• 06.08.2009, 10:35:39
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Mehr Arbeitsplätze durch weniger Überstunden und kürzere Arbeitszeit

Linz (OTS) - Alle namhaften Wirtschaftsforscher/-innen sind sich
einig, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird. Selbst im
günstigsten Fall wird erst im Jahr 2010 mit einem leichten Aufschwung
gerechnet. Darum ist es wichtig, die von der Krise betroffenen
Arbeitnehmer/-innen jetzt verstärkt zu unterstützen.

"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen das Gefühl
bekommen, dass sie sich auf einen funktionierenden Sozialstaat
verlassen können", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Mit den aktuellen Kurzarbeitsregelungen ist man den Unternehmen
sehr weit entgegen gekommen. Aus Sicht der AK ist "durchtauchen" und
auf bessere Zeiten zu hoffen ein gefährliches Spiel mit
Arbeitsplätzen. Kurzarbeit soll deshalb nur dann auf mehr als sechs
Monate verlängert werden, wenn die betreffenden Unternehmen auch
Pläne für die Zukunft schmieden. Kalliauer will, dass mindestens 20
Prozent der geförderten Kurzarbeitsstunden für Weiterbildung genutzt
werden müssen.

In Betrieben, wo klar ist, dass dauerhaft die Auftragslage zur
Auslastung der Beschäftigten nicht ausreichen wird, sollen die
Arbeitnehmer/-innen die Möglichkeit bekommen, auch bei Selbst-
kündigung ihre Ansprüche zu wahren (Abfertigung alt).

Aussetzverträge müssen möglichst verhindert werden. "Sie haben
nämlich zur Folge, dass es im Anschluss zu Kürzungen beim
Arbeitslosengeld und der Pension kommt", erklärt der AK-Präsident.
Die AK fordert deshalb ein Malus-System für Betriebe, die häufig und
gezielt Kosten auf die Arbeitslosenversicherung abwälzen.

Längerfristig wird das Arbeitsvolumen sinken. Deshalb bleibt
Arbeitszeitverkürzung ein Gebot der Stunde. Da ein Großteil durch
Produktivitätssteigerung kompensiert wird, ist es Betrieben möglich,
Lohnausgleich zu finanzieren. Das Arbeitsmarktpaket II ist aus Sicht
der AK ein erster richtiger Schritt in diese Richtung.

Allein im 1. Quartal 2009, also inmitten der Wirtschaftskrise,
wurden in Österreich 77 Millionen Überstunden geleistet. Um mehr
Menschen Arbeit bieten zu können, sollen in Betrieben mit guter
Auftragslage Überstunden reduziert werden. Durch höhere Zuschläge
sollen Überstunden verteuert werden.

Arbeitslose Männer und Frauen hatten im Februar 2009 im
Durchschnitt ein Einkommen in der Höhe von 771 Euro (12 Mal im Jahr).
Mit so wenig Geld lässt sich keine Zukunft mit Zuversicht planen.
Eine Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von mindestens 75 Prozent
statt der bisherigen 55 Prozent ist daher sofort umzusetzen.

Menschen, die länger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, werden
oft auch noch mit der Partnereinkommensanrechnung konfrontiert und
für tausende - vor allem Frauen - fällt damit die Notstandshilfe ganz
weg. "Diese ungerechte Einkommensanrechnung muss dringend abgeschafft
werden", so Kalliauer.

Rückfragehinweis:

Arbeiterkammer Oberösterreich
   Kommunikation
   Mag. Dominik Bittendorfer
   Tel.: (0732) 6906-2182
   mailto:[email protected]
   http://www.arbeiterkammer.com

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