221.425 Kfz-Neuzulassungen: Öko-Prämie zeigte Wirkung, Pkw-Sektor weitgehend stabil

-5,1% über alle Fahrzeugklassen gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 - Mit -29,7 Prozent stärkstes Minus bei Lkw, auch Zweiräder rückläufig (-4,7 Prozent)

Wien (PWK547) - Im ersten Halbjahr 2009 wurden in Österreich gegenüber der ersten Jahreshälfte 2008 um 5,1 Prozent weniger Fahrzeuge - in Summe 221.425 - neu zugelassen: Die Neuzulassungen von Pkw - der mit Abstand wichtigsten Fahrzeugart mit einem Anteil von 75 Prozent - sanken gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 2008 um 1,6 Prozent auf insgesamt 166.016. Diese Kernergebnis der Erhebungen der Statistik Austria präsentierten heute Gustav Oberwallner, Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel der WKÖ, und Ingo Natmessnig, Vorsitzender des Verbandes der Automobil-Importeure, sowie Peter Laimer, Leiter der Direktion Raumwirtschaft der Statistik Austria.

Die Lage sei "ernst, aber nicht hoffnungslos", so Laimer, der die Daten nach Fahrzeugklassen im Detail aufrollte: Der Pkw-Markt m ersten Quartal 2009 entwickelte sich im Vergleich zum ersten Quartal 2008 deutlich negativ (-12,9 Prozent). Das zweite Quartal bescherte bei den Neuzulassungszahlen einen Zuwachs von 7,2 Prozent.

Hohe Rückgänge gab es bei Neuzulassungen von Lkw, diese sanken im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 um fast ein Drittel (-29,7 Prozent).

Auch die Neuzulassungen der einspurigen Kfz nahmen um 4,7 Prozent auf 30.546 Stück ab.

Unter den Top 10 Pkw-Marken war die Entwicklung für Seat (+47,1 Prozent), Audi (+14,2 Prozent), Skoda (+6,6 Prozent) sowie für Peugeot (+0,9 Prozent) positiv. Im Gegensatz dazu mussten die Marken BMW (inkl. Mini; -10,5 Prozent), Renault (inkl. Dacia; -7,4 Prozent), Opel (-4,8 Prozent), Fiat (inkl. Abarth; -2,4 Prozent) und Ford (-1,0 Prozent) Rückgänge verzeichneten. Nahezu unverändert blieben die Neuzulassungen von VW (+8 Stück).

Laut Importeurssprecher Ingo Natmessnig habe die Öko-Prämie seit April dafür gesorgt, dass sich die Nachfrage im Autohandel nach dem Absturz in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres erholt hätte und dass neuer Schwung in die Autohäuser gekommen sei. Das Thema Auto sei präsent gewesen, ein gröberer Marktverfall wie in vielen anderen Ländern verhindert worden. Nahezu jeder dritte Neuwagenverkauf sei im ersten Halbjahr durch die Ökoprämie induziert gewesen. Die Prämie habe nachweislich zu Mehreinnahmen des Staates durch zusätzliche Steuern geführt. Deshalb wäre auch nicht nachvollziehbar, warum diese nicht zumindest bis Jahresende weiterlaufen würde. Der Autohandel, der die Prämie mit 22,5 Millionen Euro jedenfalls zur Hälfte mitfinanziert hatte, würde jedenfalls auch eine Verlängerung der Aktion bis Jahresende mitfinanzieren.

Fahrzeughandelsobmann Gustav Oberwallner warnte davor, dass 166.016 Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2009 nicht über den ständig älter werdenden Fahrzeugbestand in Österreich hinwegtäuschen dürfe: "Die Öko-Prämie war ein voller Erfolg und hat so etwas wie eine Initialzündung dargestellt: Immerhin wurden 30.000 Fahrzeuge, die älter als 13 Jahre sind, gegen umweltfreundlichere Pkw eingetauscht. Trotzdem gehören zum aktuellen Fahrzeugbestand in Österreich von insgesamt mehr als 4 Millionen Fahrzeugen cirka 850.000 Fahrzeuge, die älter als 13 Jahre - und damit umwelttechnisch überaltert - sind."

Deshalb plädiert der rot-weiß-rote Fahrzeughandel für eine Neuregelung der Kfz-Steuer, und zwar nachhaltig", unterstrich Oberwallner. "Die Neuausrichtung muss umweltbezogen und nachhaltig sein und daher wegführen von der Leistungsbesteuerung hin zur Orientierung an möglichst umweltschonenden Parametern." Als Berechnungsbasis sollen der Ausstoß von Feinstaub, CO2, NoX dienen.

Die jetzt ausgelaufene Öko-Prämie habe allerdings ausschließlich den Privatbereich im Blick gehabt. Für den gewerblichen Sektor sprach sich Oberwallner einmal mehr für die Einführung der Vorsteuerabzugsfähigkeit für überwiegend betrieblich genutzte Pkw aus.
(JR)

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