• 13.08.2009, 10:14:08
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WWF warnt vor Kollaps der österreichischen Flüsse

WWF und Partner fordern Masterpläne für Flüsse und Energie

Wien (OTS) - Wien, 13. August 2009 - Zwei Wochen lang tourte der
WWF und die Plattform "Flüsse voller Leben" mit einem Flüsse-Zelt und
dem drei Meter großen "Herz für Flüsse" durch Österreich. Die Tour
sollte Österreich aufrütteln und die Bevölkerung auf die Gefahr
aufmerksam machen, die Österreichs Flüssen durch die geplante
Wasserkraftwerksoffensive droht. Mehr als Tausend Österreicher haben
die Petition für den gesetzlichen Schutz der heimischen Flussjuwele
am WWF-Stand und auf der Website www.fluesse-voller-leben.at
unterschrieben. Auch zahlreiche Prominente, darunter Tornadosegler
und Olympiasieger Roman Hagara, die Skisprunglegende und
WWF-Flussbotschafter Toni Innauer und Kajak-Weltmeisterin Uschi
Profanter unterstützen die Offensive zum Schutz der letzten natürlich
fließenden Flüsse und Bäche. So auch Bernd Lötsch, Direktor des
Naturhistorischen Museums: "Ich kämpfe seit 25 Jahren gegen die
Verbauung unserer Wasserschätze. Jetzt geht es darum, unsere Flüsse
vor dem Kollaps zu bewahren".

"Die Organisationen der Plattform vertreten eine halbe Million
Österreicher, die unsere Flüsse vor dem drohenden Wasserkraftausbau
schützen wollen", bekräftigt der stellvertretende Geschäftsführer des
WWF und Naturschutzdirektor, Andreas Wurzer. "Die Energiekonzerne
haben kein Hoheitsrecht an Österreichs Flüssen, auch die anderen
Bedürfnisse der Menschen und der Schutz der Flüsse müssen ein Gewicht
haben." Auch WWF-Präsident Helmut Pechlaner fordert die
Bundesminister Reinhold Mitterlehner und Nikolaus Berlakovich sowie
die Landeshauptleute auf noch heuer einen Masterplan zum gesetzlichen
Schutz der Flüsse vorzulegen. "Unsere lebendigen Flüsse sind das Erbe
für die kommenden Generationen. Wir müssen sie jetzt schützen, bevor
es zu spät ist", so Pechlaner. Der WWF hat bereits einen
Gesetzesentwurf ausarbeiten lassen. Bereits jetzt gibt es erste
Reaktionen der Konzerne und aus der Politik.

Der oberösterreichische Umweltlandesrat, Rudi Anschober, rief zur
Unterstützung der Kampagne auf. Die Industriellenvereinigung will
nach wie vor den rücksichtslosen Ausbau der Wasserkraft - selbst wenn
alle Flüsse für die kommenden Generationen verbaut werden sollen. Das
größte Energieunternehmen Salzburgs, die Salzburg AG, versucht von
der Problematik der Umweltzerstörung durch Flussverbauung abzulenken.
Die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB), Betreiber eines Kraftwerks
bei Telfs, das die Rietzer und Mieminger Innauen zerstören wird,
initiierten eine viele Tausend Euro schwere PR-Kampagne gegen den WWF
und die Flussschützer. Ein Teilerfolg ist die Erhöhung der
Restwassermenge eines Kraftwerks der GKI (Gemeinschaftskraftwerk
Inn).

Angesichts der drohenden Zerstörung der letzten 20 Prozent der
natürlichen und naturnahen heimischen Fließgewässer haben sich die
größten österreichischen Naturschutz- und Fischereiorganisationen
(WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde, Österreichisches Kuratorium für
Fischerei und Gewässerschutz, Österreichischer Fischereiverband,
kajak.at und der Alpenverein Edelweiss) zu einer breiten Allianz zur
Rettung der Flüsse zusammengefunden. Ziel der Offensive ist der
gesetzlich verbindliche Schutz der österreichischen Flüsse und eine
nachhaltige Energiepolitik.

Der WWF und seine Partner weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin,
dass selbst durch die vollständige Zerstörung der österreichischen
Fließgewässer durch Kraftwerksbauten nur der zusätzliche
Energiebedarf der nächsten sechs Jahre abgedeckt werden kann. "Es
wäre verrückt unser Fließgewässerkapital für die kurzfristigen
Profitinteressen der Energiekonzerne zu opfern. Im Jahr 2015 stehen
wir dann vor einer kaputten Flusslandschaft, die wir unseren
Nachkommen übergeben müssen. Daher brauchen wir ein Umdenken jetzt",
so Wurzer. Der WWF und die Plattform Flüsse voller Leben treten daher
für Effizienzsteigerung, Energiesparen, die Modernisierung
bestehender Wasserkraftwerke und den Ausbau anderer Erneuerbarer
Energieträger ein. "Wir brauchen einen Masterplan zur Erhaltung
unserer Flüsse, einen Masterplan für eine nachhaltige Energiepolitik
und die Schaffung von langfristigen "grünen" Arbeitsplätzen. Der WWF
und die Plattform werden die Kampagne im Herbst weiter fortsetzen und
kündigen weitere Aktionen mit Partnern und Bürgerinitiativen an. Die
Flussschützer rufen dazu auf, die Petition für das Fluss-Schutzgesetz
auf www.fluesse-voller-leben.at zu unterzeichnen. Die Petition wird
im Herbst im Nationalrat eingebracht.

Factsheets, Fotos, Petition, Logo und weitere Pressematerialien unter
www.fluesse-voller-leben.at (Presse).

Rückfragehinweis:
Für Rückfragen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488-231, Email: [email protected] bzw. Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF, Tel. 01-48817-250 oder 0676-83488-203, Email: [email protected].

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