Becher: Grassers Buwog-Deal ist ein einzigartiger Kriminalfall

Schlimmste Erwartungen der SPÖ bei Verschleuderung der Bundeswohnungen werden weit übertroffen

Wien (SK) - "Die schlimmen Befürchtungen, die die SPÖ schon anlässlich der dubiosen Begleitumstände rund um den Buwog-Verkauf öffentlich äußerte, wurden angesichts der jüngsten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien leider noch übertroffen", zeigte sich SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher nach dem Bekanntwerden der Buwog-Affäre gegenüber dem SPÖ-Pressedienst entsetzt. ****

"Ich habe bereits im Juni 2003, zu einem Zeitpunkt als die dubiosen Machenschaften rund um den damaligen Finanzminister Grasser gerade erst bekannt wurden, gefragt, wer eigentlich einen Vorteil aus dem Verkauf der Buwog-Wohnungen ziehe - heute wissen wir es", so die SPÖ- Abgeordnete zu dem aktuellen Medienberichten rund um den Buwog-Kriminalfall. "Es ist offensichtlich, dass ein kleiner Kreis um Karl-Heinz Grasser den Verkauf von bundeseigenen Wohnungen dazu nutzte, um abenteuerliche Zahlungen, welcher Art auch immer, zu lukrieren", führte Becher weiter aus.

Nicht nur die SPÖ kritisierte übrigens damals die Verschleuderung von Bundeseigentum, sondern auch für den Rechnungshof war die unwirtschaftliche Veräußerung der Wohnungen in seinem diesbezüglichen Wahrnehmungsbericht nicht nachvollziehbar. "Und wenn man sich in Erinnerung ruft, dass der faktische Verkaufspreis von rund 850 Millionen Euro weit unter dem realen Wert lag, den Grasser selbst mit etwa 2,5 Milliarden Euro bezifferte, wird verständlich, weshalb derart hohe Zahlungen an verschiedene Bekannte und Freunde Grassers fließen konnten", ergänzte Becher.

Wie verschiedene Printmedien in den letzten Tagen berichteten, flossen im Rahmen des Buwog-Deals nicht nur Beratungshonorare über rund 10,9 Millionen Euro an das sich inzwischen in Konkurs befindende US-Unternehmen Lehman Brothers, sondern auch zumindest 9,6 Millionen Euro an "Vermittlungsprovisionen" an (teils ehemalige)engste persönliche Freunde Grassers.

"Es steht jedenfalls fest, dass sich der Buwog-Deal wie befürchtet zu einem veritablen Kriminalfall entwickelt. Jetzt ist jedenfalls die Staatsanwaltschaft am Zug", schloss SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher. (Schluss) mw/cv

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