Steinhauser: Internetsperren bei Kinderpornograhie führen nicht zum Erfolg

Schwerpunkt muss auf Interventionen bei Serverbetreibern liegen

Wien (OTS) - "Die Sperre von Internetseiten im Kampf gegen Kinderpornografie werden nichts bringen. Das zeigen Beispiele aus anderen Staaten", befürchtet Albert Steinhauser, Justizsprecher der Grünen, in Reaktion zu den heute bekannt gewordenen Plänen des Justizministeriums. Internetsperren lassen sich leicht umgehen. Mit einer solchen Sperre wird die Internetseite nur wie mit einem Vorhang verhängt, der kriminelle Inhalt bleibt aber online verfügbar und für die Pädophilenszene über die entsprechende IP-Adresse direkt abrufbar. "Es braucht effiziente Maßnahmen gegen Kinderpornografie im Internet, keine Ho-Ruck-Aktionen, die nichts bringen. Sinnvoller sind Interventionen bei den Serverbetreibern, was meist binnen Stunden zu einer kompletten Abschaltung und Löschung der Seiten führt. Steinhauser fordert weiters ein entschiedenes Vorgehen gegen die Produzenten von Kinderpornografie. "Durch gute Polizeiarbeit kann die Verursachung weiteren Leides durch fortgesetzten Missbrauch am effizientesten bekämpft werden", sagte Steinhauser.

Der Justizsprecher der Grünen sieht bei der Einrichtung von Internetsperren auch die Gefahr, dass unter dem Vorwand des Kampfes gegen Kinderpornographie der Zensur im Internet "Tür und Tor" geöffnet wird. Bereits jetzt fordern etwa Vertreter der Musikindustrie Internetsperren gegen Tauschbörsen.

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