- 07.10.2009, 10:24:39
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Aktion: "Sperrstund is?! Klima-Zeche zahlen"
50 Organisationen fordern Bundesregierung zu Klimaschutz auf
Wien (OTS) - Wien, 7. Oktober 2009 - In einer groß angelegten
Aktion vor dem Finanzministerium in Wien forderten heute mehr als 50
Organisationen der Zivilgesellschaft von der Bundesregierung, ihre
Zeche für die verfehlte österreichische Klimapolitik zu zahlen.
Verlassene Wirtshaustische, leere Gläser und melancholische
Heurigenmusik. In der Aufsehen erregenden Aktion "Sperrstund is?!
Klima-Zeche zahlen" deponierten die Organisationen ihre Forderungen
für die Klimakonferenz in Kopenhagen.
Verantwortung kostet: Die EU ist gefordert jährlich 35 Mrd. Euro für
die internationale Finanzierung von Klimamaßnahmen aufzubringen, für
Österreich bedeutet das rund 800 Millionen Euro pro Jahr. Jede der
teilnehmenden Organisationen spießte symbolisch vor dem
Finanzministerium einen Rechnungszettel auf, um einzelne Klimaschäden
in Rechnung zu stellen, etwa den Verlust von fruchtbarem Ackerland,
die massive Ausbreitung von Tropenkrankheiten, das Abschmelzen der
Gletscher und die immer häufigeren Überflutungen.
Österreichs Zivilgesellschaft fordert Schutz für die Betroffenen: Die
Hauptverursacher - die Industrieländer - haben viele Jahrzehnte
Treibhausgase "gezecht", daher ist es nur fair, wenn sie nun auch für
die Kosten, die der Klimawandel bereits jetzt verursacht, aufkommen.
Österreich muss seinen gerechten Beitrag leisten.
Menschen in Entwicklungsländern haben kaum etwas zur Verursachung des
Klimawandels beigetragen, trotzdem treffen sie die dramatischen
Folgen schon jetzt am härtesten. Während auf den Philippinen
Hurrikans für Flutkatastrophen sorgen, herrscht in weiten Teilen
Indiens Dürre. Studien beweisen, dass der Anstieg der Wetterextreme
die Spirale der Armut weiter nach unten dreht. Die Verletzlichkeit
der Menschen steigt nach jeder Katastrophe weiter an. Die Zeit, die
die Menschen brauchen, um sich von einem Klimaschock zu erholen, wird
immer länger. Tritt bereits in diesen Erholungsphasen ein neues
Extremereignis ein, so trifft es die Menschen noch schutzloser als
beim letzten Mal.
Die beiden Granden der "neuen Wiener(lied)szene", Birgit Denk und
Matthias Kempf, haben der Aktion ihre Stimme geliehen und das
gleichnamige Lied von Hans Moser zum Besten gegeben. "Sperrstund is?!
Jetzt ist Zahltag für uns Klimasünder", bringt es die Wiener
Szenegröße Birgit Denk auf den Punkt. "Hundert Menschen aus Äthiopien
blasen gerade einmal soviel Kohlendioxid in die Luft wie ein
Österreicher oder eine Österreicherin! Für diese Ungerechtigkeit
müssen wir die Verantwortung tragen und unseren Teil der Zeche
übernehmen. Und: es brennt der Hut: Jeder Tag an dem wir nicht
handeln, fordert neue Opfer!" Der zweite Teil des Duos, das für die
musikalische Untermalung der Aktion sorgte - der Wienerliedpoet
Matthias Kempf, fordert mit Nachdruck: "Wir haben unser Ständchen
heute ja quasi vor einem Millionenpublikum zum Besten gegeben. Die 50
NGOs vertreten ein breites Spektrum der österreichischen Bevölkerung
- und die ist besorgt. Gemeinsam fordern wir: "Österreich darf nicht
zum 'Klima-Zechpreller' werden!"
In den UN-Klimaverhandlungen - zuletzt im Bali-Action Plan - wurde
die Verantwortung der Industrieländer zur Finanzierung von Anpassung
und Reduktion bereits festgelegt und vereinbart. Ausgeblieben sind
bisher Konkretisierungen dieser Verantwortlichkeit. Nur durch
verbindliche Zusagen von Finanzmitteln können die derzeit stockenden
Klimaverhandlungen wieder an Dynamik gewinnen und im Dezember auf der
Klimakonferenz in Kopenhagen zu einem neuen, nachhaltigen
Klimaabkommen führen. Die Allianz für Klimagerechtigkeit und die sie
unterstützenden Organisationen fordern die österreichische
Bundesregierung auf, ein klares Bekenntnis zur Klimafinanzierung zu
geben und damit andere Industriestaaten zu ähnlichem Handeln zu
motivieren. Einigkeit herrscht bei den 50 Organisationen auch, dass
es sich um zusätzliche Mittel handeln muss. Bereits zugesagte Mittel
für Armutsbekämpfung umzuschichten wäre der Gipfel westlichen
Zynismus.
Hintergrundinfos und Fotomaterial auf:
www.klima-allianz.at
Liste der teilnehmenden Organisationen:
Afroasiatisches Institut Wien
AG Globale Verantwortung
Ärzte und Ärztinnen für eine gesunde Umwelt
CARE Österreich
DKWE Salzburg
Enchada -Katholische Jugend
FairÄnderungs-Team der katholischen Jugend St. Pölten
Fair Share
Fairtrade Österreich
Fastenaktion St. Pölten
FIAN - Food First Information Action Network, Sektion Österreich
GLOBAL 2000
Greenpeace CEE
Guatemala Solidarität
HORIZONT3000
IG Passivhaus
Jugend eine Welt
Jugend-Umwelt-Netzwerk
Katholische Jugend Wien
Katholische Jungschar St. Pölten
Katholische Jungschar Österreich
Katholische Aktion St. Pölten
Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung St. Pölten
Katholisch Frauenbewegung Wien
Katholisch Frauenbewegung Österreich
Katholische Hochschulgemeinde Wien
Klimabündnis
Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für
Entwicklung und Mission / Kampagne "Klima fair bessern!"
Licht für die Welt - Christoffel Entwicklungszusammenarbeit
Naturfreunde Internationale
Naturfreunde Österreich
Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit der Diözese Vorarlberg
Ökobüro - Koordinationsstelle österreichischer Umweltorganisationen
OMEGA/IPPNW Austria
Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung
Österreichische Bergbauern- und Bäuerinnen Vereinigung - Via
Campesina Austria
Pfarre Purgstall
respect - Institut für integrativen Tourismus und Entwicklung
SPES-Zukunftsakademie Schlierbach
Steyler Missionare
Umweltbeauftragte evangelischen Kirchen
Internationaler Versöhnungsbund - Österreichischer Zweig
Welthaus St. Pölten
Welthaus Innsbruck
Welthaus Österreich
Weltumspannend Arbeiten - ÖGB
WIDE - Women in Development
World Vision Österreich
WWF Österreich
Die Allianz für Klimagerechtigkeit dient als dauerhafte
Themenplattform österreichischer Nichtregierungsorganisationen
(NROs), die in den Bereichen Umwelt, Entwicklungs?zusammenarbeit
(EZA), Soziales und Humanitäre Hilfe tätig sind. Sie setzt sich für
mehr Klimaschutz in Österreich und für internationale
Klimagerechtigkeit ein und will Bewusstsein für den Zusammenhang
zwischen Klima und Entwicklung bei der breiten Öffentlichkeit,
MeinungsbildnerInnen, Behörden und EntscheidungsträgerInnen schaffen.
Rückfragehinweis:
Rückfragen bitte an: Mag. Christian Herret, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, T: 01-4810991-41, M:0676-880111071; Email: [email protected].
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