- 29.04.2009, 12:02:06
- /
- OTS0183 OTW0183
ÖBB-BILANZ 2008 VON WIRTSCHAFTSKRISE STARK BETROFFEN
Rekordwerte bei Tonnagen und Fahrgäste
Wien (OTS) -
9 Mio. mehr Reisende, 1,5 Mio. Tonnen mehr im Güterverkehr,
Gesamterträge auf 5,831 Mrd. EUR gestiegen, eine
Infrastrukturoffensive mit Investitionen von mehr als 1,9 Milliarden
in den Ausbau der Schiene - das sind die ÖBB-Highlights des Jahres
2008. Hoher Rückstellungsbedarf für Finanzgeschäfte der vergangenen
Jahre in der Höhe von 543 Mio. EUR und eine durch die
Wirtschaftskrise notwendige Neubewertung des Anlagevermögens mit
Abschreibungen in der Höhe von 376 Mio. EUR belasten die Bilanz 2008.
Die Bilanz des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 weist
Zuwächse im Personen- und Güterverkehr auf. Mit 456 Mio. Reisenden
und 98,5 Mio. Tonnen transportierten Gütern haben wir neue
Spitzenwerte erreicht. In den ersten drei Quartalen gab es sowohl im
Personen- als auch Güterverkehr erfreuliche Zuwächse, sagt Peter
Klugar, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG. Die Finanz- und
Wirtschaftskrise hat aber bereits 2008 ihre Schatten in der
ÖBB-Bilanz hinterlassen. Rückgänge im vierten Quartal im
Güterverkehr, aber auch im Personen-Fernverkehr haben Ende des Jahres
zum Rückgang der Erträge geführt. Zusätzlich mussten die ÖBB nach den
Bilanzierungsrichtlinien IFRS (International Financial Reporting
Standards) eine Neubewertung des Anlagevermögens vornehmen. Sowohl
die Rückstellungen für die Finanzgeschäfte als auch die Neubewertung
des Anlagevermögens sind Einmal- bzw. Sondereffekte in der Bilanz.
Sie haben keine Auswirkungen auf den Substanzwert und die
Zukunftschancen der ÖBB.
Steigende Erträge, aber auch deutlich steigende Aufwendungen
Die Fahrgastzahlen im Personenverkehr und die Tonnagen im
Güterverkehr sind 2008 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Die
Gesamterträge 2008 sind um rund 310 Mio. EUR auf 5.831 Mio. EUR
gestiegen (2007: 5.521 Mio. EUR). Dem gegenüber steht aber ein
deutlicher Anstieg der Material- und Personalkosten: Die
Materialkosten stiegen von 1.910 Mio. EUR im Jahr 2007 um rund 173
Mio. EUR auf 2.083 Mio. EUR im Jahr 2008 an. Trotz des Rückgangs der
Mitarbeiterzahlen sind auch die Personalkosten angestiegen: von 2.137
Mio. EUR im Jahr 2007 auf 2.284 Mio. EUR im Jahr 2008. Weiters wuchs
die AfA um rund 415 Mio. EUR an: von 501 Mio. EUR im Jahr 2007 auf
915 Mio. EUR im Jahr 2008. 376 Mio. EUR davon stammen aus
außerordentlichen Abschreibungen. Für 2008 ergibt sich daraus ein
gegenüber 2007 deutlich gesunkenes EBIT von 51 Mio. Euro (2007: 514
Mio. Euro)
Neubewertung des Anlagevermögens wegen Wirtschaftkrise
Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung wurden die
Mehrjahresplanungen des ÖBB-Konzerns überarbeitet. Die Annahmen zum
Wirtschaftswachstum wurden deutlich reduziert und Planungsannahmen
aus den Vorjahren überarbeitet. Dabei haben wir insbesondere
Struktureffekte, begünstigte Dienstrechte, Vertragssituationen im
Verkehrsbereich und Restrukturierungsvorhaben auf der Zeitleiste in
die Planungen einbezogen, so Josef Halbmayr, Finanzvorstand der
ÖBB-Holding AG. Dies führte zu Abwertungserfordernissen im Bereich
des Anlagevermögens.
Rückstellungen für Finanzgeschäfte sichern die Zukunft
Die ÖBB haben 2005 mit der Deutschen Bank Finanzgeschäfte (so
genannte CDO) in Höhe von 612,9 Mio. EUR abgeschlossen. Damit haben
die ÖBB die Deutsche Bank gegen Kreditausfälle versichert. Angesichts
der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist das Risiko für
Kreditausfälle deutlich gestiegen, erläutert Finanzvorstand Halbmayr
den Hintergrund dieser Transaktionen. Deshalb haben die ÖBB das
Risiko für die bestehenden CDO-Geschäfte im Jahresabschluss 2008
vorsorglich mit Rückstellungen von 420 Mio. EUR (insgesamt -607 Mio.
EUR ) abgesichert. Dadurch verschlechtert sich das Finanzergebnis
einmalig um 420 Mio. EUR.
Personenverkehr: Schiene gewinnt, Bus bleibt konstant
Im Personenverkehr entfiel das Fahrgastplus 2008 zur Gänze auf die
Schiene, berichtet Gustav Poschalko, Vorstandsdirektor der
ÖBB-Holding AG für die Bereiche Personen- und Güterverkehr. Vor allem
die hohen Treibstoffpreise im 1. Halbjahr 2008 veranlassten viele
Pendler zum Umstieg auf die Bahn. 208 Mio. Fahrgäste nutzten im Jahr
2008 die Angebote der ÖBB im Schienenverkehr. Das entspricht einem
Plus von 4 % gegenüber 2007. Im letzten Quartal 2008 machte sich aber
auch im Personenverkehr bereits die Wirtschaftskrise bemerkbar. Vor
allem im Fernverkehr konnten die prognostizierten Zuwachsraten daher
nicht erreicht werden.
Auf den Nahverkehr entfielen 175 Mio. Reisende (2007: 170 Mio. = +3
%) und 33 Mio. auf den Fernverkehr (2007: 30 Mio. = +10 %). Die
Fahrgastzahlen der ÖBB-Postbus GmbH blieben mit 248 Mio. Passagieren
stabil auf dem bereits hohen Vorjahresniveau. Davon wurden 9 Mio.
Reisende in Tschechien über das Postbus-Tochterunternehmen SAD
transportiert.
Der Marktanteil der ÖBB im öffentlichen Personenverkehr belief sich
ohne Berücksichtigung des innerstädtischen Verkehrs auf rund 90 %.
Besonders deutliche Steigerungen von bis zu 18 % gab es durch die
neuen S-Bahn-Angebote in Vorarlberg und Salzburg und im
EURregio-Verkehr in die östlichen Nachbarstaaten mit bis zu +15 %.
Beim gemeinsam mit der Flughafen Wien AG betriebenen City Airport
Train (CAT) wurden die Fahrgastzahlen auf rund 1,1 Mio. gesteigert.
Die Zahl der VORTEILScard-Kunden ist 2008 von 1,41 Mio. auf über 1,69
Mio. Personen gestiegen.
railjet, die neue Qualität im Fernverkehr
Seit dem 14. Dezember 2008 ist der neue Hochgeschwindigkeitszug
railjet im Einsatz. Täglich gibt es eine railjet-Verbindung von
Budapest über Wien nach München und retour und eine Verbindung von
Wien nach Budapest und retour. Das neue Premium-Produkt findet bei
den ÖBB-Kunden großen Anklang. Mit 45.000 Fahrgästen und 500.000
zurückgelegten Kilometern kann nach 16 Wochen railjet-Einsatz eine
erste, sehr positive Zwischenbilanz gezogen werden.
Mit 6. April 2009 wurde das railjet-Angebot verdoppelt: jetzt werden
8 statt bisher 4 Verbindungen zwischen Wien, Budapest und München
angeboten.
Auch im Nahverkehr läuft die Modernisierung und Qualitätssteigerung
durch neue Züge auf Hochtouren. 2008 wurden insgesamt neue 24
Talent-Garnituren, 13 Desiro-Garnituren und 47 Doppelstockwagen mit
einer Investitionssumme von 249,3 Mio. EUR in Einsatz gebracht.
Postbus: Neue barrierefreie Busse
Die ÖBB-Postbus GmbH legt mit ihren rd. 2.100 Bussen und 950 Linien
bzw. 30.000 Kursen jährlich eine Distanz von rund 147,6 Mio. km
zurück. Neben der SAD Autobusy Ceské Budèjovice A.S. in Tschechien
ist die ÖBB-Postbus GmbH auch an zwei Schweizer Busgesellschaften,
der Bus Ostschweiz AG (BOS) und der Bus Sarganserland Werdenberg AG,
beteiligt. 2008 wurden 45,3 Mio. EUR in neue Busse, die allesamt
klimatisiert und barrierefrei ausgestattet sind, investiert. Auch mit
dem Produkt Vienna AirportLines konnten 2008 mehr als 1,4 Mio.
Fahrgäste verzeichnet werden (2007: 800.000). Im Sinne von
Klimaschutz und Kosteneinsparungen führte die ÖBB-Postbus GmbH 2008
umfangreiche Eco-Driver- und Safety-Driver-Ausbildungen für
Postbus-LenkerInnen durch. Damit gelang es, das hohe
Sicherheitsniveau im Busverkehr weiter zu steigern und außerdem 10 %
der bisher verbrauchten Dieselmenge einzusparen. Für 2009 rechnen wir
im Personenverkehr mit einem mäßigen Wachstum, so Vorstand Gustav
Poschalko. Die Stagnation im Fernverkehr und ein, aufgrund der
höheren Arbeitslosigkeit nur mäßiges Wachstum im Regionalverkehr
lassen nicht die hohen Zuwächse zu, die noch vor der Wirtschaftskrise
prognostiziert worden sind.
RCA: Tonnage- und Umsatzrekord, aber deutlicher Abschwung Ende 2008
Auch die Rail Cargo Austria AG (RCA) meldete 2008 ein weiteres
Rekordergebnis: mit 98,5 Mio. Tonnen Gütern wurde ein
Beförderungsplus von 1,5 Mio. Tonnen erreicht. Im letzten Quartal
2008 hat die Wirtschaftskrise aber auch die RCA voll erfasst. Mit
Rückgängen von ca. 15 % konnten die angestrebten 100 Mio. Tonnen
beförderter Güter nicht erreicht werden. Mit 92,3% Marktanteil am
Schienengüterverkehr ist die Rail Cargo Austria der Marktführer in
Österreich. Sie sorgt mit einem Schienen-Anteil von rund 30% am Modal
Split für eine europaweit überproportionale Präsenz der Schiene im
heimischen Gütertransport.
Im europäischen Ranking konnte die RCA 2008 unter die Top 3 vorstoßen
- gemessen an den absoluten Tonnagezahlen. Legt man die beförderten
Tonnen je Einwohner zugrunde, ist die RCA sogar Spitzenreiter in
Europa. Die Gesamtlogistik-Kompetenz erstreckt sich mit 93
Beteiligungen in 24 Ländern mittlerweile auf ganz Europa. In Ost- und
Südosteuropa hat die RCA bereits die Marktführerschaft erreicht. 2008
wurden die Flotte um 2.000 Wagen aufgestockt, bis 2011 sollen
insgesamt rund 5.000 neue Wagen angeschafft werden.
Zusätzlich zum operativen Geschäft erreichte der ÖBB-Teilkonzern aber
auch einen zweiten großen Erfolg: Die RCA gewann das
Bestbieterverfahren für die Privatisierung der ungarischen Güterbahn
MÁV Cargo und unterschrieb am 2. Jänner 2008 den Kaufvertrag. Am 2.
Dezember 2008 wurde schließlich auch die kartellrechtliche Prüfung
der EU-Wettbewerbsbehörde positiv abgeschlossen. Die MÁV Cargo
beförderte 2008 rund 41,5 Mio. Tonnen Güter und hatte mit 3.700
MitarbeiterInnen rund 13.000 Wagen sowie einen Wagen herstellenden
Betrieb und einen Umschlagsterminal zur Breitspur-Bahn an der
ukrainischen Grenze im Einsatz. Mit dieser erfolgreichen Akquisition
ist die Rail Cargo Austria zur Nummer 3 unter den Güterbahnen Europas
geworden mit einer Flotte von über 30.000 Wagen, so Gustav
Poschalko. Das EBIT der RCA verringerte sich 2008 von 24,7 Mio. EUR
auf
-39,4 Mio. EUR. Hauptverantwortlich dafür waren Impairments im
Anlagevermögen.
Lokflotte expandiert weiter, Werkstätten europaweit gefragt
Die ÖBB-Traktion GmbH hat die Modernisierung ihrer Lokflotte mit
hohem Tempo vorangetrieben. 2008 wurden 6 TAURUS-Lokomotiven der
Reihe 1216 mit einem Investitionsvolumen von 21,7 Mio. EUR geliefert,
somit umfasst der Lok-Fuhrpark der ÖBB-Traktion GmbH nunmehr 382
TAURUS Lokomotiven. Insgesamt wurden in den letzten 10 Jahren rund
1,2 Mrd. EUR in die Modernisierung der Lokflotte investiert. Weiters
wurde die Zulassung der ÖBB-Lokomotiven in allen Nachbarländern
forciert. So konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Zulassung und
der Betrieb von 1216-Lokomotiven in Italien, Slowenien und Tschechien
realisiert und damit auch die Laufleistung der Fahrzeuge signifikant
erhöht werden.
Ebenfalls auf Europakurs befand sich 2008 die ÖBB-Technische Services
GmbH. Im Rahmen der Internationalisierungsbestrebungen wurde 2008 ein
Joint Venture in der Slowakei mit ZOS Trnva gegründet, ein
Wartungsvertrag über die Instandhaltung der slowenischen
TAURUS-Flotte abgeschlossen sowie der bestehende Wartungsvertrag mit
der Raab-Ödenburger Eisenbahn erweitert. Parallel dazu hat
ÖBB-Technische Service GmbH tief greifende Rationalisierungs- und
Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Österreich umgesetzt. Die
Produktivität der Werkstätten konnte in den letzten Jahren um 30%
gesteigert werden. Die Werkstättensysteme in Österreich wurden völlig
neu ausgerichtet. Mit einem Investitionsvolumen von rund 160 Mio EUR,
verteilt auf vier Jahre, wird für Partner und Kunden die bestmögliche
Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeugflotte erreicht und
die Wartung der neuen Züge wie Talent, Desiro und vor allem railjet
optimal gestaltet.
Infrastruktur Betrieb: Pünktlichkeit weiter gesteigert, Bahnübergänge
sicherer
Im Jahr 2008 stand das Thema Sicherheit im Fokus der
ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG. Mit treffsicheren internen und externen
Maßnahmen und Initiativen wurden neue Maßstäbe für noch mehr
Sicherheit gesetzt. Im Herbst 2008 ging die erste neue
Betriebsführungszentrale in Innsbruck in Betrieb. Von dort werden 400
Weichen und 500 Signale zentral gesteuert. In den nächsten Jahren
sollen die derzeit mehr als 500 dezentral eingerichteten
Betriebsstellen in eine österreichweite Verkehrsleitzentrale zur
Koordinierung des Verkehrs im Gesamtnetz und in fünf
Betriebsführungszentralen zur Steuerung und operativen Durchführung
zusammengeführt werden. Damit wird einerseits die Sicherheit
verbessert und andererseits werden Produktivität und
Transportkapazitäten deutlich erhöht.
Besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Sicherheit von
Eisenbahnkreuzungen gelegt. In diesem besonders sensiblen
Gefahrenbereich konnte 2008 ein deutlicher Rückgang der Unfallfolgen
für beteiligte Straßenbenützer erzielt werden. 2008 wurden 25 Mio.
EUR in die zusätzliche Sicherung bzw. Auflassung von
Eisenbahnkreuzungen investiert. Im Berichtsjahr wurde das Programm
Sicherheit macht Schule gestartet, das bei Jugendlichen die
Bewusstseinsbildung für die Gefahren von unerlaubtem Überschreiten
von Gleisen fördert und zur Unfallvermeidung beiträgt.
Im April 2008 wurde ein wichtiges Zukunftsprojekt gestartet, mit dem
die Sicherheit des Systems Bahn weiter verstärkt und die
Betriebsabwicklung noch effizienter gestaltet werden soll: das
Programm zur Einführung des European Train Control System (ETCS)
Level 2. Mit ETCS Level 2 werden weitere Qualitäts- und
Sicherheitsverbesserungen sowie Kapazitätssteigerungen generiert
stellt Peter Klugar die Vorteile dieses innovativen Systems vor. Der
dazu erforderliche digitale GSM-R-Zugfunk ist bereits seit Mai 2008
auf der Teststrecke Wels - Passau erfolgreich im Piloteinsatz.
Zusätzlich zum Betrieb des rd. 5.700 km langen Streckennetzes der ÖBB
managt die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG auch die 1.310
Verkehrsstationen in ganz Österreich und sorgt für die Information
der Reisenden sowie für Sicherheit und Sauberkeit. Im Rahmen des 2005
gestarteten Programms Qualitätsfokus Bahnhof wurden hier erneut 7,4
Mio. EUR in ein verbessertes Erscheinungsbild, Informations- und
Wegeleitsysteme sowie Barrierefreiheit investiert. Am Netz der ÖBB
waren 2008 insgesamt 22 Eisenbahnverkehrsunternehmen zugelassen.
Bauen für Generationen: Rekordinvestitionen in die Infrastruktur
Einen Höhepunkt erreichten 2008 auch die Investitionen in den Aus-
und Neubau der Eisenbahn-Infrastruktur. 2008 wurden 1.905,8 Mio. EUR
(2007: 1.879 Mio. EUR) investiert. Wesentliche Projekte der
ÖBB-Infrastruktur Bau AG waren dabei der viergleisigen Ausbau der
Westbahn und des Unterinntals, der Bau der Koralmbahn als Teil des
Baltisch-Adriatischen Korridors und das Trassenauswahlverfahren für
den Semmering Basistunnel Neu. Weitere laufende Großprojekte des
Jahres 2008 waren der Bau des Lainzer Tunnels, die Bahnhofsoffensive
mit der Modernisierung der Bahnhöfe St. Pölten Hauptbahnhof und
Salzburg Hauptbahnhof, dem Umbau des Westbahnhofs zur BahnhofCity
Wien West und der Vorbereitung des Großprojektes Wien Hauptbahnhof.
Insgesamt arbeitete die ÖBB-Infrastruktur Bau AG im Geschäftsjahr
2008 an rund 1.500 Planungs- und Bauprojekten Der größte Teil dieser
Projekte diente der Verbesserung der Qualität des Bestandsnetzes. Bis
2020 wollen wir in Summe rund 24.500 Mio. EUR investiert werden, um
die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Schiene deutlich zu
steigern, so Peter Klugar, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding
AG.
Bereits Ende 2007 kam es zu einer wichtigen Neuerung im Bereich der
Infrastrukturfinanzierung: Mit dem Budgetermächtigungsgesetz 2007
wurde geregelt, dass der Bund künftig 70 % der Tilgungsraten und
Zinsaufwendungen für Infrastruktur-Investitionen übernimmt - und zwar
über eine Annuität von 30 Jahren.
Die Verwaltung, Entwicklung und Verwertung der ÖBB-Immobilien wird
von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH abgewickelt. Im Berichtsjahr
trug der Immobilienbereich mit rund 103 Mio. EUR Erlösen aus
Vermietung und Verpachtung und rund 60 Mio. EUR Verkaufserlösen
wesentlich zum Konzernergebnis bei.
MitarbeiterInnen-Stand leicht rückläufig, Frauen und Lehrlinge am Zug
Per Jahresende 2008 arbeiteten 42.265 MitarbeiterInnen im
ÖBB-Konzern, um 628 weniger als Ende 2007 (-1,5 %). Die Zahl der
Lehrlinge stieg auf 1.424 zu Jahresende 2008 (+11 %). Insgesamt
bildet der ÖBB-Konzern Jugendliche in 18 Lehrberufen aus. Von den
technischen Lehrlingen konnten nach Abschluss der Ausbildung rund 60%
in ein fixes Dienstverhältnis übernommen werden, bei den
kaufmännischen Lehrlingen waren es rund 90%. Der Frauenanteil im
Konzern stieg von 6,3% auf 8,2%, die Anzahl der MitarbeiterInnen mit
einem besonderen Kündigungsschutz fiel von rund 32.300 auf 30.050.
2009 - Jahr der Herausforderungen
Die Wirtschaftskrise wird sich aus derzeitiger Sicht auch im heurigen
Jahr stark bemerkbar machen. Im Absatzbereich ist 2009 mit einer
Stagnation zur rechnen. Daher müssen die ÖBB einerseits bei den
Kosten ein klares Einsparungsprogramm umsetzen, andererseits wie z.B.
im Güterverkehrsbereich eine deutliche Vertriebsoffensive setzen.
Wichtig wird auch die Möglichkeit zum flexiblen Einsatz von
Mitarbeitern sein. In Abstimmung mit dem Betriebsrat wird daher an
einem Verlagerungskonzept im Personalbereich gearbeitet. Auch ein
überarbeitetes Flächenkonzept, das genau definiert, welche Strecken
in Zukunft wirtschaftlich und ökologisch Sinn machen, soll einen
erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Ertragslage beisteuern.
Um zusätzliche Einsparungen zu erreichen, sind neue gesetzliche
Rahmenbedingungen erforderlich. Sowohl für die Zusammenlegung der
beiden Infrastrukturgesellschaften als auch für die Verknüpfung von
Traktion und Verschub und die Neuorganisation der
ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft (DLG) ist eine Änderung des
Bundesbahnstrukturgesetztes erforderlich.
Der ÖBB-Geschäftsbericht 2008 und das Handout zur
Bilanz-Pressekonferenz zum Download auf:
http://www.oebb.at/holding/de/Pressecorner/Presseinformationen/index.
jsp
Rückfragehinweis:
Alfred Ruhaltinger
ÖBB-Holding AG
Leiter Externe Kommunikation
Tel.: 01/93000-44279
Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBB






