist die Bankverschuldung der
österreichischen KMU, d.s. die Bankverbindlichkeiten in Prozent des
Gesamtkapitals - von rd. 38 % auf 33 % gesunken.
Auch bei den Großbetrieben zeigt sich eine Verstärkung der
Eigenkapitalausstattung im gleichen Zeitraum (von durchschnittlich 31
% auf 36 %). "Die Eigenkapitalquote der Großunternehmen kann als
Benchmark betrachtet werden", so Mag. Peter Voithofer, Direktor der
KMU FORSCHUNG AUSTRIA. "Wiewohl der finanzielle Polster der KMU in
den letzten Jahren gestärkt wurde, ist dies kein Ruhekissen, denn in
wirtschaftlich turbulenten Phasen sind wohlüberlegte Entscheidungen
zur Optimierung der Ertragsstruktur umzusetzen, um die nachhaltige
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten".
Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der KMU mit negativem
Eigenkapital kontinuierlich gesunken, was einerseits auch als Indiz
der besseren Entwicklung und andererseits ein Zeichen für den
anhaltenden Strukturwandel ist (überschuldete Unternehmen wurden
geschlossen).
Insgesamt zählten im Bilanzjahr 2007/08 rd. 16 % der heimischen
KMU (kleine und mittlere Unternehmen) zur (betriebswirtschaftlichen)
Elite: sie hatten mehr als 20 % des Betriebsvermögens mit
Eigenkapital finanziert und erwirtschafteten betriebswirtschaftliche
Gewinne von mehr als 5 % der Betriebsleistung. 11 % der Unternehmen
hatten gute Voraussetzungen für eine Positionierung im Spitzenfeld
(Umsatzrendite über 2,5 %, Eigenkapitalquote über 10 %).
26 % der Unternehmen hatten vor allem Ertragsprobleme; sie
verfügten zwar über mehr als 10 % Eigenkapital, machten aber zu wenig
Gewinn (0 % bis 2,5 % der Betriebsleistung) bzw. arbeiteten sogar mit
Verlust. Die vorhandenen Ressourcen sollten zum Aufbau
gewinnbringender Attraktivitätsmerkmale genutzt werden.
11 % der Unternehmen erwirtschafteten zwar ausreichende Gewinne
(über 2,5 % der Betriebsleistung), hatten aber zu wenig Eigenkapital
(bis 10 % des Gesamtkapitals) oder das Betriebsvermögen sogar zur
Gänze mit Fremdkapital finanziert. Zur Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit ginge es bei dieser Gruppe vor allem darum, die
Qualität der Finanzierung zu verbessern.
13 % der Unternehmen hatten sowohl Finanzierungs- als auch
Ertragsprobleme. Gewinne zwischen 0 % und 2,5 % bedeuten, dass real
(nach Berücksichtigung der Ertragsteuern und der Geldentwertung)
Substanz verloren geht. Die ohnehin niedrige Eigenkapitalausstattung
(0 % bis 10 %) verschlechtert sich bzw. die Überschuldung wird
größer. Um diese gefährliche Entwicklung zu stoppen, muss die
Erhöhung der nicht entnommenen Gewinne (z. B. durch Verbesserung der
Auslastung, Überprüfung der Kalkulation und Preispolitik) oberste
Priorität haben.
22 % der Unternehmen befanden sich in einer betriebswirtschaftlich
katastrophalen Situation: sie waren überschuldet und konnten die
Kosten nicht decken. In dieser Position sind in der Regel
weitreichende Sanierungsmaßnahmen (Zuführung von Eigenkapital,
Reduzierung der Fixkosten, strategische Neuausrichtung des
Unternehmens etc.) erforderlich.
Im Vergleich zum Jahr 2003/04 hat sich die betriebswirtschaftliche
Position der heimischen KMU verbessert. In den betrachteten 5 Jahren
stieg die Anzahl der Top-Unternehmen um 4%-Punkte (von rd. 12 % auf
rd. 16 %). Gleichzeitig verringerte sich der Anteil der
überschuldeten KMU in der Verlustzone um 2 %-Punkte von (von rd. 24 %
auf rd. 22 %).
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Mag. Peter Voithofer zur Verfügung.
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Rückfragehinweis:
Mag. Peter Voithofer
KMU FORSCHUNG AUSTRIA
Gußhausstr. 8 / Eingang Hoyosg. 5, 1040 Wien
[email protected]
+43 1 5059761
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