• 09.07.2009, 11:02:07
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AK, Ärztekammer und OÖ Gebietskrankenkasse bieten Perspektiven für ein solidarisches Gesundheitssystem

Linz (OTS) - Heute findet in der AK Linz eine Tagung mit
Podiumsdiskussion der Arbeiterkammer, der Ärztekammer OÖ und der
Gebietskrankenkasse OÖ zum Thema "Perspektiven für ein solidarisches
Gesundheitssystem" statt. Der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger hat dem Gesundheitsminister ein
Finanzierungskonzept für die Krankenkassen vorgelegt, welches die
AKOÖ, die Ärztekammer OÖ und die OÖGKK für notwendig halten.
Zusätzliche Maßnahmen werden aber zur Diskussion gestellt.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer betont die große Bedeutung der
solidarischen Krankenversicherung. Allerdings gerät das
Gesundheitssystem immer stärker unter Finanzierungsdruck, denn die
Einnahmen der Krankenkassen sind von den Löhnen und Gehältern
abhängig. Die allgemein sinkende Lohnquote (von 71 Prozent im Jahre
1998 auf 66 Prozent im Jahre 2008) und die steigende Arbeitslosigkeit
durch die aktuelle Wirtschaftskrise lässt die Einnahmen der
Krankenversicherung stark zurückgehen. Die Arbeiterkammer begrüßt die
nun eingeschlagenen Maßnahmen des Gesundheitsministers zur Erhaltung
der solidarischen Krankenversicherung. Diese Entschuldungsmaßnahmen
des Bundes werden allerdings noch nicht ausreichen, die Finanzen der
Krankenkassen nachhaltig zu konsolidieren. Zur längerfristigen
Absicherung des Gesundheitssystems fordert Kalliauer daher die
Finanzierung über das Steuersystem.

Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser präsentiert das Konzept
der Ärztekammer für eine Gesundheitsstrukturreform. Dieses sieht eine
Finanzierung des gesamten ambulanten Bereichs - inklusive
Spitalsambulanzen - durch die Krankenversicherungen vor. Die
Vorteile: Kosteneinsparungen, höhere Auslastung der
Spitalsinfrastruktur und mehr wohnortnahe medizinische Versorgung.
Generell spricht sich Niedermoser gegen staatliche Gesundheitssysteme
aus:"Die Kosten wären zwar wesentlich leichter zu steuern: Wird das
Geld knapp, werden Leistungen gestrichen. Gerade deshalb ist ein
partnerschaftliches System, in dem beide Akteure daran interessiert
sind, optimale Lösungen für die Patienten zu finden, wesentlich
besser."

Der Weg Österreichs in der Gesundheitsversorgung ist für
OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth eine Erfolgsgeschichte. Die
Selbstverwaltung der Versicherten in den Krankenkassen hat eine gute
Balance zwischen sozial verantwortlicher Steuerung und kaufmännisch
sorgfältigem Wirtschaften geschaffen. "Unser System ist auf
Kooperation zwischen Versicherten, Krankenkassen und Ärzten angelegt
- und das ist unser Erfolgsrezept", betont Hinterwirth.
Kostendämpfungspotenziale sieht Hinterwirth im Gesundheitssystem
dort, wo der Respekt vor den Potenzialen, aber auch den Risiken der
modernen Medizin verloren geht: Zu viele Medikamente, Untersuchungen
und Operationen machen niemanden gesünder, sie schaden vielmehr den
Patienten und verursachen dazu noch erhebliche Kosten. Besonderen
Steuerungsbedarf sieht Felix Hinterwirth im österreichischen
Spitalssektor, wo die Krankenkassen zwar den Großteil der Kosten
tragen, die Länder aber alleine die Entscheidungen treffen.

Kontakt: Mag. Rainer Brunhofer, Tel. 050/6906-2185
E-Mail: [email protected]

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com

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