• 01.10.2009, 16:58:35
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Seniorenkongress VI - Experten sind sich einig: Die alten Senioren-Klischees gelten längst nicht mehr

Dr. Angelika Kofler, Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland und Univ.-Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehener beim 4. Österr. Seniorenkongress

Salzburg (OTS) - Mehr als 250 Seniorinnen und Senioren sind heute
nach Salzburg gekommen, um mit den Mitgliedern der "Denkwerkstatt des
Österreichischen Seniorenbundes" zu diskutieren. "Die Stimmung war
den ganzen Tag über so gut - wir wollten gar nicht mehr aufhören zu
diskutieren und nehmen viele wichtige Anregungen und Ideen mit in
unsere Arbeit", freut sich Dr. Andreas Khol, erst gestern mit einem
Votum von 100 % in seiner Funktion bestätigter Bundesobmann des
Österreichischen Seniorenbundes und selbst Leiter des heutigen
Arbeitskreises zur christlich geprägten Leitkultur.

Dr. Angelika Kofler, Leiterin der Abteilung Sozialforschung bei
Fessel GfK Austria, lieferte zu allen Arbeitskreisen die neuesten
Meinungsforschungsergebnisse. (Die entsprechenden Punkte finden Sie
bereits in unseren heutigen Aussendungen zu den 5 Arbeitskreisen bei
unserem heutigen Kongress.) Am Nachmittag sprang sie dankenswerter
Weise für den erkrankten Prof. Dr. Bretschneider ein und berichtete
aus den Arbeitskreisen.

Univ.-Prof. Dr. Franz Kolland, übermittelte aufgrund einer
terminlichen Verhinderung seine Botschaft per Video: "Ältere werden
oft als Last betrachtet - vor allem für die Sozialsysteme, anstatt
sie als Humanvermögen, als Gewinn zu betrachten. Das erhöht die
Verletzlichkeit der Alten. Daher muss es dringend mehr Anerkennung
für diese Bevölkerungsgruppe geben."

Die am Seniorenkongress schon im Titel geforderte
"Selbstbestimmung" dürfe keine Selbstbestimmung zum Selbstzweck sein,
sondern müsse eine "mit Sozialbezug" sein.

"Alter bedeutet späte Freiheit. Doch Freiheit kann auch ein
Ruhekissen sein. Wir jedoch wollen die aktive Freiheit, das Recht auf
die freie Gestaltung. Alter ist Freiheit - aber Alter ist nichts für
Feiglinge", so Kolland.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Paul M. Zulehner, der schon am Vormittag
aufmerksam der Diskussion in Arbeitskreis 5 gefolgt war, hielt fest:
"Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit" seien jene drei wichtigsten
Worte, die er aus dem heutigen Seniorenkongress mitnehme. "Man sollte
den Sozialstaat lieber rechtzeitig umbauen, damit er morgen noch
leistungskräftig ist und die Sorgen der Menschen auf vielen Schultern
verteilt werden kann. Mann muss wissen, dass Freiheit immer auch
Verantwortung bedeutet." Und die schwierige Aufgabe der
Wahrheitsfindung dürfe man im Alter nicht ausblenden: "Wenn zwei
Kulturen aufeinander treffen, bleiben sie nicht statisch - sie
bewegen sich" erklärt Zulehner, der in seiner Motivforschung 2008
feststellte, dass Religion zuletzt immer politischer wurde.

Ausführlich stellte Zulehner die vier Möglichkeiten des Miteinander
in einer Gesellschaft vor: "Aufsaugen", "Getthoisierung",
"Friedliches Miteinander" und das "Dynamische Konzept". Letzteres
"sollte man mutig ausprobieren. Aufbauend auf einer "geschützten"
christlich geprägten Leitkultur könne man ruhig den Mut finden, auf
andere zuzugehen", findet Zulehner versöhnliche Worte zum Abschluss
des Seniorenkongresses.

Bretschneider, Kolland und Zulehner sind Mitglieder der 2005 von
Dr. Andreas Khol gegründeten "Denkwerkstatt des Österreichischen
Seniorenbundes".

Die Ergebnisse der Arbeit der "Denkwerkstatt des Österreichischen
Seniorenbundes" werden in den kommenden Wochen um die
Diskussionsbeiträge des heutigen Tages ergänzt, und schließlich bis
Jahresende gemeinsam mit den Ergebnissen der "Seniorenstudie 2009" in
einem zweiten Buch der "Denkwerkstatt" publiziert.

Details zu Inhalten und Fotos finden Sie auf www.seniorenbund.at .

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
Susanne Kofler
0650-581-78-82
[email protected]

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