- 12.05.2009, 15:57:27
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Die Pensionskassen haben noch immer nichts gelernt!
Zudecken und Schönreden prolongiert!
Wien (OTS) - Die APA-Aussendung des Fachverbands der
Pensionskassen vom 12.5. beweist nur neuerlich ihre hinlänglich
bekannte Taktik, mit von ihnen und ihrer Arbeit unabhängigen Fakten
das morbide System der österreichischen Pensionskassen schönzureden
und zu bewahren.
Eine durchschnittliche Performance von +0,9% als Erfolg und
Turnaround zu bezeichnen, ist wohl der Gipfelpunkt der
Unverfrorenheit: Diese Performance ist einzig und allein der
momentanen Börsenentwicklung zuzuschreiben, die noch keinerlei
Prognosen auf die weitere Entwicklung zulässt und für rund zwei
Drittel der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten immer noch
drohende weitere Pensionskürzungen von bis zu 7% bedeutet.
Halten wir also fest: Zu den bisherigen Verlusten von bis zu 45%
drohen Ende 2009 weitere Kürzungen zumindest im einstelligen
Prozentbereich, sodass sich gegenüber den ursprünglichen
Pensionszusagen bereits unaufholbare Verluste von mehr als 50%
abzeichnen. Wenn der Fachverband und seine Pensionskassen
geflissentlich verschweigen, dass das auch für mindestens zwei
Drittel der künftigen Pensionsbezieher gilt, ist die
Verschleierungstendenz wohl offenkundig.
Wir dürfen daran erinnern, dass Mag. Böhm, der Chef des
Fachverbandes, in einer Live-Fernsehdiskussion im Oktober 2008 - als
schon die Spatzen die Finanzkrise vom Dach gepfiffen haben - noch
großspurig eine "schwarze Null" als Ergebniserwartung hinausposaunt
hat, während sich die tatsächliche Performance per 31.12. dann mit
durchschnittlich minus 13% herausgestellt hat.
Die offensichtlichen Mängel des österreichischen
Pensionskassensystems - übrigens des Schlusslichts der europäischen
Pensionskassen! - haben den Betroffenen unaufholbare Verluste bis zu
45% gebracht. Das hat zu einer machtvollen Protestdemonstration des
Pe|ka|be und in der Folge zur Installierung einer Reformkommission im
Finanzministerium geführt, die allerdings leider auch von der
Pensionskassenlobby stark dominiert und damit bedauerlicherweise in
ihren Möglichkeiten auf ein Minimum an kosmetischen Korrekturen
reduziert wird.
Man hat also aus der Vergangenheit nichts gelernt und will nichts
dazulernen! Andreas Khol, einer der Präsidenten des Seniorenrats
(O-Ton: "Die Krise hat Geburtsfehler des Pensionskassenmodells
offengelegt." Zitat aus FORMAT 19/09), wird leider wohl einsamer
Rufer in der Wüste bleiben.
Rückfragehinweis:
Pe|ka|be - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Pressesprecher Günter Braun
Tel. 0699 - 111 58 699
mailto: [email protected]
www.pekabe.at
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