- 26.08.2009, 11:25:57
- /
- OTS0118 OTW0118
Forum Alpbach - Leitl und Gansterer: "Es kann nicht so weitergemacht werden wie bisher"
"Edelfeder" Gansterer und WKÖ-Chef Leitl im Kamingespräch - "Wir alle müssen Versprechen, die sie während der Krise gegeben haben, einlösen"
Wien (OTS/PWK624) - "Wir sind jetzt in einer Situation, wo wir
Österreich neu positionieren müssen", unterstrich WKÖ-Präsident
Christoph Leitl bei einem Kamingespräch zum Thema "Soziale
Marktwirtschaft reloaded?!" im Rahmen des Europäischen Forums
Alpbach. Im Dialog mit "Edelfeder" Helmut Gansterer und einem gut
besuchten Auditorium wurde versucht zu skizzieren, wie und wohin sich
Österreich in den kommenden 5 bis 10 Jahren entwickelt.
Dabei wollten sowohl Leitl als auch Gansterer jeweils auch ihre
jeweilige Profession in die Pflicht genommen wissen. Publizist
Gansterer, in den 1970er-Jahren beim Wirtschaftsmagazin "Trend"
damals jüngster Chefredakteur Österreichs, forderte ein: "Medien in
Österreich müssen darauf schauen, dass nach Ende der Krise nicht zur
Tagesordnung übergegangen wird." Leitl formulierte in Richtung
Politik: "Es kann nicht so weitergemacht werden wie bisher." Was es
braucht, ist ein globaler Ordnungs- und Lenkungsrahmen etwa im
internationalen Finanzsystem, um die Vertrauenskrise zu bewältigen
und zukünftige Krisen bestmöglich zu vermeiden.
Mit Blick auf die soziale Marktwirtschaft betonte der WKÖ-Chef:
"Die soziale Marktwirtschaft ist nicht tot. Was es braucht, ist die
Wiederbelebung der Werte, auf denen sie fußt: Fleiß,
Leistungsbereitschaft, die Förderung von Leistungswillen und
-fähigkeit sowie Mut zu Innovationen." Und es gelte die soziale
Marktwirtschaft auch auf die europäische Ebene auszuweiten.
Gefragt nach der Bedeutung und Entwicklung der Europäischen Union,
bezeichnete Leitl die Gemeinschaft als "in manchen Bereichen nicht
zukunftsfähig". Es müsse in Form eines "kooperativen Föderalismus" zu
einer "Vertiefung der EU" kommen, "die Europa in die Lage versetzt,
mit einer Stimme zu sprechen und Forderungen zu erheben", sagte der
überzeugte Europäer Leitl.
In Österreich gelte es, hartnäckig darauf hinzuweisen, was
notwendig ist, was getan werden muss: So sei es eine Schade, dass es
hierzulande eine Unfähigkeit gebe, Systeme, die einstmals zu den
besten gehört haben, weiterzuentwickeln und geänderten Bedürfnissen
anzupassen, so Leitl mit Bezugnahme auf anstehende Reformen im
Bildungs-, Schul- und Verwaltungssystem. Im Zusammenhang mit Aus- und
Weiterbildung hob er die Rolle der Betriebe hervor, die ihre
Verantwortung in diesem Bereich dadurch wahrnehmen, dass sie jährlich
zehntausende Lehrlinge ausbilden.
Der WKÖ-Präsident plädierte dafür, in Beantwortung der Frage "Wo
sind wir gut?" für Österreich Bereiche zu definieren "wo wir zu den
Weltbesten gehören wollen." Nach dieser Prioritätensetzung müssten
dann so rasch wie möglich die entsprechenden Maßnahmen zur Umsetzung
gesetzt werden: "Nicht zu handeln heißt fahrlässig zu handeln. Wer
sich heute Reformen verweigert, ist mit schuld an den Schulden, an
denen unsere Kinder und Kindeskinder schwer zu tragen haben werden",
plädierte Leitl für rasche und überlegte Maßnahmen, damit unser Land
die Qualitäts-, Innovations- und Kreativitätsführerschaft erlangen
kann." (JR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Stabsabteilung Presse, Mag. Rupert Haberson, Tel.: (++43) 0590 900-4362, Fax: (++43) 0590 900-263, mailto:[email protected], http://wko.at/Presse
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK






