- 12.08.2009, 12:07:37
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GPA-djp-Vorsitzender Katzian: Aussagen über Erhöhung des Pensionsantrittsalters kann man nicht ernst nehmen
Zwang erhöht nur die Zahl älterer Arbeitsloser
Wien (GPA-djp/ÖGB) - "Wer bei dramatisch steigenden
Arbeitslosenzahlen vorschlägt, das Pensionsantrittsalter mit Zwang
hinaufzusetzen, kann eigentlich nicht damit rechnen ernst genommen zu
werden. Bereits jetzt sind Menschen über 45 neben Jugendlichen
besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen - die meisten davon
ohne jede Chance auf einen Job. Gäbe es nicht die Möglichkeit vor dem
gesetzlichen Pensionsantrittsalter in Pension zu gehen, wäre diese
Entwicklung noch wesentlich dramatischer", kritisiert Wolfgang
Katzian die Aussagen des IHS-Arbeitsmarktexperten Ulrich Schuh.++++
"Wenn schon Menschen mit Mitte 50 auf dem österreichischen
Arbeitsmarkt nur mehr schwer vermittelbar sind, welche Arbeitsplätze
soll es dann für über 60-Jährige geben? Die Antwort auf diese Frage
bleibt uns Herr Schuh leider schuldig", ergänzt Katzian.
"Zu den Problemen, die viele ältere ArbeitnehmerInnen bei der
Jobsuche haben, kommt, dass viele auch nach 35, 40 oder 45 Jahren am
Arbeitsmarkt einfach nicht mehr arbeiten können. Sie sind durch
körperliche Belastungen aber auch steigenden Arbeitsdruck völlig
ausgebrannt."
"Auch das Kostenargument ist so nicht haltbar. Ein erschwerter
Pensionsantritt würde zwar in der Pensionsversicherung Kosten
einsparen, in der Arbeitslosenversicherung dagegen würde er
zusätzliche Kosten verursachen."
"Wir brauchen daher keine Zwangsmaßnahmen, die Menschen in die
Altersarbeitslosigkeit treiben, sondern müssen Voraussetzungen
schaffen, dass Menschen länger gesund arbeiten können. Dafür brauchen
wir sinnvolle Lebensarbeitszeitmodelle, Möglichkeiten für längere
durchgehende Auszeiten und mehr Investitionen in Prävention und
Gesundheit am Arbeitsplatz. Für Menschen mit langer
Versicherungsdauer, also Frauen mit 40 Jahren bei bzw. Männer mit 45
Jahren, muss es auch weiterhin die Möglichkeit geben zu fairen
Bedingungen in Pension zu gehen."
ÖGB, 12. August 2009 Nr. 484
Rückfragehinweis:
GPA-djp Mag. Lucia Bauer Tel.: 05 0301-21362 Mobil: 05 0301-61362 E-Mail: [email protected] http://www.gpa-djp.at
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