• 12.06.2009, 10:01:00
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Wasserkraft spielt die entscheidende Rolle für zukünftige österreichische Stromversorgung

Wien (OTS) - Der steigende Strombedarf lässt sich aus heutiger
Sicht vor allem durch den Ausbau der österreichischen Wasserkraft und
die gleichzeitige Steigerung der Energieeffizienz in allen
Verbrauchssektoren decken.

Dr. Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen
Energieagentur, ist überzeugt:
"Die Maßnahmen dafür dürfen nicht an Verfahrens- und Kompetenzfragen
scheitern, dafür sind sie zu wichtig."

Nach Berechnungen der Österreichischen Energieagentur ist der
österreichische Stromverbrauch in den letzten 10 Jahren jährlich um 2
% oder 1,2 TWh gestiegen, das entspricht etwa der Leistung des
Kraftwerks Freudenau (1TWh/a), mit der 250.000 Haushalte im Jahr mit
Strom versorgt werden können.

Auch wenn aktuell aufgrund der Wirtschaftslage die Nachfrage
schwächer steigt, muss mittel- bis langfristig mit einem weiteren
Ansteigen des Verbrauchs gerechnet werden.

Für 2020 ist in Österreich ein jährlicher Bedarf von 90 TWh Strom
zu erwarten, das sind 20 TWh mehr als heute.

Wie lässt sich die künftige Versorgungslücke schließen?

Mit dem bestehenden österreichischen Kraftwerkspark kann dieser
zusätzliche Verbrauch nicht mehr gedeckt werden. Bereits seit 2001
muss Österreich mehr Strom aus dem Ausland zukaufen, als exportiert
werden kann. Der zugekaufte Anteil ist keinesfalls nur "grün".

Der zu erwartende Mehrverbrauch von jährlich 20 TWh ließe sich
zwar durch Strom aus modernen Gas- und Dampfkraftwerken decken, würde
aber eine Erhöhung der nationalen Netto-Erdgasimporte (derzeit ca. 7
Mrd. m3 pro Jahr) um 50% mit sich bringen. Die Risken einer
derartigen Importabhängigkeit wurden zuletzt während der jüngsten
Gaskrise zu Beginn 2009 sichtbar.

Damit verbunden wäre auch eine Verdopplung der Leistung derartiger
kalorischer Kraftwerke in Österreich samt der entsprechenden
Belastung der Handelsbilanz in Höhe von knapp einer Milliarde Euro
pro Jahr.

Nicht zuletzt wirkt sich dies mit zusätzlichen Emissionen von 8,3
Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus, was wiederum die Erreichung der
Klimaschutzziele erschwert.

Effizienz und Strommix aus Erneuerbaren als Lösung

Eine zentrale Rolle spielt für Dr. Fritz Unterpertinger die
Erhöhung der Energieeffizienz: "Es ist ein ambitioniertes Ziel: Durch
eine konsequente Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in allen Sektoren
könnte insgesamt mit 7 - 10 TWh, annähernd die Hälfte der zukünftig
nötigen Strommenge eingespart werden."

Die Abdeckung der dann noch fehlenden 10 - 13 TWh ist durch den
Ausbau der Erneuerbaren Energien, neben Wind vor allem der
heimischen Wasserkraft mit einem Potential von rund 7 TWh machbar.

Die Großwasserkraft trägt derzeit rund 38 TWh zur österreichischen
Versorgung mit elektrischer Energie bei und ist damit die wichtigste
Erzeugungsform noch vor kalorischer Erzeugung mit ca. 20 TWh.

Der Vorteil der Wasserkraft liegt in der Wirtschaftlichkeit der
Stromerzeugung.

Zum Vergleich:

Eine kWh Strom aus Großwasserkraft kostet derzeit inklusive der
Kosten für ökologische Maßnahmen ca. 7 Cent, während eine kWh Strom
aus Wind oder Biomasse aktuell zwischen ca. 8 und 16 Cent kostet.

Dr. Fritz Unterpertinger stellt klar:

"Wenn Österreich zumindest im Strombereich autark sein will, muss
unverzüglich in den Ausbau der Wasserkraft investiert werden. Unter
den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist nur mit
Wasserkraft das notwendige Potential an benötigter Stromleistung aus
erneuerbarer Energie erzielbar. Weitere erneuerbare Energieträger wie
Biomasse, Wind- und Solarenergie stellen die wichtige Ergänzung dar,
soweit sie wirtschaftlich einsetzbar sind.

Die Auswirkungen von Kraftwerks- und Netzausbau auf Natur und
Umwelt sind dabei selbstverständlich - wie bei allen Energieträgern -
nach einem entsprechenden "Environmental Impact Assessment" zu
berücksichtigen und zu minimieren, soweit dies wirtschaftlich möglich
ist.

Damit sind die öffentlichen Interessen sowohl an einer möglichst
intakten Umwelt wie an einer sicheren Versorgung mit leistbarer
Energie gleichermaßen gewahrt."

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale
Kompetenzzentrum für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer
vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus
Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der
Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im
Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz
sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische
Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme,
führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und
entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere
Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt
klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -
operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den
Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und
Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und
Interessenten unter www.energyagency.at.

Rückfragehinweis:

Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency 
   Pressestelle
   Tel.: +43 (0) 1-586 15 24-131
   E-Mail: [email protected]
   Web: www.energyagency.at

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