Seniorenkongress VI - Experten sind sich einig: Die alten Senioren-Klischees gelten längst nicht mehr

Dr. Angelika Kofler, Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland und Univ.-Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehener beim 4. Österr. Seniorenkongress

Salzburg (OTS) - Mehr als 250 Seniorinnen und Senioren sind heute nach Salzburg gekommen, um mit den Mitgliedern der "Denkwerkstatt des Österreichischen Seniorenbundes" zu diskutieren. "Die Stimmung war den ganzen Tag über so gut - wir wollten gar nicht mehr aufhören zu diskutieren und nehmen viele wichtige Anregungen und Ideen mit in unsere Arbeit", freut sich Dr. Andreas Khol, erst gestern mit einem Votum von 100 % in seiner Funktion bestätigter Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und selbst Leiter des heutigen Arbeitskreises zur christlich geprägten Leitkultur.

Dr. Angelika Kofler, Leiterin der Abteilung Sozialforschung bei Fessel GfK Austria, lieferte zu allen Arbeitskreisen die neuesten Meinungsforschungsergebnisse. (Die entsprechenden Punkte finden Sie bereits in unseren heutigen Aussendungen zu den 5 Arbeitskreisen bei unserem heutigen Kongress.) Am Nachmittag sprang sie dankenswerter Weise für den erkrankten Prof. Dr. Bretschneider ein und berichtete aus den Arbeitskreisen.

Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland, übermittelte aufgrund einer terminlichen Verhinderung seine Botschaft per Video: "Ältere werden oft als Last betrachtet - vor allem für die Sozialsysteme, anstatt sie als Humanvermögen, als Gewinn zu betrachten. Das erhöht die Verletzlichkeit der Alten. Daher muss es dringend mehr Anerkennung für diese Bevölkerungsgruppe geben."

Die am Seniorenkongress schon im Titel geforderte "Selbstbestimmung" dürfe keine Selbstbestimmung zum Selbstzweck sein, sondern müsse eine "mit Sozialbezug" sein.

"Alter bedeutet späte Freiheit. Doch Freiheit kann auch ein Ruhekissen sein. Wir jedoch wollen die aktive Freiheit, das Recht auf die freie Gestaltung. Alter ist Freiheit - aber Alter ist nichts für Feiglinge", so Kolland.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehner, der schon am Vormittag aufmerksam der Diskussion in Arbeitskreis 5 gefolgt war, hielt fest:
"Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit" seien jene drei wichtigsten Worte, die er aus dem heutigen Seniorenkongress mitnehme. "Man sollte den Sozialstaat lieber rechtzeitig umbauen, damit er morgen noch leistungskräftig ist und die Sorgen der Menschen auf vielen Schultern verteilt werden kann. Mann muss wissen, dass Freiheit immer auch Verantwortung bedeutet." Und die schwierige Aufgabe der Wahrheitsfindung dürfe man im Alter nicht ausblenden: "Wenn zwei Kulturen aufeinander treffen, bleiben sie nicht statisch - sie bewegen sich" erklärt Zulehner, der in seiner Motivforschung 2008 feststellte, dass Religion zuletzt immer politischer wurde.

Ausführlich stellte Zulehner die vier Möglichkeiten des Miteinander in einer Gesellschaft vor: "Aufsaugen", "Getthoisierung", "Friedliches Miteinander" und das "Dynamische Konzept". Letzteres "sollte man mutig ausprobieren. Aufbauend auf einer "geschützten" christlich geprägten Leitkultur könne man ruhig den Mut finden, auf andere zuzugehen", findet Zulehner versöhnliche Worte zum Abschluss des Seniorenkongresses.

Bretschneider, Kolland und Zulehner sind Mitglieder der 2005 von Dr. Andreas Khol gegründeten "Denkwerkstatt des Österreichischen Seniorenbundes".

Die Ergebnisse der Arbeit der "Denkwerkstatt des Österreichischen Seniorenbundes" werden in den kommenden Wochen um die Diskussionsbeiträge des heutigen Tages ergänzt, und schließlich bis Jahresende gemeinsam mit den Ergebnissen der "Seniorenstudie 2009" in einem zweiten Buch der "Denkwerkstatt" publiziert.

Details zu Inhalten und Fotos finden Sie auf www.seniorenbund.at .

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