Die Pensionskassen haben noch immer nichts gelernt!

Zudecken und Schönreden prolongiert!

Wien (OTS) - Die APA-Aussendung des Fachverbands der
Pensionskassen vom 12.5. beweist nur neuerlich ihre hinlänglich bekannte Taktik, mit von ihnen und ihrer Arbeit unabhängigen Fakten das morbide System der österreichischen Pensionskassen schönzureden und zu bewahren.

Eine durchschnittliche Performance von +0,9% als Erfolg und Turnaround zu bezeichnen, ist wohl der Gipfelpunkt der Unverfrorenheit: Diese Performance ist einzig und allein der momentanen Börsenentwicklung zuzuschreiben, die noch keinerlei Prognosen auf die weitere Entwicklung zulässt und für rund zwei Drittel der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten immer noch drohende weitere Pensionskürzungen von bis zu 7% bedeutet.

Halten wir also fest: Zu den bisherigen Verlusten von bis zu 45% drohen Ende 2009 weitere Kürzungen zumindest im einstelligen Prozentbereich, sodass sich gegenüber den ursprünglichen Pensionszusagen bereits unaufholbare Verluste von mehr als 50% abzeichnen. Wenn der Fachverband und seine Pensionskassen geflissentlich verschweigen, dass das auch für mindestens zwei Drittel der künftigen Pensionsbezieher gilt, ist die Verschleierungstendenz wohl offenkundig.

Wir dürfen daran erinnern, dass Mag. Böhm, der Chef des Fachverbandes, in einer Live-Fernsehdiskussion im Oktober 2008 - als schon die Spatzen die Finanzkrise vom Dach gepfiffen haben - noch großspurig eine "schwarze Null" als Ergebniserwartung hinausposaunt hat, während sich die tatsächliche Performance per 31.12. dann mit durchschnittlich minus 13% herausgestellt hat.

Die offensichtlichen Mängel des österreichischen Pensionskassensystems - übrigens des Schlusslichts der europäischen Pensionskassen! - haben den Betroffenen unaufholbare Verluste bis zu 45% gebracht. Das hat zu einer machtvollen Protestdemonstration des Pe|ka|be und in der Folge zur Installierung einer Reformkommission im Finanzministerium geführt, die allerdings leider auch von der Pensionskassenlobby stark dominiert und damit bedauerlicherweise in ihren Möglichkeiten auf ein Minimum an kosmetischen Korrekturen reduziert wird.

Man hat also aus der Vergangenheit nichts gelernt und will nichts dazulernen! Andreas Khol, einer der Präsidenten des Seniorenrats (O-Ton: "Die Krise hat Geburtsfehler des Pensionskassenmodells offengelegt." Zitat aus FORMAT 19/09), wird leider wohl einsamer Rufer in der Wüste bleiben.

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Pe|ka|be - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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