AK, Ärztekammer und OÖ Gebietskrankenkasse bieten Perspektiven für ein solidarisches Gesundheitssystem

Linz (OTS) - Heute findet in der AK Linz eine Tagung mit Podiumsdiskussion der Arbeiterkammer, der Ärztekammer OÖ und der Gebietskrankenkasse OÖ zum Thema "Perspektiven für ein solidarisches Gesundheitssystem" statt. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger hat dem Gesundheitsminister ein Finanzierungskonzept für die Krankenkassen vorgelegt, welches die AKOÖ, die Ärztekammer OÖ und die OÖGKK für notwendig halten. Zusätzliche Maßnahmen werden aber zur Diskussion gestellt.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer betont die große Bedeutung der solidarischen Krankenversicherung. Allerdings gerät das Gesundheitssystem immer stärker unter Finanzierungsdruck, denn die Einnahmen der Krankenkassen sind von den Löhnen und Gehältern abhängig. Die allgemein sinkende Lohnquote (von 71 Prozent im Jahre 1998 auf 66 Prozent im Jahre 2008) und die steigende Arbeitslosigkeit durch die aktuelle Wirtschaftskrise lässt die Einnahmen der Krankenversicherung stark zurückgehen. Die Arbeiterkammer begrüßt die nun eingeschlagenen Maßnahmen des Gesundheitsministers zur Erhaltung der solidarischen Krankenversicherung. Diese Entschuldungsmaßnahmen des Bundes werden allerdings noch nicht ausreichen, die Finanzen der Krankenkassen nachhaltig zu konsolidieren. Zur längerfristigen Absicherung des Gesundheitssystems fordert Kalliauer daher die Finanzierung über das Steuersystem.

Ärztekammerpräsident Dr. Peter Niedermoser präsentiert das Konzept der Ärztekammer für eine Gesundheitsstrukturreform. Dieses sieht eine Finanzierung des gesamten ambulanten Bereichs - inklusive Spitalsambulanzen - durch die Krankenversicherungen vor. Die Vorteile: Kosteneinsparungen, höhere Auslastung der Spitalsinfrastruktur und mehr wohnortnahe medizinische Versorgung. Generell spricht sich Niedermoser gegen staatliche Gesundheitssysteme aus:"Die Kosten wären zwar wesentlich leichter zu steuern: Wird das Geld knapp, werden Leistungen gestrichen. Gerade deshalb ist ein partnerschaftliches System, in dem beide Akteure daran interessiert sind, optimale Lösungen für die Patienten zu finden, wesentlich besser."

Der Weg Österreichs in der Gesundheitsversorgung ist für OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth eine Erfolgsgeschichte. Die Selbstverwaltung der Versicherten in den Krankenkassen hat eine gute Balance zwischen sozial verantwortlicher Steuerung und kaufmännisch sorgfältigem Wirtschaften geschaffen. "Unser System ist auf Kooperation zwischen Versicherten, Krankenkassen und Ärzten angelegt - und das ist unser Erfolgsrezept", betont Hinterwirth. Kostendämpfungspotenziale sieht Hinterwirth im Gesundheitssystem dort, wo der Respekt vor den Potenzialen, aber auch den Risiken der modernen Medizin verloren geht: Zu viele Medikamente, Untersuchungen und Operationen machen niemanden gesünder, sie schaden vielmehr den Patienten und verursachen dazu noch erhebliche Kosten. Besonderen Steuerungsbedarf sieht Felix Hinterwirth im österreichischen Spitalssektor, wo die Krankenkassen zwar den Großteil der Kosten tragen, die Länder aber alleine die Entscheidungen treffen.

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