Neues Volksblatt: "Fairness" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 31. Juli 2009

Linz (OTS) - Ein paar "Kriegsgewinnler" gibt es immer, aber sonst ist niemand, der mit viel Geld zu tun hat, von der weltweiten Wirtschaftskrise und dem Zusammenbruch der Finanzmärkte verschont geblieben. Und weil in Österreich auch viele Sozialdemokraten Verantwortung im Staat und in Unternehmen tragen und daher viel Geld zu verwalten haben, sind auch sie und mit ihnen jene nicht verschont geblieben, denen das Geld eigentlich gehört: die Steuerzahler, die Anleger, die Betriebspensionisten und so weiter und so fort.
Deshalb kann man sich nur wundern, dass sich Sozialisten hinstellen, moralisieren und mit den Fingern auf Andere zeigen, obwohl sie selbst genau so involviert sind wie jene, die sie anschwärzen.
Natürlich muss man untersuchen, ob bei den Finanztransaktionen alles mit rechten Dingen zugegangen ist, schließlich geht es um Steuergeld oder um das der Pensionsten; man sollte sich aber vor Vorverurteilungen hüten und nicht jeden Verlust von Vornherein als kriminelle Machenschaft verdächtigen. Schon allein aus Vorsicht, denn allzu schnell ist man selbst im Zentrum der Kritik. Und dann von den Anderen jene Fairness zu fordern, die man selbst nicht walten hat lassen, ist doch etwas viel verlangt.
Wer andern eine Grube
gräbt ...

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