- 09.10.2009, 13:45:38
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Vorreiterrolle Österreichs bei Umstellung der Legehennenhaltung
Heimische Frischeierzeuger wollen Märkte zurückgewinnen
Schlierbach/Wien (OTS) - Der Europäische Eiermarkt befindet sich
derzeit im Wandel. Noch stehen 70% aller Legehennen in Käfigen. Doch
mit 01.01.2012 wird es in Europa ein generelles Verbot für diese
Haltungsform geben. Österreich hat mit der bereits mit 01.01.2009
vollzogenen Umstellung eine Vorreiterrolle in Europa inne. "Die
heimischen Eierproduzenten haben sich den Anforderungen gestellt und
produzieren nach den höchsten Qualitäts- und Hygienestandards
Europas. Sie haben damit dem Wunsch der österreichischen Konsumenten
nach alternativ produzierter, regionaler Ware entsprochen. Nun liegt
es an ihnen und am Handel, dies zu honorieren und regionale
Lebensmittel mit fairen Preisen zu belohnen", betonte die
Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft Vertriebs-GmbH
anlässlich des heutigen Welt-Ei-Tages.
Deutschland wiederum hat die Einführung des Käfigverbotes auf
01.01.2010 vorgezogen und befindet sich derzeit mitten in der
Umstellungsphase. Beiden Ländern ist gemeinsam, dass sie durch ihren
Alleingang den Verlust von Marktanteilen in Kauf genommen haben,
wobei dieser in der BRD noch wesentlich gravierender ist als in
Österreich.
Struktur des österreichischen Eiermarktes im Wandel
Seit unser Land vor fünf Jahren definitiv entschieden hat, mit
01.01.2009 das Käfighaltungsverbot einzuführen, haben die heimischen
Eierproduzenten über EUR 100 Mio. in den Ausbau von tiergerechten
Ställen investiert. Derzeit werden in Österreich insgesamt ca. 4,9
Mio. Legehennen gehalten, mit denen 1,4 Mrd. Eier produziert werden.
Davon gelangen 34% als Frischeier und 4% als Jausen- beziehungsweise
Ostereier in den Lebensmitteleinzelhandel, 22% gehen in die
verarbeitende Industrie. Der Löwenanteil von 40% wird in Gastronomie
und Hotellerie verbraucht. Insgesamt stehen derzeit 500.000
Legehennen weniger in Österreichs Ställen als vor dem 01.01.2009.
Hinzu kommt, dass in Deutschland viele Betriebe aufgrund der
Umstellung weg vom herkömmlichen Käfig derzeit nicht in Produktion
stehen und dort laut Europäischer Marketing Agentur GmbH (EMA), Bonn,
sogar ein vorübergehender Engpass droht. Was üblicherweise
Begeisterungsstürme in Österreich auslösen würde, macht zurzeit
jedoch eher besorgt. Denn durch die lebhafte Exporttätigkeit, die
aufgrund des attraktiven Preisniveaus in Deutschland eingesetzt hat,
ist auch in Österreich eine zusätzliche Verknappung an Eiern
vorprogrammiert, berichtet die Frischeier Erzeugergemeinschaft.
Auch in Zukunft an der Spitze Europas
Auch in Zukunft werden die österreichischen Frischeiererzeuger
aber nach höheren Qualitäts- und Tierschutzstandards produzieren als
in anderen europäischen Ländern. Denn in der Alternativhaltung sind
die Anforderungen in Österreich bereits jetzt vergleichsweise hoch.
So sind etwa strengere Tierschutzauflagen einzuhalten als in
Deutschland. In Österreich dürfen in der Bodenhaltung maximal sieben
Hennen pro m2 gehalten werden, in Deutschland müssen sich neun Tiere
den selben Platz teilen. Eine österreichische Freilandhenne hat 8 m2
Auslauffläche zur Verfügung, eine deutsche hingegen nur 4 m2. Weiters
existiert hierzulande ein Schnabelkupierverbot. Besonders strenge
Vorschriften gelten für die Biofreilandhaltung.
Abgesehen von den gesetzlichen Bestimmungen werden derzeit
zusätzlich vom Handel eigene Richtlinien aufgestellt, denen
wesentliche Grundwerte wie die Förderung regionaler
landwirtschaftlicher Strukturen, Umweltschutz, Gentechnikfreiheit,
Tierschutz und Sicherheit gegenüber den Konsumenten zugrunde liegen.
"Die Produzenten sind gerne bereit, sich allen Anforderungen zu
stellen. Sie wünschen sich allerdings, dafür auch fair entlohnt zu
werden, da die Produktion nach hohen Qualitäts-, Umwelt- und
Tierschutzstandards mit Mehrarbeit verbunden ist und die Verwendung
vorgeschriebener Betriebs- und Futtermittel höhere Kosten
verursacht", so die Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft
Vertriebs-GmbH.
Selbstversorgungsgrad halten, Märkte zurückgewinnen
Seit EU-Beitritt Österreichs 1995 und dem Käfighaltungsverbot ist
der Selbstversorgungsgrad auf derzeit circa 65% gesunken. Ein großes
Ziel ist daher, hierzulande eine Trendwende herbeizuführen und den
Selbstversorgungsgrad wieder zu stabilisieren. Dazu sei es allerdings
notwendig, die Landwirte mit fairen Preisen zu motivieren und
zusätzlich in die Erweiterung der österreichischen Eierproduktion zu
investieren, betonten die Frischeierzeuger.
Produktion von Käfigeiern verboten, nicht aber Import
"Seit 01.01.2009 ist zwar die Produktion von Käfigeiern in
Österreich verboten, nicht jedoch deren Import. Der
Lebensmittelhandel hat die Umstellung auf Alternativware bereits in
den letzten Jahren endgültig vollzogen. Gastronomie, Hotellerie und
verarbeitende Industrie versorgen sich derzeit daher großteils noch
mit Käfigware aus dem Ausland. Um diese Märkte zurückzugewinnen, ist
eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Produkte mit Ei-Anteil
unbedingt erforderlich, damit der Konsument eine bewusste
Entscheidung für eine regionale, faire Produktion auf
kleinbäuerlichen Familienbetrieben fällen kann", so die
Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft Vertriebs-GmbH.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft Vertriebs-GmbH
Dipl. Ing. Benjamin Guggenberger, Geschäftsführer
Tel.: 0043 / 1 / 802 14 90; E-Mail: [email protected]
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