- 28.07.2009, 13:19:21
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Caritas fordert Reparatur der Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
Caritas-Präsident Küberl: "Kann nicht sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Behindertenbereich massiv benachteiligt werden"
Wien (OTS) - "Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung
sehenden Auges Menschen mit Behinderung benachteiligt und den
geltenden Grundsatz einer alltagsorientierten Begleitung und
Unterstützung nicht fördert. Eine Reparatur der GuKG-Novelle ist
dringend nötig", kommentiert Caritas-Präsident Franz Küberl den heute
im Ministerrat eingebrachten Entwurf, mit dem das Gesundheits- und
Krankenpflegegesetz (GuKG) geändert werden soll.
Der Hintergrund: Der ursprüngliche Begutachtungsentwurf hatte
dringend notwendige, rechtliche Verbesserungen für jene Berufsgruppen
vorgesehen, die im Bereich der Behindertenarbeit tätig sind. Für alle
pädagogischen und psychologischen Mitarbeiter/innen sollte eine
Ausbildung für die Unterstützung bei der Basisversorgung möglich
werden. Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen in allen
Lebensbereichen wird überwiegend von Mitarbeiter/innen mit
unterschiedlichsten Kompetenzen, welche zusätzlich entsprechende
Qualifikationen zur Unterstützung bei der Basisversorgung benötigen,
übernommen. Nur so können Menschen mit Behinderungen mit kompetenter
Begleitung ein Leben in Selbstbestimmung führen. Deshalb hatte die
Caritas Österreich in ihrer Stellungnahme vom 29. November 2008
diesen realitätsnahen Gesetzesentwurf auch sehr begrüßt.
In der heute im Ministerrat beschlossenen Novelle zum GuKG fehlt
diese wichtige Neuregelung aber komplett. Küberl: "Anscheinend wurde
sie trotz durchgehend positiver Bewertungen seitens der Träger im
Bereich Menschen mit Behinderung ersatzlos gestrichen. Das
Gesundheitsministerium selbst hat im Begutachtungsentwurf noch sehr
schlüssig argumentiert, warum die Einführung dieser Ausbildung so
wertvoll für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist. Die
komplette Streichung ist daher nicht nur überraschend, sondern für
die Caritas völlig unverständlich."
Der Caritas-Präsident setzt nun seine Hoffnungen auf den
Nationalrat. Sein Appell an die GesundheitssprecherInnen der
Parteien: "Setzen Sie sich dafür ein, dass die geplanten Änderungen
wieder Eingang in die Novelle finden. Das bringt eine Verbesserung
für die Menschen mit Behinderung und mehr Rechtssicherheit für die
Arbeitnehmer/innen in diesem Bereich."
Rund 2800 Caritas-MitarbeiterInnen betreuen jährlich etwa 4000
Menschen mit Behinderung in Wohn- und Arbeitsprojekten.
Rückfragehinweis:
Caritas Österreich
Mag. Silke Ruprechtsberger
Tel: 01/488 31/417 oder: 0664/82 66 909
www.caritas.at
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