LIFE Projekt "Uferrückbau Hainburg" - Auszeichnung für Nationalpark Donau-Auen und via donau

Wien/Orth a.d. Donau (OTS) - Im Winter 2005 entfernten die Bagger
am Ufer gegenüber Hainburg 50.000 m3 an harter Uferverbauung. Für die Donau und die Donau-Auen hat sich dieser Eingriff gelohnt, auch wenn dafür in der Bauphase schwere Maschinen im Schutzgebiet arbeiten mussten. Die EU-Kommission hat nun dieses Projekt als eines der besten LIFE-Projekte in Europa ausgezeichnet! Nationalparkdirektor Carl Manzano und via donau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler nahmen in Brüssel den Award der Generaldirektion Umwelt entgegen.

Mit einer genehmigten Projektsumme von Euro 1,78 Mio. und einer Förderquote von 40 % aus dem Naturschutz-Förderungsprogramm LIFE-Natur der EU, wurde 2002-2006 das Projekt "Uferrückbau Hainburg" umgesetzt. Der österreichische Anteil der Finanzierung wurde vom Nationalpark Donau-Auen, der Naturschutzabteilung der NÖ Landesregierung, dem Lebensministerium und der via donau getragen. Projektleiter war der Nationalpark Donau-Auen, die technische Betreuung der Planung und Baudurchführung auf der fast 3 km langen Strecke im Gebiet des Nationalpark Donau-Auen erfolgte durch via donau - Österreichische Wasserstraßengesellschaft.

Zum ersten Mal überhaupt wurde dabei bei einem schiffbaren Fluss von der Größe der Donau die Uferverbauung entfernt. "Die Zukunft liegt im ökologisch orientierten Wasserbau. Davon profitieren Natur und Schifffahrt gleichermaßen. Der Uferrückbau bei Hainburg ist ein weiteres Beispiel für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Donau-Auen", so via donau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler.

Für die Natur hat sich der Eingriff gelohnt, Hochwässer können besser abfließen.

Für die Natur war die Bauphase ein massiver Eingriff. Es wurden rund 50.000 m3 an harter Uferverbauung entfernt und abtransportiert, dafür mussten auch Bäume gerodet werden. Das Ergebnis sprach jedoch sehr schnell für sich. Schon die ersten Donau-Hochwässer im Jahr 2006 führten zur erhofften Umgestaltung der Uferlandschaft. Statt dem monotonen Blockwurf aus Wasserbausteinen finden wir heute gegenüber von Hainburg auf einer Länge von 3 km wieder ein natürliches Ufer vor.

Neue Lebensräume für Au-Tiere entstanden sehr rasch: Frisch angerissene Steilufer, ausgedehnte Schotterbänke und Flachwasserzonen. Durch Seitenerosion ist bereits ansatzweise ein neuer Donau-Seitenarm entstanden. Die Donau hat ihr Bett im Projektgebiet um bis zu 30 Meter verbreitert. Dieser Raum steht nicht nur Fauna und Flora zur Verfügung, sondern hat sich auch bereits bei Hochwässern bewährt, die dadurch besser abfließen können.

Seltene Tierarten haben sich wieder angesiedelt

Der prächtige Eisvogel (Vogel des Jahres 2009) ist alljährlich als Brutvogel in den Steilufern zu finden. Die Lebensraumsituation für Kiesbrüter - also Vogelarten, die ihre Gelege auf ausgedehnte Schotterflächen legen - hat sich deutlich verbessert. Die Schotterinsel gegenüber Hainburg hat durch die Ufer-Revitalisierung einen natürlichen Übergang zur angrenzenden Aulandschaft gewonnen und wird nicht mehr von Blocksteinen begrenzt. Dies ist auch eine Voraussetzung für das Vorkommen der Flussuferwolfspinne, eine der gefährdetsten Spinnenarten Österreichs.

Nachfolgeprojekte sind geplant

Aufbauend auf die Erfolge und Erfahrungen dieses Pilotprojektes hat die via donau einen weiteren Uferrückbau bei Witzelsdorf auf einer Flusslänge von 1,2 km in Angriff genommen und im Februar 2009 fertig gestellt. Auch hier sind bereits in der kurzen Zeit von 4 Monaten deutliche Uferveränderungen zu beobachten. Der Fluss holt sich den Platz zurück, der ihm durch die Regulierung genommen wurde -mit allen positiven Begleiterscheinungen für die Auen und ihre Pflanzen- und Tierwelt sowie für den Hochwasserschutz.

Carl Manzano, Direktor des Nationalpark Donau-Auen freut sich über die Auszeichnung: "Die EU-Kommission hat gesehen, dass dieses Projekt beispielgebend war und eine neue Entwicklung ausgelöst hat".

Das internationale Interesse ist groß, zahlreiche Experten aus Wasserbau und Naturschutz besuchten in den letzten Jahren im Rahmen von Fachexkursionen das Vorzeigeprojekt bei Hainburg.

Rückfragen & Kontakt:

Nationalpark Donau-Auen GmbH
Bettina Schuckert
Tel: +43 (0) 2212/ 3450-16
Mobil: 0676/ 84 233 553
b.schuckert@donauauen.at
www.donauauen.at

via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Sabine Fischer
1220 Wien, Donau-City-Straße 1
Tel: +43 50 4321 1406
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www.via-donau.org

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