• 07.09.2009, 09:47:07
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Greenpeace-Studie: Klimawandel bedroht Weinbau

Wird uns Temperaturanstieg bald Wein aus Großbritannien bescheren?

Wien/Paris (OTS) - Ein gerade veröffentlichter Greenpeace-Report
beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den
französischen Weinbau. Durch den prognostizierten Temperaturanstieg
wird die Weinproduktion nämlich massiv unter Druck gesetzt. Derzeit
weniger relevante Weinbaugebiete könnten davon sogar profitieren,
große und bekannte Regionen wie das Burgund im Zentrum Frankreichs
werden hingegen an Bedeutung verlieren.

Ohne effektiven Klimaschutz ist bis zum Ende dieses Jahrhunderts
in Frankreich mit einem Anstieg der durchschnittlichen
Jahrestemperaturen von vier bis sechs Grad Celsius zu rechnen,
wodurch sich die Klimazonen rund tausend Kilometer nach Norden
verschieben werden. Und das bedeutet nicht nur für die französischen
Weinbauprovinzen, dass die Klimabedingungen ganz andere sein werden
als beim derzeitigen, im Lauf von Jahrhunderten entstandenen,
Zusammenspiel zwischen Klima, Boden, Rebsorten und
Verarbeitungsweise. Für einige, weiter nördlich gelegene Regionen
kann das freilich eine Verbesserung der Weinbaubedingungen bedeuten,
während die großen und zu Recht gerühmten Anbaugebiete wie Bordeaux,
Burgund oder das Loiretal dagegen allmählich ins klimatische Abseits
geraten werden.

"Auch hierzulande ist der Weinbau vom Klimawandel betroffen und
wird dies künftig in noch viel größerem Ausmaß sein. Das zeigen die
wenigen für Österreich bisher vorliegende Studien deutlich", weiß die
renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. "Jetzt geht es also
einerseits darum, sich ein umfassenderes Bild zu verschaffen,
andererseits aber auch darum, die einzelnen Regionen und Rebsorten
genauer zu untersuchen, um geeignete Anpassungsmaßnahmen entwickeln
zu können - sei es, um Chancen zu Nutzen, sei es, um Nachteile zu
minimieren", so die Meteorologin Kromp-Kolb.

Der Greenpeace-Studie zufolge wird der Klimawandel unter anderem
konkret zur Folge haben, dass sich die Erntezeiten vom Frühherbst in
Richtung Hochsommer verschieben werden. Damit wird der Zuckergehalt
der Trauben steigen, was wiederum deutliche Konsequenzen für den
Alkoholgehalt haben wird. Besonders negativ werden sich vor allem die
stark zunehmenden sommerlichen Hitzeperioden auswirken, welche die
zukünftigen Ernten deutlich geringer ausfallen lassen werden.

Dabei wäre es noch möglich, einen starken Temperaturanstieg zu
verhindern - wenn wir es schaffen, die Treibhausgas-Emissionen
möglichst rasch zu senken. "Steigen die Temperaturen bis 2100
tatsächlich um sechs Grad Celsius an, wird die Sorge, welchen Wein
wir trinken werden, voraussichtlich eine unserer kleinsten sein",
vermutet der Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof. "Von weitaus
existenziellerer Bedeutung wird dann etwa die Frage sein, wie die
Trinkwasserversorgung der Millionenstädte in Indien gewährleistet
werden kann, wenn die Monsunregen ausbleiben und die
Himalaya-Gletscher verschwunden sind", so Westerhofs Warnung.

Rückfragehinweis:
Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126701
http://www.ots.at/redirect/impactsofclimate

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