- 29.05.2009, 09:43:20
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ÖÄK für nationale Offensive zur Senkung des Tabakkonsums bei Jugendlichen
Erster Griff zur Zigarette mit 12 Jahren - Unterrichtsfach Gesundheitslehre gefordert
Wien (OTS) - Österreichs Ärzte schlagen Alarm. Nach aktuell
vorliegenden Zahlen hat Österreich die meisten jugendlichen Raucher
in Europa und liegt dabei gleichauf mit Grönland. Anlässlich des
Weltnichtrauchertages am 31. Mai fordert die Österreichische
Ärztekammer (ÖÄK) nun ein nationales Präventionskonzept zur Senkung
des Tabakkonsums bei Kindern und Jugendlichen und erneuert ihre
Forderung nach einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie.
Überlegt werden könne ein Alterslimit für den Tabakverkauf von 18
Jahren nach dem Vorbild Dänemarks und Norwegens, so ÖÄK-Präsident
Walter Dorner in einer Aussendung. Mittelfristig gebraucht werde ein
eigenes Unterrichtsfach Gesundheitslehre. "Eine Idee wäre, die
zusätzlichen Stunden, die durch den Wegfall der schulautonomen Tage
entstehen, für Gesundheitsförderung zu verwenden", regt der
ÖÄK-Präsident an. Jugendliche sollten Gesundheitskompetenz erwerben,
da sie oft falsche Vorstellungen vom Rauchen hätten. "Mädchen
glauben, Zigaretten machen schlank. Studien haben das aber längst
widerlegt. Auch Aufklärung über chemische Zusätze, vorzeitige
Hautalterung oder Zahnprobleme sollte ein Unterrichtsthema sein",
ergänzt Dorner.
Laut OECD greifen 24 Prozent der 15-jährigen Burschen und 30 Prozent
der gleichaltrigen Mädchen regelmäßig zur Zigarette. Die WHO
beziffert das "Rauch-Einstiegsalter" hierzulande mit 12 Jahren. "Bei
den Mädchen, die unter 13 Jahren zum ersten Mal rauchen, sind wir die
Nummer Eins. Die Politik ist gefordert, endlich wirksame Schritte
einzuleiten. Jugendliche Raucher werden irgendwann Patienten mit
chronischen Krankheiten. Abgesehen von menschlichem Leid entsteht der
Volkswirtschaft dadurch breiter Schaden", appelliert der Präsident
der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. Gesundheits-,
Unterrichts- und Sozialministerium müssten mit den Ministerien für
Jugend und Frauen an einem Strang ziehen.
Der ÖÄK-Präsident fordert ferner eine Aufstockung der Zahl der
Schulärzte, damit sie ihre Präsenz und Aktionen verstärken können.
Elternvereine seien dazu angehalten, dem Thema Rauchen regelmäßige
Informationsschwerpunkte zu widmen sowie altersgerechte Aufklärung
und Tipps für den Rauchausstieg zu liefern. Auch Eltern haben eine
maßgebliche Vorbildwirkung. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche
zu Rauchern werden, sinkt stark, wenn Eltern nicht rauchen oder
aufhören zu rauchen.(jg)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33-45
Email: [email protected]
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