- 23.09.2009, 17:05:19
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FPÖ-Karlsböck: Misstrauensantrag: "Blaue Karte" für BM Stöger
Wien (OTS) - "Die FPÖ wird den Misstrauensantrag gegen
SP-Gesundheitsminister Stöger nicht unterstützen, hält ihn aber
weiter unter strenger Beobachtung", sagte heute der freiheitliche
Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck. Mit seiner bisherigen
Amtsführung habe sich Stöger zwar noch nicht das Misstrauen der FPÖ
verdient, müsse jedoch mit einer "Blauen Karte" verwarnt werden, so
Karlsböck.
Stöger sei die notwendige Gesundheitsreform mehr als Moderator, denn
als Gestalter angegangen, was sich auch darin manifestiere, dass die
wirklich heiklen Themen - wie etwa eine Strukturreform -
ausgeklammert seien, kritisierte Karlsböck. "Ich warte darauf, dass
Stöger einmal auf den Tisch haut", als Gesundheitsminister müsse er
Leadership zeigen, forderte Karlsböck.
Weiters sei Stöger säumig, die Gesundheitsversorgung der Österreicher
auf den neuersten Stand zu bringen. Es stimme einfach nicht, dass die
Österreicher die bestmögliche Versorgung erhalten würden, zeigte
Karlsböck auf. In Sachen Pneumokokken-Impfung sei Österreich genauso
Entwicklungsland wie bei der Versorgung der steigenden Zahl von
Diabetes-Patienten.
Es sei ein medizinischer Skandal, dass Kindern in Österreich noch
immer die lebensrettende Pneumokokken-Impfung verweigert werde,
während in allen anderen EU-Ländern diese Impfung Standard sei,
kritisierte Karlsböck, der schon alleine dafür Stöger die "Blaue
Karte" zeigt. Ein weiterer medizinischer Skandal zeichne sich bei
Diabetes-Patienten ab. Österreich sei bei diabetesbedingten
Fußamputationen im europäischen Spitzenfeld. "Das ist medizinisches
Mittelalter", so Karlsböck, der Stöger dringend aufforderte hier
endlich tätig zu werden.
Die "Blaue Karte" habe sich Stöger ehrlich verdient, konstatierte
Karlsböck, der dem Gesundheitsminister jedoch noch eine letzte Chance
geben will sich im Interesse der Österreicher zu bessern. "Stöger
muss kantiger werden und die Interessen der im Gesundheitswesen
tätigen Personen genau so vertreten wie die Interessen der
Patienten", so Karlsböck. "Agieren, statt moderieren", müsse die
Devise Stögers sein, sonst drohte ihm die Disqualifikation, schloss
der FPÖ-Ärztesprecher.
Rückfragehinweis:
FPÖ
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