• 18.09.2009, 10:55:46
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  • OTS0121 OTW0121

GPA-djp: Krankenstandsrückkehrgespräche kein geeignetes Mittel zur Gesundheitsförderung

Soziale Kompetenz der Führungskräfte gefragt

Wien (GPA-djp/ÖGB) - Das Thema verpflichtender
Krankenstandsrückkehrgespräche hat durch den jüngsten Fall der ÖBB
nun eine breitere Öffentlichkeit erhalten. Arbeitgeber verlangen von
ihren Führungskräften, nach Krankenständen der ArbeitnehmerInnen
verpflichtende Gespräche zu führen. Für die Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) ist jedoch
diese Vorgangsweise nicht geeignet, um das Arbeitsklima und den
Gesundheitszustand zu verbessern bzw. die Krankenstände zu
reduzieren.++++

Krankenstandsrückkehrgespräche sind Gespräche, die ArbeitnehmerInnen
nach einem Krankenstand mit ihrem/ihrer Vorgesetzten über Ursachen
und Auswirkungen ihrer Erkrankung führen müssen. Unternehmen
begründen dies damit, dass Führungskräfte nützliche Informationen zu
Hintergründen krankmachender Faktoren im Arbeitsumfeld und damit
Wissen für konkrete Ansatzpunkte für ein effektives betriebliches
Gesundheitswesen erwerben können.

"An sich wäre der Vorsatz, ein gutes betriebliches Gesundheitswesen
zu etablieren, zu begrüßen. Ob solche Gespräche das geeignete Mittel
sind, ist allerdings mehr als zweifelhaft.
Krankenstandsrückkehrgespräche setzen ArbeitnehmerInnen unter Druck,
weil sie oft ein Klima des Misstrauens erzeugen und arbeitsrechtlich
zu hinterfragen. Die Gefahr ist hoch, dass ArbeitnehmerInnen lieber
krank zur Arbeit erscheinen, als sich einem solchen Gespräch zu
unterziehen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen und chronische
Erkrankungen sind dann erst recht die Folge", ist die Leiterin der
Bundesrechtsabteilung der GPA-djp, Andrea Komar, überzeugt.

Dazu kommt, dass Führungskräften oft die Voraussetzungen bzw. die
soziale Kompetenz für ein so heikles Gespräch fehlt und sie dazu
verleitet werden, das Instrument als Disziplinierungsmaßnahme
einzusetzen.

"Eine offene Unternehmenskultur und ein gesundheitsförderndes
Arbeitsumfeld tragen sehr viel mehr zur Reduktion von Erkrankungen
bei als aufgezwungene Krankenstandsrückkehrgespräche bei. Die
alarmierende Entwicklung in Richtung zunehmender stressbedingter
arbeitsbezogener Erkrankungen bei gleichzeitig abnehmenden
Krankenständen wird durch die Rückkehrgespräche eher gefördert",
ergänzt Eva Angerler von der GPA-djp-Abteilung Arbeit und Technik.

ArbeitnehmerInnen, die Beratung zu diesem Thema suchen, können sich
an die GPA-djp wenden: 05 0301 - 301

ÖGB, 18. September 2009 Nr. 537

Rückfragehinweis:

GPA-djp
   Mag. Martin Panholzer
   Tel.:   05 0301-21511
   Mobil: 05 0301-61511
   E-Mail: [email protected]
   http://www.gpa-djp.at

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