- 07.08.2009, 10:39:43
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WWF warnt: Mur und Sulm - Steiermarks Flüsse in Gefahr
Info-Zelt und Herz für Flüsse stehen heute in Graz
Graz (OTS) - Graz, 7. August 2009 - Die Steiermark verfügt über
die bedeutendsten Fluss-Aulandschaften Österreichs. Wegen des unter
dem österreichischen Durchschnitt liegenden Ausbaugrad von knapp
unter zwei Drittel aller steirischen Flüsse wittert die
Energiewirtschaft besonders viele Ausbaumöglichkeiten für neue
Wasserkraftwerke. Besonders die Flussjuwele der Steiermark, die Sulm,
die Sölkbäche und allen voran die Mur laufen nun Gefahr den
ehrgeizigen Kraftwerksbauten zum Opfer zu fallen. Alleine an der Mur
sind bis dato fünf Großkraftwerke geplant. Zwei davon, die Kraftwerke
Kalsdorf und Gössendorf, stoßen auf besonders großen Widerstand.
Werden diese Kraftwerke wie geplant gebaut, würden die Murauen
südlich von Graz in einem Landschaftsschutzgebiet unwiederbringlich
verloren gehen. "Es bleiben nur noch knapp zwei Monate um die Murauen
bei Graz für die Nachwelt zu retten", warnt WWF-Naturschutzexperte
Andreas Wurzer.
Mit fast 125 Kilometern ist die Mur Österreichs bedeutendster
natürlich fließender Fluss. Besonders die 40 Kilometer lange
Flussstrecke zwischen Kittelfeld und St. Erhard ist ökologisch
wichtig. Die Mur mäandriert durch das Tal, es bilden sich
großflächige Schotterbänke ebenso wie steile Uferwände. In den
weiteren Bereichen liegen auch Inseln mit Au-Bewuchs. Die Grenz-Mur
zu Slowenien soll noch 2010 zu einem Teil des internationalen
Biosphärenparks Donau-Drau-Mur werden, der 600 Kilometer frei
fließende Flüsse zwischen Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und
Serbien miteinander vernetzt. Insgesamt sind in den österreichischen
Mur-Auen 61 gefährdete Pflanzenarten, 88 Brutvogelarten, 40 Fisch-
sowie 19 Amphibien- und Reptilienarten nachgewiesen. Nur mehr in der
Mur findet man den äußerst seltenen Huchen, der größte heimische
Verwandte des Lachses.
Angesichts des drohenden totalen Ausbaus der letzten österreichischen
natürlichen Flüsse und Bäche haben sich die größten
Naturschutzorganisationen (WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde,
Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, Fischereiverband,
kajak.at und der Alpenverein Edelweiss) zur Plattform Flüsse voller
Leben zusammen geschlossen. Das Ziel der Plattform ist der gesetzlich
verbindliche Schutz der Flüsse. Denn: "Der totale Ausbau der
Wasserkraft kann nur den zusätzlichen Strombedarf der nächsten fünf
Jahre abdecken", so Wurzer. Der WWF und seine Partner treten für
Effizienzsteigerung, die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke
und den Ausbau anderer Erneuerbarer Energieträger ein. Dadurch sollen
auch wesentlich mehr neue Arbeitsplätze geschaffen werden als dies
mit dem Ausbau der Wasserkraft möglich ist. Dazu ruft die Plattform
Flüsse voller Leben die Steirische Bevölkerung zur Unterzeichnung der
Petition auf: www.fluesse-voller-leben.at/petition. Für die Petition
setzen sich auch zahlreiche Prominente ein.
Der WWF tourt in den ersten beiden Augustwochen mit einem Info-Zelt
für Eltern und Kinder, einem überlebensgroßen Herz für Flüsse und
Tausenden Flusskieseln durch ganz Österreich. Die beiden letzten
Stationen sind: 10. 8. in St. Pölten (Riemerplatz), 11. 8. in Linz
(Taubenmarkt), jeweils von 10 bis 17 Uhr.
Rückfragehinweis:
Für Rückfragen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488-231, Email: [email protected].
Factsheets, Fotos, Petition, Logo und weitere Pressematerialien unter www.fluesse-voller-leben.at (Presse).
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