• 20.05.2009, 17:40:06
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Plassnik: Müssen die Köpfe, Augen und Herzen der Jugend öffnen

ÖVP-Abgeordnete zu Ebensee-Vorfällen: Brauchen keinen Wettkampf der Schuldzuweisungen

Wien (ÖVP-PK) - Wir beschäftigen uns mit einem sehr ernsten Thema.
Es braucht ständige Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Nicht nur im
Kampf gegen Rechtextremismus, sondern auch bei der Kritik an
Innenministerin Maria Fekter. Es ist unrichtig und unzutreffend, was
der Ministerin vorgeworfen wird. Ich danke ihr für die klaren Worte,
die klare Politik und für ihre vielen Beiträge gegen Rechts- und
Nationalsozialismus, die leider selten in der Öffentlichkeit
Erwähnung finden. Das sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Abg. Ursula Plassnik
bei der Debatte der Dringlichen Anfrage an Innenministerin Maria
Fekter zu den Vorfällen in Ebensee. ****

"Ich halte nichts vom Wettkampf der Schuldzuweisungen, schon gar
nichts vom Missbrauch eines ernsten Themas für billige
Wahlkampfmunition, und es braucht auch keine offizielle Protestnote
der ÖVP. Diese Diskussion dürfen wir nicht dulden, denn sie lenkt von
der wirklichen Aufgabe ab. Es ist einfach lächerlich, wie von manchen
mit diesem Thema umgegangen wird", verurteilt Plassnik die Art der
Diskussion rund um die Vorfälle in Ebensee.

Selbstgerechtigkeit habe hier nichts verloren. Plassnik fordert von
der Grünen EU-Spitzenkandidatin Lunacek, dass sie die Aussage vom
"braunen Faden" zurücknehme und sich dafür entschuldige. "Wer andere
verfolgt und diskriminiert, ist auch Feind des eigenen Landes. Wir
wollen in Österreich, der EU und in der Welt ein Zusammenleben auf
der Grundlage gegenseitiger Anerkennung, Aufmerksamkeit und des
Respekts füreinander. Das will auch die Jugend", so Plassnik.

Die ÖVP-Abgeordnete zitierte in ihrem Redebeitrag aus der erst vor
wenigen Tagen veröffentlichten Jugendstudie vom SORA-Institut.
Demnach sehen sich nur drei Prozent der befragten 16- bis 18jährigen
"eindeutig rechts". Plassnik dazu: "Es geht klar hervor, dass sich
über 50 Prozent der Jugendlichen der politischen Mitte zuordnen. Es
ist eine Chance, mit Realismus und Ernsthaftigkeit daran zu arbeiten.
Wir dürfen nicht die Jugend undifferenziert verurteilen. Es braucht
aber einen angemessenen Umgang und angemessene Reaktionen auf
unverantwortliche Entgleisungen wie in Ebensee. Hans Rauscher
plädierte heute in einem lesenswerten Beitrag zu Recht für Realismus
gegenüber rechten Jugendlichen."

Plassnik erinnerte in ihrem Redebeitrag an die Reaktion des
Vorsitzenden des französischen Mauthausen-Komitees, Daniel Simon, der
Zeuge des Vorfalls in Ebensee war. Daniel Simon
vertritt den Standpunkt, dass eine Gefängnisstrafe die Art der
Einstellung der Täter nur verhärten wird. Er kenne nicht viele, die
bei Erzählungen von Überlebenden der Lager oder gegenüber einer
echten Pädagogik über längere Zeit unsensibel bleiben. "Auch der
Hinweis des österreichischen Mauthausenkomitees auf einen
außergerichtlichen Tatausgleich ist ein Weg, den wir überlegen
sollten. Am Wichtigsten ist aber, dass wir die Köpfe, Augen und
Herzen der Jugend öffnen. Mit einer selbstbestimmten und
selbstbewussten Art des Lernens als eigene Willensentscheidung können
wir die Jugend sensibilisieren. Einsicht ist nicht erzwingbar".

Plassnik schloss mit den Worten, die sie bei ihrem ersten offiziellen
Besuch in Israel in das Gedenkbuch von Yad Vashem eingetragen hatte
und die sie als Auftrag an alle im Alltag verstanden wissen will:
"Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst. Des Menschen Kind, das
du seiner dich annimmst."
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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