ÖÄK für nationale Offensive zur Senkung des Tabakkonsums bei Jugendlichen

Erster Griff zur Zigarette mit 12 Jahren - Unterrichtsfach Gesundheitslehre gefordert

Wien (OTS) - Österreichs Ärzte schlagen Alarm. Nach aktuell vorliegenden Zahlen hat Österreich die meisten jugendlichen Raucher in Europa und liegt dabei gleichauf mit Grönland. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai fordert die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) nun ein nationales Präventionskonzept zur Senkung des Tabakkonsums bei Kindern und Jugendlichen und erneuert ihre Forderung nach einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie.

Überlegt werden könne ein Alterslimit für den Tabakverkauf von 18 Jahren nach dem Vorbild Dänemarks und Norwegens, so ÖÄK-Präsident Walter Dorner in einer Aussendung. Mittelfristig gebraucht werde ein eigenes Unterrichtsfach Gesundheitslehre. "Eine Idee wäre, die zusätzlichen Stunden, die durch den Wegfall der schulautonomen Tage entstehen, für Gesundheitsförderung zu verwenden", regt der ÖÄK-Präsident an. Jugendliche sollten Gesundheitskompetenz erwerben, da sie oft falsche Vorstellungen vom Rauchen hätten. "Mädchen glauben, Zigaretten machen schlank. Studien haben das aber längst widerlegt. Auch Aufklärung über chemische Zusätze, vorzeitige Hautalterung oder Zahnprobleme sollte ein Unterrichtsthema sein", ergänzt Dorner.

Laut OECD greifen 24 Prozent der 15-jährigen Burschen und 30 Prozent der gleichaltrigen Mädchen regelmäßig zur Zigarette. Die WHO beziffert das "Rauch-Einstiegsalter" hierzulande mit 12 Jahren. "Bei den Mädchen, die unter 13 Jahren zum ersten Mal rauchen, sind wir die Nummer Eins. Die Politik ist gefordert, endlich wirksame Schritte einzuleiten. Jugendliche Raucher werden irgendwann Patienten mit chronischen Krankheiten. Abgesehen von menschlichem Leid entsteht der Volkswirtschaft dadurch breiter Schaden", appelliert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. Gesundheits-, Unterrichts- und Sozialministerium müssten mit den Ministerien für Jugend und Frauen an einem Strang ziehen.

Der ÖÄK-Präsident fordert ferner eine Aufstockung der Zahl der Schulärzte, damit sie ihre Präsenz und Aktionen verstärken können. Elternvereine seien dazu angehalten, dem Thema Rauchen regelmäßige Informationsschwerpunkte zu widmen sowie altersgerechte Aufklärung und Tipps für den Rauchausstieg zu liefern. Auch Eltern haben eine maßgebliche Vorbildwirkung. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche zu Rauchern werden, sinkt stark, wenn Eltern nicht rauchen oder aufhören zu rauchen.(jg)

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