Neues Volksblatt: "Verlierer" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. September 2009

Linz (OTS) - Immerhin, ein kleines Signal wurde gesetzt: Herbert Tumpel, wiedergewählter Präsident der Bundesarbeiterkammer, bekam gestern in der konstituierenden Sitzung der Hauptversammlung 84,38 Prozent Zustimmung. Das sind elf Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.
Ein wirkliches Signal wäre es gewesen, hätten die dominierenden Sozialdemokraten aus den Verlusten bei der AK-Wahl Konsequenzen gezogen - etwa in dem sie Tumpel eine vierte Amtsperiode erspart hätten. So aber wird nur ein System manifestiert, das bei den Länderwahlen im Frühjahr zum Teil massiv abgestraft worden ist. Nur zur Erinnerung: Die FSG unter Präsident Johann Kalliauer fuhr in OÖ fast acht Prozentpunkte Minus ein, weil's aber für die Mehrheit reichte, blieb jede Konsequenz aus - im Gegenteil: Der Verlierer Kalliauer wurde dem Verlierer Tumpel als Vizepräsident der Bundesarbeitskammer an die Seite gestellt. Womit gesichert scheint, dass die AK dort wie da weiter als Vorfeldorganisation der SPÖ fuhrwerken wird.
Wenn in fünf Jahren die Arbeitnehmer wieder zu den Urnen gerufen werden, und sie noch spärlicher kommen, als heuer, dann sollte man sich daran erinnern, wann der Grundstein gelegt wurde - gestern, beim Zementieren des Status quo.

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