• 05.10.2009, 11:10:31
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Ärztearbeitszeiten: Korosec offensichtlich falsch informiert

Schon derzeit bis zu 60 Stunden pro Woche in den KAV-Spitälern - Ärztekammer kritisiert "Äpfel mit Birnen"-Vergleich

Wien (OTS) - Als "skandalös" bezeichnete der Obmann der Kurie
angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Thomas
Szekeres, die jüngsten Aussagen von ÖVP-Wien-Gesundheitssprecherin
Ingrid Korosec, wonach Ärztinnen und Ärzte in den Wiener
KAV-Spitälern "das Skalpell um 13.00 Uhr auf die Seite" legen würden.

"Frau Korosec wäre gut beraten, sich vor Verschicken einer
Presseaussendung genauer zu informieren. Hätte Sie das im
gegenständlichen Fall getan, dann wäre ihr aufgefallen, dass derzeit
bereits viele Operationen außerhalb der Kernarbeitszeit durchgeführt
werden", so Szekeres. Die durchschnittliche Arbeitszeit betrage für
die Ärztinnen und Ärzte in den KAV-Häusern bis zu 60 Stunden pro
Woche.

Eine lückenlose Bespielung aller Operationssäle bis 18.00 Uhr bedinge
entweder mehr Personal oder ärztliche Dienste, die weit über 60
Wochenstunden liegen würden. Szekeres: "Korosec kann doch nicht allen
Ernstes die regelmäßige Übertretung des
Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes öffentlich verlangen." Eine
weitere Ausdehnung der ärztlichen Dienste wäre sicher auch nicht im
Interesse der Patienten, die ein Anrecht darauf hätten, ausgeruhte
und konzentrierte Ärztinnen und Ärzte am OP-Tisch vorzufinden.

Kritik übt Szekeres auch an dem von Korosec vorgebrachten Vergleich
der KAV-Spitäler mit den Ordensspitälern der Vinzenz-Gruppe. Hier
würden "Äpfel mit Birnen" verglichen. Denn: "Die jeweilige
Ausgangslage ist komplett verschieden, sowohl was den
Versorgungsauftrag als auch das jeweilige Tätigkeitsprofil betrifft."
Private Anbieter wie die Spitäler der Vinzenz-Gruppe suchten sich
ausschließlich lukrative Risiken aus, "während die schweren und
teuren Fälle nur allzu gerne in die öffentlichen Spitäler abgeschoben
werden". Damit aber würde auch ein Vergleich der Kernarbeitszeiten
ins Leere laufen.

Szekeres weist zudem darauf hin, dass aufgrund der gesetzlichen
Bestimmungen es KAV-Ärzten verboten ist, Kassenordinationen nebenbei
zu betreiben. In den Ordensspitälern sei dies nicht nur erlaubt,
sondern werde sogar gewünscht und vorausgesetzt.

KAV-Ärzte, die sich zur Gänze den Patienten ihres Spitals widmen,
hätten es sich nicht verdient, von der ÖVP-Gesundheitssprecherin
sinngemäß als Arbeitsverweigerer in der Öffentlichkeit dargestellt zu
werden, so Szekeres abschließend. (hpp)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at

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