- 23.09.2009, 09:58:26
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Klimawandel im Grazer Rathaus
Graz (OTS) - Bürgermeister Nagl stellte sich noch im Februar gegen
das KW Gössendorf, wie in einer offiziellen Stellungnahme nachzulesen
ist. Die Leistung sei zu klein - ökologische Auswirkungen zu groß.
Murkraftwerke können nur einen marginalen Beitrag zu Luftreinhaltung
und Klimaschutz liefern. Die Wasserkraft treibt uns weiter in die
Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Alternativen hätten für
Nagl und die Stadt Graz Priorität. Der aktuelle Meinungsumschwung des
Bürgermeisters ist nicht nachvollziehbar und erfordert
Erklärungsbedarf.
Im Februar dieses Jahres stellte sich Bürgermeister Nagl in einer
offiziellen Stellungnahme gegen weitere Murkraftwerke in der Nähe von
Graz. In der Stellungnahme zum Antrag von Gemeinderat Mag.
Mariacher, damals noch bei der FPÖ, stellte Nagl noch die
Sinnhaftigkeit der geplanten Murkraftwerke in Frage. Der Klimawandel
im Bürgermeisteramt sei für die Umweltschutzorganisationen nicht
nachzuvollziehen.
Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und dem Umweltamt der Stadt Graz
stellt Nagl klar, was Naturschützer schon lange betonen. Die
Wasserkraft treibt uns weiter in die Abhängigkeit von fossilen
Energieträgern. Die Leistung eines Murkraftwerkes liegt, selbst nach
Angaben des Stromkonzernes Steweag-Steg, im Winter nur 1/3 bis 1/4
der Ausbauleistung. Gerade in der energieintensivsten Zeit müssen die
Energieversorger diese niedere Leistung mit anderen Energieformen
ausgleichen, so das Umweltbundesamt. "Wir fühlen uns bestätigt",
meint Clemens Könczöl von der Plattform lebendige Flüsse.
"Wasserkraft kann keinen Beitrag zum Klimaschutz liefern sondern
treibt uns weiter in die Abhängigkeit von Atomstromimporten und
fossilen Brennstoffen."
Weiters unterstreicht Nagl in dieser Stellungnahme die unglaublichen
Relationen in der Energieproduktion. Das GuD Mellach produziere
80-mal so viel Strom wie ein Murkraftwerk, das geplante Heizkraftwerk
Puchstrasse immer noch 28-mal so viel. Der umstrittene Bau der
Murkraftwerke würde nicht einmal 1% der elektrischen Jahresarbeit der
beiden thermischen Projekte liefern.
Für das Gesundheitsamt steht in dieser Stellungnahme klar, dass
Wasserkraft die Ökologie empfindlich stört. Wasserkraft hat einen
bedeutenden Einfluss auf die Qualität eines Gewässers wie etwa die
Artenhäufigkeit oder den Wasserhaushalt. Man sollte die ökologischen
Auswirkungen in eine Entscheidung einfließen lassen. Umfassende
Strategien gehörten ausgearbeitet um sinnvolle Lösungen in der
Energiepolitik anbieten zu können.
Was den Klimawandel im Bürgermeisterbüro von Nagl seit Februar
verursacht hat ist nur schwer nachzuvollziehen und zu erklären.
Welchen Einfluss der Stromkonzern Steweag-Steg auf Nagl hatte kann
man sich nur vorstellen. Markus Ehrenpaar vom Naturschutzbund
Steiermark dazu: "Vermutlich ließ sich Nagl mit verschiedenen, nicht
realisierbaren Projekten ködern. Hier möchte ich erinnern, dass die
Steweag noch mit Bademöglichkeiten im Rahmen von geplanten
Freizeitzentren an der Mur propagiert habe."Dass diese Projekte,
gerade in Bezug auf die Gesundheit der Grazer Bevölkerung nicht
realisierbar waren sei eine Ironie des Schicksals so Ehrenpaar.
Rückfragehinweis:
Plattform lebendige Flüsse - Clemens Könczöl - 0664 1354672
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