- 24.09.2009, 09:30:12
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Erstberatung bei Anwälten und Notaren: Guter Rat kostet
"Konsument": Kostenlose Beratung hilfreich zur Orientierung, für mehr aber nicht.
Wien (OTS/VKI) - Acht zufällig ausgewählte Rechtsanwälte und vier
Notare wurden darum gebeten, ihre juristische Meinung zu einem
vorgelegten - mit offensichtlichen Fehlern versehenen -
Immobilienkaufvertrag abzugeben. Prüfkriterien waren, ob es ein
kostenloses Erstgespräch gibt, wie weit auf die grundlegenden
Probleme des Vertrages eingegangen wurde, wie das Gespräch ablief und
ob zu kostenpflichtigen Leistungen gedrängt wurde. Gesamt fiel die
Leistung in der Hälfte der Fälle "gut" bzw. "sehr gut" aus. Dennoch
lautet das Fazit: Wer wirkliche juristische Begleitung braucht, kommt
um den Griff in die Geldbörse nicht herum.
Erwartet wurde keine verbindliche Vertragsprüfung. Aufgrund der
offensichtlichen Fehler sollten aber zumindest Hinweise gegeben
werden, ob der Vertrag in dieser Form tauglich ist. Das wurde im
Großen und Ganzen erfüllt. Einige Kanzleien gaben sogar Tipps und
Ratschläge, die über den Vertrag hinausgingen. In zwei Fällen gab es
beim Erstkontakt am Telefon hingegen gar keine Auskunft, darunter ein
Notar, der den Vertrag im Detail nur für 2.400 Euro prüfen wollte.
"Das widerspricht der Verpflichtung von Notaren zu kostenlosen
Erstgesprächen", kritisiert "Konsument"-Projektleiter Bernd
Lausecker. "Bei Rechtsanwälten ist das hingegen nur dann möglich,
wenn es ausdrücklich so vereinbart wurde."
Kostenpflichtige Leistungen boten die Kanzleien korrekterweise als
zusätzlichen Service an. Lediglich in zwei Fällen fühlten sich die
Tester gedrängt. In keinem Fall erwähnt wurde aber das Servicepaket
"Haus- und Wohnungs-Check" der Rechtsanwaltskammer. Dieses beinhaltet
um 120 Euro Beratung zu grundlegenden Fragen zu Haus- und
Wohnungskauf. Bei den stattdessen gelegten Angeboten schwankten die
Preise erheblich zwischen 2.000 und 6.000 Euro. "Wer keine böse
Überraschung erleben möchte, klärt vorab Kosten und Art der
Berechnung - und vergleicht. Pauschalhonorare sind zwar nicht immer
die billigste Variante, sorgen aber für eine verbindliche
Obergrenze", rät Lausecker abschließend.
Alle Details zum Test und Tipps für Immobilienverträge gibt es im
Oktober-"Konsument" und im Internet unter www.konsument.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:amorawetz@vki.at
www.konsument.at
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