• 07.10.2009, 12:22:47
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Prammer: "Soziale Hierarchie beeinflusst immer noch Bildungschancen"

Kuntzl: "Gegen Wiedereinführung der Studiengebühren"

Wien (OTS/SK) - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sprach
anlässlich des 100. Geburtstags von Hertha Firnberg gestern,
Dienstag, im historischen Sitzungssaal des Parlaments zum Thema
"Hertha Firnberg - Reformpolitikerin in einer Zeit der politischen
Öffnung". Prammer betonte, "Hertha Firnberg war eine besondere Frau,
die das Leben vieler Menschen nachhaltig geprägt hat". Auch
SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl nahm im Rahmen der
Festveranstaltung an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Hertha
Firnbergs Vermächtnis: Wissenschafts- und Forschungspolitik für das
21. Jahrhundert" teil. Der Ruf nach der Wiedereinführung von
Studiengebühren werde durch den Massenansturm an den Universitäten
wieder lauter, erklärte Kuntzl. Kuntzl machte klar, dass sie sich
gegen die Wiedereinführung jeglicher Zugangsbeschränkungen verwehre,
denn dies widerspräche ihrer Überzeugung. ****

Das oberste Ziel Firnbergs sei die Erreichung von Chancengleichheit
beim Zugang zu Bildung und Hochschulen gewesen, unabhängig von
Geschlecht und sozialem Status, so die Nationalratspräsidentin.
Prammer machte jedoch darauf aufmerksam, dass "die soziale Hierarchie
immer noch die Bildungschancen und den Bildungsgrad beeinflusst".
Hertha Firnberg bleibe als eine Person in Erinnerung, für die kein
noch so unlösbar scheinendes Problem nicht zu bewältigen gewesen
wäre. Auch Prammer selbst wurde in ihren jungen Jahren durch Hertha
Firnberg geprägt, denn ihre Anstrengung ermöglichte den Frauen und
Mädchen der damaligen Zeit eine universitäre Ausbildung, so Prammer.

Durch Hertha Firnberg wurden die Studiengebühren abgeschafft. Dies
wurde jedoch ohne sozialdemokratische Regierungsbeteiligung sofort
wieder rückgängig gemacht. Auch im Moment werde der Ruf nach der
Abschaffung der Studiengebühren wieder laut. Die Universitäten
beklagten sich auch damals über den "Massenansturm". Sie sei klar
gegen die erneute Einführung von Studiengebühren oder
Zugangsbeschränkungen, so Kuntzl. Die Wissenschaftssprecherin
betonte, "wir brauchen mehr, nicht weniger Studierende in
Österreich". Alles andere entspräche nicht der bildungspolitischen
Überzeugung der Sozialdemokratie, so Kuntzl weiter.

Kuntzl kritisierte ebenfalls das Universitätsrecht aus dem Jahr 2002,
das ohne sozialdemokratische Regierungsbeteiligung eingeführt wurde.
Damals seien bis auf den Senat alle demokratischen
Vertretungsinstitutionen abgeschafft worden. Der Senat sei das
letzte, demokratisch legitimierte, gewählte Organ an den
Universitäten. Die Sozialdemokratie konnte jedoch im Rahmen der
jetzigen UG-Novelle erreichen, dass im Senat nicht mehr eine absolute
Mehrheit der ProfessorInnen herrsche, sondern die Angehörigen des so
genannten Mittelbaus, also wesentliche Leistungsträger an den
Universitäten, in diesem Gremium besser vertreten seien, so Kuntzl.

Chancengleichheit dringend notwendig

Die wichtigsten Leitsätze der damaligen sozialdemokratischen
PolitikerInnen seien Chancengleichheit und die Durchflutung aller
gesellschaftlichen Bereiche mit Demokratie gewesen, so Kuntzl. Ein
freier Zugang zur Hochschulen, vor allem für junge Frauen, sowie eine
Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
österreichischer Hochschulen seien dadurch erreicht worden.

Sie würde sich wünschen, dass die damaligen Anliegen in puncto
Chancengleichheit heutzutage keine aktuellen Probleme mehr
darstellen. Die Wissenschaftssprecherin betonte, sie werde nicht müde
werden, aufzuzeigen, dass "Investitionen in Bildung und Forschung
wesentliche Zukunftsinvestitionen für unser Land sind", so Kuntzl
abschließend. (Schluss) ab

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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