Mehr Arbeitsplätze durch weniger Überstunden und kürzere Arbeitszeit

Linz (OTS) - Alle namhaften Wirtschaftsforscher/-innen sind sich einig, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen wird. Selbst im günstigsten Fall wird erst im Jahr 2010 mit einem leichten Aufschwung gerechnet. Darum ist es wichtig, die von der Krise betroffenen Arbeitnehmer/-innen jetzt verstärkt zu unterstützen.

"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen das Gefühl bekommen, dass sie sich auf einen funktionierenden Sozialstaat verlassen können", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Mit den aktuellen Kurzarbeitsregelungen ist man den Unternehmen sehr weit entgegen gekommen. Aus Sicht der AK ist "durchtauchen" und auf bessere Zeiten zu hoffen ein gefährliches Spiel mit Arbeitsplätzen. Kurzarbeit soll deshalb nur dann auf mehr als sechs Monate verlängert werden, wenn die betreffenden Unternehmen auch Pläne für die Zukunft schmieden. Kalliauer will, dass mindestens 20 Prozent der geförderten Kurzarbeitsstunden für Weiterbildung genutzt werden müssen.

In Betrieben, wo klar ist, dass dauerhaft die Auftragslage zur Auslastung der Beschäftigten nicht ausreichen wird, sollen die Arbeitnehmer/-innen die Möglichkeit bekommen, auch bei Selbst-kündigung ihre Ansprüche zu wahren (Abfertigung alt).

Aussetzverträge müssen möglichst verhindert werden. "Sie haben nämlich zur Folge, dass es im Anschluss zu Kürzungen beim Arbeitslosengeld und der Pension kommt", erklärt der AK-Präsident. Die AK fordert deshalb ein Malus-System für Betriebe, die häufig und gezielt Kosten auf die Arbeitslosenversicherung abwälzen.

Längerfristig wird das Arbeitsvolumen sinken. Deshalb bleibt Arbeitszeitverkürzung ein Gebot der Stunde. Da ein Großteil durch Produktivitätssteigerung kompensiert wird, ist es Betrieben möglich, Lohnausgleich zu finanzieren. Das Arbeitsmarktpaket II ist aus Sicht der AK ein erster richtiger Schritt in diese Richtung.

Allein im 1. Quartal 2009, also inmitten der Wirtschaftskrise, wurden in Österreich 77 Millionen Überstunden geleistet. Um mehr Menschen Arbeit bieten zu können, sollen in Betrieben mit guter Auftragslage Überstunden reduziert werden. Durch höhere Zuschläge sollen Überstunden verteuert werden.

Arbeitslose Männer und Frauen hatten im Februar 2009 im Durchschnitt ein Einkommen in der Höhe von 771 Euro (12 Mal im Jahr). Mit so wenig Geld lässt sich keine Zukunft mit Zuversicht planen. Eine Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von mindestens 75 Prozent statt der bisherigen 55 Prozent ist daher sofort umzusetzen.

Menschen, die länger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, werden oft auch noch mit der Partnereinkommensanrechnung konfrontiert und für tausende - vor allem Frauen - fällt damit die Notstandshilfe ganz weg. "Diese ungerechte Einkommensanrechnung muss dringend abgeschafft werden", so Kalliauer.

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