• 30.09.2009, 11:11:42
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WWF: Lechtal ist Sündenfall der Tiroler Naturschutzpolitik

Landes"Naturschutz"referent Gschwentner wirft Tiroler Naturschutz um Jahrzehnte zurück

Innsbruck (OTS) - Der WWF bekräftigt seine Kritik am Ausbau des
umstrittenen Kraftwerkes Spullersee. Durch die Nutzung der Zuflüsse
des Lech, und die Umleitung ihrer Wasser in den Kraftwerksstausee,
kommt es zu einer inakzeptablen Beeinträchtigung des unter Natura
2000 - Schutz stehenden Wildflussgebietes Lech. "Dieser Tabubruch,
den Lech und seine Zuflüsse für den Kraftwerksbau freizugeben, stellt
für uns einen bislang unvorstellbaren Kniefall vor der
Kraftwerkslobby dar. Die Zerstörung des letzten Wildflusses der
Nordalpen mit Klimaschutz zu rechtfertigen ist eine
naturschutzpolitische Entgleisung", so Nicole Schreyer vom WWF
Alpenprogramm empört. Der WWF wird noch heute die EU-Kommission sowie
alle nationalen und internationalen Naturschutzverbände über die
Vorgänge am Lech informieren. In einem verordneten Schutzgebiet, in
dem das Schutzgut das Flussökosystem selbst ist, darf der
Wasserhaushalt nicht durch Kraftwerke verändert werden, stellt der
WWF klar.

Die Parteikollegin von Landesrat Gschwentner, die damalige
Naturschutzlandesrätin Christa Gangl, hat im Jahr 1999 in einer
richtungsweisenden Entscheidung den Tiroler Energieversorgern die
Zerstörung des Tiroler Lech durch das Kraftwerk Streimbach verwehrt.
"Nun wird für einen privaten Energieversorger in Vorarlberg möglich
gemacht, was den Tirolern untersagt wurde", erklärt Schreyer. Obwohl
auch diesmal das naturschutzfachliche Gutachten ablehnend war, wurde
dennoch genehmigt. "Mit haarsträubenden Argumenten unter dem
Deckmantel des Klimaschutzes werden Tirol bedeutendste Naturschätze
preisgegeben. Von einem Naturschutzlandesrat erwarten wir uns, dass
er die Interessen des Naturschutzes vertritt, statt vor der
Kraftwerkslobby in die Knie zu gehen", kritisiert sie.

Der von der ÖBB Bau AG geplante Ausbau des Wasserkraftwerks
Spullersee, wirkt sich negativ auf die beiden Natura 2000-Gebiete
Tiroler Lech und die europaweit bedeutenden Bergwälder des
Vorarlberger Klostertales aus. Gemäß den EU-Naturschutzrichtlinien
ist in Natura 2000-Gebieten jegliche Verschlechterung ihrer
Schutzgüter verboten.

Im Rahmen eines ambitionierten EU-LIFE-Projekts wurden bislang 7,8
Millionen Euro in groß angelegte Renaturierungsmaßnahmen und
Artenschutzprogramme des Tiroler Lech investiert. "Es ist einfach
grotesk, den Lech unten im Tal um viel Geld zu sanieren, und oben an
seinen Wurzeln zu kastrieren", betont Schreyer.

Die einzigartige Natur des Lechtales ist das größte Kapital der
Region. Durch Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Naturpark Lech hat
sich die gesamte Region in den vergangenen Jahren positiv entwickelt.
Alle diese Anstrengungen würden durch Projekte wie das KW Spullersee
mit einem Schlag in Frage gestellt, so der WWF.

Der WWF fordert einen Stopp aller Kraftwerkspläne im gesamten
Einzugsgebiet des Lech und einen dauerhaften und effizienten Schutz
des letzten Wildflusssystems der Nordalpen.

Petition für den Österreich weiten Schutz der letzten Flüsse und
Bäche auf: www.fluesse-voller-leben.at/petition

Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203.
Christoph Walder, WWF-Kampagne Flüsse voller Leben, Tel. 0676/92 55 430

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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