- 03.07.2009, 13:15:05
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Unfallbilanz: Deutlicher Rückgang bei Verkehrstoten in Kärnten
LH Dörfler appelliert an Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer - 16 Verkehrstote im ersten Halbjahr 2009 - Gailtalzubringer keine Unfallhäufungsstrecke
Klagenfurt (LPD) - Die Unfallbilanz für das erste Halbjahr 2009 in
Kärnten sowie die Ergebnisse einer Verkehrssicherheitsuntersuchung
des Gailtalzubringers wurden heute, Freitag, bei einer
Pressekonferenz im neuen Verwaltungszentrum des Landes präsentiert.
Wie Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler mitteilte, ist
die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr deutlich
zurückgegangen. 28 Todesopfern im ersten Halbjahr 2008 würden nunmehr
16 gegenüberstehen, was einen Rückgang um rund 42 Prozent bedeute.
Die Studie zum Gailtalzubringer habe nachgewiesen, dass die dort
passierten Unfälle nicht auf den Straßenzustand, sondern rein auf
menschliches Versagen zurückzuführen sind.
Dörfler hob hervor, dass es in den drei Bezirken Villach Stadt,
Völkermarkt und Wolfsberg keine Verkehrstoten gegeben habe. Am
meisten seien mit fünf im Bezirk Klagenfurt-Stadt zu beklagen. Zehn
der Todesopfer seien männlich, sechs weiblich. Auf Landesstraßen B
seien sieben Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen, auf
Landesstraßen L und auf Gemeindestraßen jeweils vier und auf den
Autobahnen gab es ein Todesopfer. Auffällig sei, dass es sechs
Todesopfer mit über 60 Jahren und vier zwischen 40 und 60 Jahren
gegeben habe. Fünf junge Menschen bis 20 Jahre seien im
Straßenverkehr gestorben, einer bis 30 Jahre, in der Altersgruppe
zwischen 30 und 40 Jahren habe es keine Verkehrstoten gegeben. Der
Landeshauptmann dankte der Kärntner Exekutive für die hervorragende
Zusammenarbeit, die für ihn maßgeblich zum Rückgang der Unfälle mit
Todesopfern geführt hat: "Die Kärntner Polizisten sind keine
Abkassierer, sondern Partner der Sicherheit."
Oberst Adolf Winkler, Chef der Kärntner Verkehrspolizei, sagte,
dass auch die Unfälle mit Personenschäden um 80 von 1.395 auf 1.315
zurückgegangen seien. Einen Rückgang gab es auch bei Alkoholunfällen
und zwar von 97 auf 69. Winkler führt das auf die starke Präsenz der
Polizei auf den Straßen zurück: "Jeder kann zu jeder Zeit an jedem
Ort überprüft werden." Der Polizist appellierte an alle
Verkehrsteilnehmer, rücksichtsvoll unterwegs zu sein. Fußgänger
sollten vor allem auch auf die eigene Sichtbarkeit achten, helle
Kleidung und Reflektoren tragen.
Die heute ebenfalls präsentierte Studie über den Gailtalzubringer
war Dörfler besonders wichtig. Er habe sie in Auftrag gegeben, um
Klarheit zu schaffen, handle es sich doch um ein emotionell
aufgeladenes Straßenstück, das schon vor dem Bau lange umstrittenen
gewesen sei. Fünf Verkehrstote hat es in den zehn Bestandsjahren des
Gailtalzubringers gegeben. Die Untersuchung habe ergeben, dass dem
Straßenbau keine Vorwürfe zu machen seien. Unfallursache sei immer
menschliches Versagen gewesen.
50 Unfälle mit Personenschäden habe es in zehn Jahren auf dem
breiten und übersichtlichen Gailtalzubringer gegeben, sagte Albert
Kreiner von der Infrastrukturabteilung des Landes. "Man kann ihn
nicht als Unfallhäufungsstrecke bezeichnen", betonte er in Bezug auf
die Ergebnisse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Dessen
Vertreter Martin Kobalt nannte den Gailtalzubringer einen
"grundsätzlich guten Straßenzug, den man nicht künstlich schlecht
machen soll".
Bei der sogenannten "Road Safety Inspection" (RSI) hat das
Kuratorium laut Kobalt alle Unfälle seit Verkehrsfreigabe analysiert.
Die Straße sei mit Videoanalyse befahren worden und die BH Villach
habe an drei Stellen die Geschwindigkeit von über 100.000 Fahrzeugen
gemessen. Ergebnisse seien, dass es sich um eine "harmonisch zu
befahrende" Straße mit "sehr guten Sichtbedingungen" handle. "Es gibt
keine Mängel aus baulicher Sicht und keine Unfallhüfung an bestimmten
Stellen", so Kobalt. Menschliches Versagen sei die Ursache der
Unfälle gewesen. Laut dem Experten habe es so gut wie keine
Überholunfälle gegeben, häufiger seien Wild- und Auffahrunfälle.
Niedrig seien auch die gemessenen Geschwindigkeiten. Durchschnittlich
werde mit 90 bis 104 km/h gefahren, 82 Prozent der Lenker seien mit
unter 110 km/h unterwegs. "Auf der Strecke gibt es kein
Geschwindigkeitsproblem", sagte Kobalt.
Die Empfehlungen des Kuratoriums sind die Schließung von einigen
Einmündungen, um Auffahrunfälle zu reduzieren, die Schließung von
Lücken im Wildzaun und Geschwindigkeitsüberwachungen mit
Zivilstreifen, um "Ausreißer" zu ertappen. Laut Dörfler ist die
Reparatur des im Winter stark beschädigten Wildzaunes bereits im
Gange, die Schließung der Einmündungen werde mit den Gemeinden und
Grundbesitzern abgestimmt.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
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