- 16.07.2009, 12:20:09
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SOS-Kinderdorf in Mogadischu/Somalia erneut evakuiert
Sicherheitslage in Somalias Hauptstadt Mogadischu verschlechtert sich zusehends. SOS-Kinderdorf zum zweiten Mal innerhalb 18 Monate evakuiert.
Wien/Modadischu (OTS) - Die SOS-Kinderdorf-Familien beziehen
aufgrund der prekären Sicherheitslage in Mogadischu - Al-Shabaab
Kämpfer versuchen derzeit die Stadt gewaltsam unter ihre Kontrolle zu
bringen - bereits zum zweiten Mal innerhalb 18 Monate provisorische
Unterkünfte.
Erst vor einem halben Jahr wieder ins SOS-Kinderdorf zurückgekehrt
Das Stadtgebiet, in dem sich die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen
befinden, war in den vergangenen Jahren Schauplatz heftiger
bewaffneter Auseinandersetzungen. Äthiopische Verbände waren in
unmittelbarer Nachbarschaft zum SOS-Gelände stationiert, um von dort
aus Aufständische zu suchen und zu bekämpfen.
Im Dezember 2007 wurden sämtliche SOS-Familien aus dem Dorf
evakuiert, nachdem zwei Häuser direkt beschossen wurden, eine
Familienhelferin getötet und ein Mutter schwer verletzt worden war.
Seither haben die Kinder gemeinsam mit ihren SOS-Müttern an
verschiedenen, sicheren Orten der Stadt gelebt. Als die äthiopischen
Truppen im Januar 2009 Mogadischu verließen, wurde die Lage als
stabil eingestuft. Die Familien kehrten vor einem halben Jahr ins
SOS-Kinderdorf zurück und auch die Hermann-Gmeiner-Schule bezog
wieder ihr ursprüngliches Gebäude. Derzeit ist die Sicherheitslage
erneut mehr als prekär, da Al-Shabaab Truppen die Stadt unter ihre
Kontrolle zu bringen versuchen.
SOS-Kinderdorf-Familien in Notunterkünften am Stadtrand
Die SOS-Kinderdorf-Familien fühlen sich in ihren Notunterkünften
am Stadtrand sicher. Sie sind nicht mehr direkt in der Kampfzone und
hören keine Granateneinschläge mehr. "Kinder, die noch
Schulabschlussprüfungen zu absolvieren haben, werden mit dem Bus in
die SOS-Schule gebracht", erklärt Osman Shukri Sheikh, Leiter des
SOS-Kinderdorfes, "bald aber schließt die Schule über die
Sommerferien. Ob sie im September wieder öffnen kann, hängt von der
Sicherheitslage ab." "Wir befinden uns in einer sehr herausfordernden
Situation", fährt Osman Shukri Sheikh fort, "man kann sich nicht frei
bewegen, es ist sehr gefährlich. Wir fühlen uns hilflos."
Blick in die Zukunft beunruhigt
Für Ahmed Ibrahim, SOS-Kinderdorf Leiter von Somalia, sei die
Zukunft der Kinder die größte Sorge. "Mogadischu ist seit vielen
Jahren ein Schlachtfeld. Unsere Kinder können kaum ein normales Leben
führen, da sie aus Sicherheitsgründen andauernd in andere Stadtteile
übersiedeln müssen. Wir suchen intensiv nach einer besseren,
stabileren Lösung."
Die Mutter-Kind-Klinik von SOS-Kinderdorf, die einzige
Geburtenklinik des Landes, kann die medizinische Versorgung (noch)
aufrecht erhalten.
SOS-Kinderdorf seit Jahren fixe soziale Größe in Mogadischu
1985 zogen die ersten Kinder ins SOS-Kinderdorf Mogadischu ein. In
den folgenden Jahren entstanden ein Kindergarten, eine Schule, ein
Jugendhaus und eine Mutter-Kind-Klinik. Später ein
SOS-Berufsbildungszentrum, das Jugendliche in Krankenpflegeberufen
und als Hebammen ausbildet.
Nach Ausbruch des Bürgerkrieges 1990 startete SOS-Kinderdorf ein
groß angelegtes Nothilfeprogramm. Die SOS-Schule wurde in eine
Notklinik umfunktioniert, wo Kriegsverletzte, Erwachsene und Kinder
versorgt wurden und auch die Mutter-Kind-Klinik wurde Teil des
Nothilfeprogramms und bleibt bis heute die einzig funktionierende
Geburtenstation und gynäkologische Betreuungseinrichtung des Landes.
Mit rund 300.000 Behandlungen pro Jahr ist die SOS-Klinik unter allen
weltweiten SOS-Kinderdorf-Projekten die am meisten beanspruchte
Einrichtung.
SOS-Kinderdorf ist in Somalias Hauptstadt Mogadischu seit vielen
Jahren eine fixe Größe im Hilfssektor, zeitweise war es die einzige
tätige Hilfsorganisation vor Ort. Selbst in den schlimmsten
Bürgerkriegszeiten, wo alle gingen, auch sämtliche diplomatische
Vertretungen, hielten die Mitarbeiter den Betrieb aufrecht. Die
SOS-Mitarbeiter sind in den vergangenen Jahren immer wieder in
gefährliche und tödliche Situationen geraten. Als schützende Hand
erwies sich die lokale Bevölkerung, die durch öffentliche
Kundgebungen gegen gewaltsame Übergriffe protestierte und die
ungehinderte Arbeit für SOS-Kinderdorf forderte.
Rückfragehinweis:
Tina Vermeer, SOS-Kinderdorf/Presse
Tel.: 01/3683165-91, 0676/88144486, [email protected]
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