Prammer: Die große Einkommensschere in Österreich ist inakzeptabel

Csörgits: Starke Gewerkschaften sind wichtiger denn je

Wien (SK) - "Es ist völlig inakzeptabel, dass wir in Österreich noch immer eine so große Einkommensschere vorfinden", betonte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Mittwoch im Rahmen des 16. ÖGB-Frauenkongresses, der heuer unter dem Motto "Als Frauen - Mit Frauen - Für Frauen" stand. ÖGB-Frauenvorsitzende und SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits hob in ihren Eröffnungsworten hervor, dass "starke Gewerkschaften in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtiger denn je" seien und es ihre Aufgabe sei, dafür zu sorgen, dass "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nichts für die Wirtschaftskrise können, nicht ihren Arbeitsplatz verlieren und der Armut preisgegeben werden". Der geschäftsführende Präsident des ÖGB, Erich Foglar und AK-Präsident Herbert Tumpel erklärten unisono, dass immer noch große Ungleichheiten in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellung von Männern und Frauen bestünden und man hierfür dringend Lösungsansätze finden müsse. ****

Barbara Prammer nannte die "verteufelte Teilzeit" als einen der Hauptgründe für die hohen Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen. "Deshalb ist es absolut notwendig, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie endlich möglich wird. Wenn wir die Einkommensschere schließen wollen, dann müssen wir mehr Frauen in Vollzeit bringen -auch Frauen mit kleinen Kindern", betonte Prammer und führte weiter aus, dass es auch dringend notwendig sei, endlich mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen "und hier geht nichts ohne Quote". Die Nationalratspräsidentin nannte Norwegen als vorbildliches Beispiel in der Umsetzung von Quotenregelungen für Aufsichtsräte und zeigte sich erfreut darüber, dass vier von neun leitenden Positionen in der österreichischen Parlamentsdirektion bereits mit Frauen besetzt seien.

Csörgits für engagierten Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

"Ich bin sehr froh, dass fünfzig Prozent der Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik für die Aus- und Weiterbildung von Frauen verwendet werden", betonte Renate Csörgits und führte weiter aus, dass es ebenso wichtig sei, einen besonderen Schwerpunkt in der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit zu setzen. Denn:
"Arbeitslosigkeit führt häufig zu Perspektivenlosigkeit. Alle Jugendlichen müssen Ausbildung oder Arbeit finden - sonst steigt die Gefahr, dass sie 'Rattenfängern' mit ihren Parolen ins Netz gehen." Als besonders wichtige Maßnahme im Kampf gegen Armut und Perspektivenlosigkeit bezeichnete Csörgits die bedarfsorientierte Mindestsicherung, "die man so schnell wie möglich umsetzen" müsse.

Foglar: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

"Es ist die bittere Wahrheit, dass es uns bisher immer noch nicht gelungen ist, die Einkommensschere auszugleichen - und dies obwohl der ÖGB seit Jahrzehnten den gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordert", zeigte sich Erich Foglar über die 25 Prozent Einkommensschere in Österreich bestürzt. Man müsse, so Foglar, aber auch auf jene Erfolge zurückblicken, die im vergangenen Jahr umgesetzt werden konnten. Als Beispiele hierfür nannte der geschäftsführende Präsident des ÖGB die 1.000 Euro Mindestlohn, die volle Sozialversicherungspflicht für freie DienstnehmerInnen und das kostenlose Kindergartenjahr ab Herbst. "Und der nächste wichtige Schritt ist die Einführung des einkommensabhängigen Kindergeldes", hob Foglar hervor.

Tumpel: Teilzeit als Hauptgrund für Einkommensschere

Herbert Tumpel bezeichnete die Beschäftigungsform der Teilzeit als "einen der Hauptgründe für die Einkommensschere", erinnerte aber daran, dass die Teilzeit nicht der alleinige Grund sei. "Weitere Gründe für die Lohnunterschiede sind die Berufsentscheidungen, die Bildungsmöglichkeiten, aber auch Mängel in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie", so Tumpel, der weiter ausführte, dass trotzdem immer noch ein "unerklärlicher Rest" zurückbleiben würde, der auf keinen dieser Faktoren zurückgeführt werden könne. "Die Gründe für die Einkommensschere müssen restlos aufgeklärt werden und hier müssen wir alle zusammenarbeiten", schloss der Präsident der Arbeiterkammer. (Schluss) sv

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0003