- 18.09.2009, 12:07:33
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UVP für KW Gössendorf unvollständig
Grazer Bevölkerung bei Fragen des Trinkwassers ausgesperrt
Wien, Graz (OTS) - Wie immer deutlicher wird, wurden wichtige
Entscheidungen rund um die Planung des Murkraftwerks Gössendorf
offenbar hinter verschlossenen Polstertüren gefällt. Dass der Bau und
der Betrieb des Kraftwerks die lückenlose Versorgung der GrazerInnen
mit unbedenklichem Trinkwasser gefährden könnte, wurde offenbar im -
bereits abgeschlossenen UVP- Verfahren nicht festgestellt.
Die verantwortliche Graz AG selbst hat in einem Positionspapier vom
Juli 2009 Bedenken in Bezug auf eine Gefährdung des Grazer
Trinkwassers durch den Bau und den Betrieb vor allem der
Murkraftwerke Gössendorf und Stiebing angemeldet, und konstatiert,
dass die möglichen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung nur
schwer kalkulierbar seien. WWF fordert deshalb jetzt eine rasche
Klärung durch unabhängige Experten.
In einer vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung hätten die
BürgerInnen gerne die Möglichkeit wahrgenommen, mitzureden und
Bedenken anzumelden - wenn eine rechtzeitige Information erfolgt
wäre. "So darf man mit Wasser, unserem kostbarsten Gut, einfach nicht
umgehen!", ist Andreas Wurzer, Stv. Geschäftsführer des WWF, empört.
"Was es jetzt braucht, ist eine neutrale Untersuchung unabhängiger
Fachexperten. Aus unserer Sicht ist das KW Gössendorf zum derzeitigen
Zeitpunkt nicht genehmigsfähig!"
In der Stadtzeitung Falter Nr. 38/09 räumt Klaus-Peter Weinbauer von
der Graz AG ein, dass beim Ausfall der Wasserkraftwerke Friesach und
Feldkirchen die Wasserversorgung von Graz tatsächlich gefährdet sein
könnte. Trotz aller Vorkehrungen könnten zudem Prozesse ablaufen, die
allmählich zu einer Wasserverschlechterung führen und es notwendig
machen würden, das Grazer Trinkwasser aufzubereiten.
Diese Informationen sollten offenbar nicht an die Öffentlichkeit
gelangen. "Als wären die massiven Zerstörungen der Natur und Lebewelt
durch das KW Gössendorf nicht genug, wird die Bevölkerung jetzt auch
noch mit der Gefährdung des Trinkwassers konfrontiert", so Wurzer.
"Bürgermeister Nagl und die Grazer GemeinderätInnen müssen die
berechtigten Bedenken der BürgerInnen ernst nehmen und jetzt beim KW
Gössendorf die Notbremse ziehen!"
Der WWF appelliert an die Stadtregierung für eine
Vernunftentscheidung und unterstützt den Aufruf der besorgten
Bürgerinnen auf www.grazertrinkwasseringefahr.at :
"Die Grazerinnen und Grazer wollen keine Experimente mit ihrer
Trinkwasserversorgung!"
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
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