- 30.09.2009, 13:13:59
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LR Kaiser: Ausländische Drogendealer nach Haftstrafe abschieben
Gesundheitslandesrat fordert Ausstieg aus kleinem Glücksspiel und verschärft Kampf gegen alle Arten von Sucht
Klagenfurt (LPD) - Anlässlich der heutigen Sitzung des Kärntner
Suchtbeirates präsentierte Gesundheitsreferent LR Peter Kaiser ein
Maßnahmenpaket, um die zunehmende Suchtproblematik stärker zu
bekämpfen. Neben einem eigenen Kooperationsleitfaden, der die
Zusammenarbeit von Drogeneinrichtungen und der Jugendwohlfahrt im
Bereich illegaler suchtkranker Eltern und deren Kinder klar regelt,
forderte Kaiser einmal mehr den Ausstieg aus dem Kleinen Glücksspiel
und die Abschiebung ausländischer verurteilter Drogendealer und
Händler nach abgesessener Haftstrafe. Kritik übte Kaiser auch an den
beabsichtigten linearen Einsparungen im Gesundheitsbereich. "In
diesem Bereich, und dazu gehört auch der Umgang mit der Sucht und der
Prävention, wäre das ein riesiger Rückschritt, der die zukünftigen
Kosten dafür gewaltig ansteigen lassen würde".
"2008 gab es 1.156 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz, heuer ist
ein Anstieg auf 1.300 zu erwarten. Dabei ist eine klare Zunahme von
schwarzafrikanischen Drogendealern unübersehbar, die nach der
'Ameisentaktik' arbeiten, also viele Dealer, die nur mit kleinen
Mengen an Drogen arbeiten und deswegen nur ein geringes Strafausmaß
zu erwarten haben", sagte Kaiser. Mit seiner Forderung nach deren
Abschiebung nach Ende der Haftstrafe will er die Bevölkerung, allen
voran Kinder und Jugendlichen besser schützen.
Aufgrund der Tatsache, dass ein Drittel aller illegaler
Suchtkranken bereits Eltern seien, präsentierte Kaiser gemeinsam mit
dem Leiter der Abteilung für Neurologie und Psychiatrie des Kindes-
und Jugendalters im LKH Klagenfurt, Wolfgang Wladika, einen
Kooperationsleitfaden, der die Zusammenarbeit von Drogeneinrichtungen
und der Jugendwohlfahrt in diesem sensiblen Bereich klar regelt.
"Ziel dieses Leitfadens ist es, das Wohl der Kinder in den
Mittelpunkt zu stellen und zu gewährleisten, dass sie in einem
familiären Umfeld gesund aufwachsen können", erklärt Wladika.
Der Leitfaden beinhaltet eine genaue Vorgehensweise, wie
vorzugehen ist. Beispielsweise werden suchtkranke Schwangere bereits
vor der Geburt über die Auswirkungen ihres Konsums auf das Ungeborene
informiert und Unterstützung und Beratung angeboten. "Der Leitfaden
schreibt aber auch fest, wie zu verfahren ist, wenn das Wohl des
Kindes durch Verwahrlosung, Gewalt oder Rückfall nicht mehr gegeben
ist", so Wladika.
Auch dem vermehrten und äußerst gefährlichen Drogen-Mischkonsum und
der Tatsache, dass 60 Prozent der Konsumenten illegaler Drogen mit
Hepatitis C infiziert sind, will Kaiser mit einer eigenen
Arbeitsgruppe, die geeignete Maßnahmen erarbeiten wird, noch stärker
zu Leibe rücken.
Weiters fordert Kaiser den Ausstieg aus dem Kleinen Glücksspiel. "Es
wurde 1997 in Kärnten legalisiert, als es kaum Spielsüchtige gab.
Heute steht Kärnten mit über 1.000 Registrierten und einer x-fach
höheren Dunkelziffer an der Spitze der Bundesländer", erklärte
Kaiser. Zudem seien 40 Prozent der Spielsüchtigen auch von anderen
Substanzen abhängig, weitere 15 Prozent suizidgefährdet und allen
gemeinsam sei ein hoher Verschuldungsgrad. Im Auftrag des
Gesundheitslandesrates wird mit der Diakonie Waiern, unter der
Führung von Primarius Hubert Scholz, gerade an der Umsetzung eines
wohnortnahen Behandlungs- und Betreuungsangebot für pathologische
Spieler gearbeitet, das 2010 starten soll.
Kaiser berichtete auch über bereits beschlossene und umgesetzte
Maßnahmen. So werden die geplanten zehn Drogen-Akutbetten am LKH
Klagenfurt nun im Rahmen des Regionalen Strukturplanes Gesundheit
verbindlich festgeschrieben. Ausgeweitet wird das
Drogenambulanz-Netz. Die neue Ambulanz in Völkermarkt hat ihre Arbeit
bereits aufgenommen, jene in Spittal wird noch in diesem Jahr folgen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
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