ÖBB-BILANZ 2008 VON WIRTSCHAFTSKRISE STARK BETROFFEN

Rekordwerte bei Tonnagen und Fahrgäste

Wien (OTS) - 9 Mio. mehr Reisende, 1,5 Mio. Tonnen mehr im Güterverkehr, Gesamterträge auf 5,831 Mrd. EUR gestiegen, eine Infrastrukturoffensive mit Investitionen von mehr als 1,9 Milliarden in den Ausbau der Schiene - das sind die ÖBB-Highlights des Jahres 2008. Hoher Rückstellungsbedarf für Finanzgeschäfte der vergangenen Jahre in der Höhe von 543 Mio. EUR und eine durch die Wirtschaftskrise notwendige Neubewertung des Anlagevermögens mit Abschreibungen in der Höhe von 376 Mio. EUR belasten die Bilanz 2008.

Die Bilanz des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 weist Zuwächse im Personen- und Güterverkehr auf. Mit 456 Mio. Reisenden und 98,5 Mio. Tonnen transportierten Gütern haben wir neue Spitzenwerte erreicht. In den ersten drei Quartalen gab es sowohl im Personen- als auch Güterverkehr erfreuliche Zuwächse, sagt Peter Klugar, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat aber bereits 2008 ihre Schatten in der ÖBB-Bilanz hinterlassen. Rückgänge im vierten Quartal im Güterverkehr, aber auch im Personen-Fernverkehr haben Ende des Jahres zum Rückgang der Erträge geführt. Zusätzlich mussten die ÖBB nach den Bilanzierungsrichtlinien IFRS (International Financial Reporting Standards) eine Neubewertung des Anlagevermögens vornehmen. Sowohl die Rückstellungen für die Finanzgeschäfte als auch die Neubewertung des Anlagevermögens sind Einmal- bzw. Sondereffekte in der Bilanz. Sie haben keine Auswirkungen auf den Substanzwert und die Zukunftschancen der ÖBB.

Steigende Erträge, aber auch deutlich steigende Aufwendungen
Die Fahrgastzahlen im Personenverkehr und die Tonnagen im Güterverkehr sind 2008 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Die Gesamterträge 2008 sind um rund 310 Mio. EUR auf 5.831 Mio. EUR gestiegen (2007: 5.521 Mio. EUR). Dem gegenüber steht aber ein deutlicher Anstieg der Material- und Personalkosten: Die Materialkosten stiegen von 1.910 Mio. EUR im Jahr 2007 um rund 173 Mio. EUR auf 2.083 Mio. EUR im Jahr 2008 an. Trotz des Rückgangs der Mitarbeiterzahlen sind auch die Personalkosten angestiegen: von 2.137 Mio. EUR im Jahr 2007 auf 2.284 Mio. EUR im Jahr 2008. Weiters wuchs die AfA um rund 415 Mio. EUR an: von 501 Mio. EUR im Jahr 2007 auf 915 Mio. EUR im Jahr 2008. 376 Mio. EUR davon stammen aus außerordentlichen Abschreibungen. Für 2008 ergibt sich daraus ein gegenüber 2007 deutlich gesunkenes EBIT von 51 Mio. Euro (2007: 514 Mio. Euro)

Neubewertung des Anlagevermögens wegen Wirtschaftkrise
Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung wurden die Mehrjahresplanungen des ÖBB-Konzerns überarbeitet. Die Annahmen zum Wirtschaftswachstum wurden deutlich reduziert und Planungsannahmen aus den Vorjahren überarbeitet. Dabei haben wir insbesondere Struktureffekte, begünstigte Dienstrechte, Vertragssituationen im Verkehrsbereich und Restrukturierungsvorhaben auf der Zeitleiste in die Planungen einbezogen, so Josef Halbmayr, Finanzvorstand der ÖBB-Holding AG. Dies führte zu Abwertungserfordernissen im Bereich des Anlagevermögens.

Rückstellungen für Finanzgeschäfte sichern die Zukunft
Die ÖBB haben 2005 mit der Deutschen Bank Finanzgeschäfte (so genannte CDO) in Höhe von 612,9 Mio. EUR abgeschlossen. Damit haben die ÖBB die Deutsche Bank gegen Kreditausfälle versichert. Angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ist das Risiko für Kreditausfälle deutlich gestiegen, erläutert Finanzvorstand Halbmayr den Hintergrund dieser Transaktionen. Deshalb haben die ÖBB das Risiko für die bestehenden CDO-Geschäfte im Jahresabschluss 2008 vorsorglich mit Rückstellungen von 420 Mio. EUR (insgesamt -607 Mio. EUR ) abgesichert. Dadurch verschlechtert sich das Finanzergebnis einmalig um 420 Mio. EUR.

Personenverkehr: Schiene gewinnt, Bus bleibt konstant
Im Personenverkehr entfiel das Fahrgastplus 2008 zur Gänze auf die Schiene, berichtet Gustav Poschalko, Vorstandsdirektor der ÖBB-Holding AG für die Bereiche Personen- und Güterverkehr. Vor allem die hohen Treibstoffpreise im 1. Halbjahr 2008 veranlassten viele Pendler zum Umstieg auf die Bahn. 208 Mio. Fahrgäste nutzten im Jahr 2008 die Angebote der ÖBB im Schienenverkehr. Das entspricht einem Plus von 4 % gegenüber 2007. Im letzten Quartal 2008 machte sich aber auch im Personenverkehr bereits die Wirtschaftskrise bemerkbar. Vor allem im Fernverkehr konnten die prognostizierten Zuwachsraten daher nicht erreicht werden.

Auf den Nahverkehr entfielen 175 Mio. Reisende (2007: 170 Mio. = +3 %) und 33 Mio. auf den Fernverkehr (2007: 30 Mio. = +10 %). Die Fahrgastzahlen der ÖBB-Postbus GmbH blieben mit 248 Mio. Passagieren stabil auf dem bereits hohen Vorjahresniveau. Davon wurden 9 Mio. Reisende in Tschechien über das Postbus-Tochterunternehmen SAD transportiert.

Der Marktanteil der ÖBB im öffentlichen Personenverkehr belief sich ohne Berücksichtigung des innerstädtischen Verkehrs auf rund 90 %. Besonders deutliche Steigerungen von bis zu 18 % gab es durch die neuen S-Bahn-Angebote in Vorarlberg und Salzburg und im EURregio-Verkehr in die östlichen Nachbarstaaten mit bis zu +15 %. Beim gemeinsam mit der Flughafen Wien AG betriebenen City Airport Train (CAT) wurden die Fahrgastzahlen auf rund 1,1 Mio. gesteigert. Die Zahl der VORTEILScard-Kunden ist 2008 von 1,41 Mio. auf über 1,69 Mio. Personen gestiegen.

railjet, die neue Qualität im Fernverkehr
Seit dem 14. Dezember 2008 ist der neue Hochgeschwindigkeitszug railjet im Einsatz. Täglich gibt es eine railjet-Verbindung von Budapest über Wien nach München und retour und eine Verbindung von Wien nach Budapest und retour. Das neue Premium-Produkt findet bei den ÖBB-Kunden großen Anklang. Mit 45.000 Fahrgästen und 500.000 zurückgelegten Kilometern kann nach 16 Wochen railjet-Einsatz eine erste, sehr positive Zwischenbilanz gezogen werden.
Mit 6. April 2009 wurde das railjet-Angebot verdoppelt: jetzt werden 8 statt bisher 4 Verbindungen zwischen Wien, Budapest und München angeboten.
Auch im Nahverkehr läuft die Modernisierung und Qualitätssteigerung durch neue Züge auf Hochtouren. 2008 wurden insgesamt neue 24 Talent-Garnituren, 13 Desiro-Garnituren und 47 Doppelstockwagen mit einer Investitionssumme von 249,3 Mio. EUR in Einsatz gebracht.

Postbus: Neue barrierefreie Busse
Die ÖBB-Postbus GmbH legt mit ihren rd. 2.100 Bussen und 950 Linien bzw. 30.000 Kursen jährlich eine Distanz von rund 147,6 Mio. km zurück. Neben der SAD Autobusy Ceské Budèjovice A.S. in Tschechien ist die ÖBB-Postbus GmbH auch an zwei Schweizer Busgesellschaften, der Bus Ostschweiz AG (BOS) und der Bus Sarganserland Werdenberg AG, beteiligt. 2008 wurden 45,3 Mio. EUR in neue Busse, die allesamt klimatisiert und barrierefrei ausgestattet sind, investiert. Auch mit dem Produkt Vienna AirportLines konnten 2008 mehr als 1,4 Mio. Fahrgäste verzeichnet werden (2007: 800.000). Im Sinne von Klimaschutz und Kosteneinsparungen führte die ÖBB-Postbus GmbH 2008 umfangreiche Eco-Driver- und Safety-Driver-Ausbildungen für Postbus-LenkerInnen durch. Damit gelang es, das hohe Sicherheitsniveau im Busverkehr weiter zu steigern und außerdem 10 % der bisher verbrauchten Dieselmenge einzusparen. Für 2009 rechnen wir im Personenverkehr mit einem mäßigen Wachstum, so Vorstand Gustav Poschalko. Die Stagnation im Fernverkehr und ein, aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit nur mäßiges Wachstum im Regionalverkehr lassen nicht die hohen Zuwächse zu, die noch vor der Wirtschaftskrise prognostiziert worden sind.

RCA: Tonnage- und Umsatzrekord, aber deutlicher Abschwung Ende 2008 Auch die Rail Cargo Austria AG (RCA) meldete 2008 ein weiteres Rekordergebnis: mit 98,5 Mio. Tonnen Gütern wurde ein Beförderungsplus von 1,5 Mio. Tonnen erreicht. Im letzten Quartal 2008 hat die Wirtschaftskrise aber auch die RCA voll erfasst. Mit Rückgängen von ca. 15 % konnten die angestrebten 100 Mio. Tonnen beförderter Güter nicht erreicht werden. Mit 92,3% Marktanteil am Schienengüterverkehr ist die Rail Cargo Austria der Marktführer in Österreich. Sie sorgt mit einem Schienen-Anteil von rund 30% am Modal Split für eine europaweit überproportionale Präsenz der Schiene im heimischen Gütertransport.

Im europäischen Ranking konnte die RCA 2008 unter die Top 3 vorstoßen - gemessen an den absoluten Tonnagezahlen. Legt man die beförderten Tonnen je Einwohner zugrunde, ist die RCA sogar Spitzenreiter in Europa. Die Gesamtlogistik-Kompetenz erstreckt sich mit 93 Beteiligungen in 24 Ländern mittlerweile auf ganz Europa. In Ost- und Südosteuropa hat die RCA bereits die Marktführerschaft erreicht. 2008 wurden die Flotte um 2.000 Wagen aufgestockt, bis 2011 sollen insgesamt rund 5.000 neue Wagen angeschafft werden.

Zusätzlich zum operativen Geschäft erreichte der ÖBB-Teilkonzern aber auch einen zweiten großen Erfolg: Die RCA gewann das Bestbieterverfahren für die Privatisierung der ungarischen Güterbahn MÁV Cargo und unterschrieb am 2. Jänner 2008 den Kaufvertrag. Am 2. Dezember 2008 wurde schließlich auch die kartellrechtliche Prüfung der EU-Wettbewerbsbehörde positiv abgeschlossen. Die MÁV Cargo beförderte 2008 rund 41,5 Mio. Tonnen Güter und hatte mit 3.700 MitarbeiterInnen rund 13.000 Wagen sowie einen Wagen herstellenden Betrieb und einen Umschlagsterminal zur Breitspur-Bahn an der ukrainischen Grenze im Einsatz. Mit dieser erfolgreichen Akquisition ist die Rail Cargo Austria zur Nummer 3 unter den Güterbahnen Europas geworden mit einer Flotte von über 30.000 Wagen, so Gustav Poschalko. Das EBIT der RCA verringerte sich 2008 von 24,7 Mio. EUR auf
-39,4 Mio. EUR. Hauptverantwortlich dafür waren Impairments im Anlagevermögen.

Lokflotte expandiert weiter, Werkstätten europaweit gefragt
Die ÖBB-Traktion GmbH hat die Modernisierung ihrer Lokflotte mit hohem Tempo vorangetrieben. 2008 wurden 6 TAURUS-Lokomotiven der Reihe 1216 mit einem Investitionsvolumen von 21,7 Mio. EUR geliefert, somit umfasst der Lok-Fuhrpark der ÖBB-Traktion GmbH nunmehr 382 TAURUS Lokomotiven. Insgesamt wurden in den letzten 10 Jahren rund 1,2 Mrd. EUR in die Modernisierung der Lokflotte investiert. Weiters wurde die Zulassung der ÖBB-Lokomotiven in allen Nachbarländern forciert. So konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Zulassung und der Betrieb von 1216-Lokomotiven in Italien, Slowenien und Tschechien realisiert und damit auch die Laufleistung der Fahrzeuge signifikant erhöht werden.

Ebenfalls auf Europakurs befand sich 2008 die ÖBB-Technische Services GmbH. Im Rahmen der Internationalisierungsbestrebungen wurde 2008 ein Joint Venture in der Slowakei mit ZOS Trnva gegründet, ein Wartungsvertrag über die Instandhaltung der slowenischen TAURUS-Flotte abgeschlossen sowie der bestehende Wartungsvertrag mit der Raab-Ödenburger Eisenbahn erweitert. Parallel dazu hat ÖBB-Technische Service GmbH tief greifende Rationalisierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Österreich umgesetzt. Die Produktivität der Werkstätten konnte in den letzten Jahren um 30% gesteigert werden. Die Werkstättensysteme in Österreich wurden völlig neu ausgerichtet. Mit einem Investitionsvolumen von rund 160 Mio EUR, verteilt auf vier Jahre, wird für Partner und Kunden die bestmögliche Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeugflotte erreicht und die Wartung der neuen Züge wie Talent, Desiro und vor allem railjet optimal gestaltet.

Infrastruktur Betrieb: Pünktlichkeit weiter gesteigert, Bahnübergänge sicherer
Im Jahr 2008 stand das Thema Sicherheit im Fokus der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG. Mit treffsicheren internen und externen Maßnahmen und Initiativen wurden neue Maßstäbe für noch mehr Sicherheit gesetzt. Im Herbst 2008 ging die erste neue Betriebsführungszentrale in Innsbruck in Betrieb. Von dort werden 400 Weichen und 500 Signale zentral gesteuert. In den nächsten Jahren sollen die derzeit mehr als 500 dezentral eingerichteten Betriebsstellen in eine österreichweite Verkehrsleitzentrale zur Koordinierung des Verkehrs im Gesamtnetz und in fünf Betriebsführungszentralen zur Steuerung und operativen Durchführung zusammengeführt werden. Damit wird einerseits die Sicherheit verbessert und andererseits werden Produktivität und Transportkapazitäten deutlich erhöht.

Besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Sicherheit von Eisenbahnkreuzungen gelegt. In diesem besonders sensiblen Gefahrenbereich konnte 2008 ein deutlicher Rückgang der Unfallfolgen für beteiligte Straßenbenützer erzielt werden. 2008 wurden 25 Mio. EUR in die zusätzliche Sicherung bzw. Auflassung von Eisenbahnkreuzungen investiert. Im Berichtsjahr wurde das Programm Sicherheit macht Schule gestartet, das bei Jugendlichen die Bewusstseinsbildung für die Gefahren von unerlaubtem Überschreiten von Gleisen fördert und zur Unfallvermeidung beiträgt.

Im April 2008 wurde ein wichtiges Zukunftsprojekt gestartet, mit dem die Sicherheit des Systems Bahn weiter verstärkt und die Betriebsabwicklung noch effizienter gestaltet werden soll: das Programm zur Einführung des European Train Control System (ETCS) Level 2. Mit ETCS Level 2 werden weitere Qualitäts- und Sicherheitsverbesserungen sowie Kapazitätssteigerungen generiert stellt Peter Klugar die Vorteile dieses innovativen Systems vor. Der dazu erforderliche digitale GSM-R-Zugfunk ist bereits seit Mai 2008 auf der Teststrecke Wels - Passau erfolgreich im Piloteinsatz.

Zusätzlich zum Betrieb des rd. 5.700 km langen Streckennetzes der ÖBB managt die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG auch die 1.310 Verkehrsstationen in ganz Österreich und sorgt für die Information der Reisenden sowie für Sicherheit und Sauberkeit. Im Rahmen des 2005 gestarteten Programms Qualitätsfokus Bahnhof wurden hier erneut 7,4 Mio. EUR in ein verbessertes Erscheinungsbild, Informations- und Wegeleitsysteme sowie Barrierefreiheit investiert. Am Netz der ÖBB waren 2008 insgesamt 22 Eisenbahnverkehrsunternehmen zugelassen.

Bauen für Generationen: Rekordinvestitionen in die Infrastruktur Einen Höhepunkt erreichten 2008 auch die Investitionen in den Aus-und Neubau der Eisenbahn-Infrastruktur. 2008 wurden 1.905,8 Mio. EUR (2007: 1.879 Mio. EUR) investiert. Wesentliche Projekte der ÖBB-Infrastruktur Bau AG waren dabei der viergleisigen Ausbau der Westbahn und des Unterinntals, der Bau der Koralmbahn als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors und das Trassenauswahlverfahren für den Semmering Basistunnel Neu. Weitere laufende Großprojekte des Jahres 2008 waren der Bau des Lainzer Tunnels, die Bahnhofsoffensive mit der Modernisierung der Bahnhöfe St. Pölten Hauptbahnhof und Salzburg Hauptbahnhof, dem Umbau des Westbahnhofs zur BahnhofCity Wien West und der Vorbereitung des Großprojektes Wien Hauptbahnhof. Insgesamt arbeitete die ÖBB-Infrastruktur Bau AG im Geschäftsjahr 2008 an rund 1.500 Planungs- und Bauprojekten Der größte Teil dieser Projekte diente der Verbesserung der Qualität des Bestandsnetzes. Bis 2020 wollen wir in Summe rund 24.500 Mio. EUR investiert werden, um die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Schiene deutlich zu steigern, so Peter Klugar, Sprecher des Vorstandes der ÖBB-Holding AG.

Bereits Ende 2007 kam es zu einer wichtigen Neuerung im Bereich der Infrastrukturfinanzierung: Mit dem Budgetermächtigungsgesetz 2007 wurde geregelt, dass der Bund künftig 70 % der Tilgungsraten und Zinsaufwendungen für Infrastruktur-Investitionen übernimmt - und zwar über eine Annuität von 30 Jahren.

Die Verwaltung, Entwicklung und Verwertung der ÖBB-Immobilien wird von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH abgewickelt. Im Berichtsjahr trug der Immobilienbereich mit rund 103 Mio. EUR Erlösen aus Vermietung und Verpachtung und rund 60 Mio. EUR Verkaufserlösen wesentlich zum Konzernergebnis bei.

MitarbeiterInnen-Stand leicht rückläufig, Frauen und Lehrlinge am Zug Per Jahresende 2008 arbeiteten 42.265 MitarbeiterInnen im ÖBB-Konzern, um 628 weniger als Ende 2007 (-1,5 %). Die Zahl der Lehrlinge stieg auf 1.424 zu Jahresende 2008 (+11 %). Insgesamt bildet der ÖBB-Konzern Jugendliche in 18 Lehrberufen aus. Von den technischen Lehrlingen konnten nach Abschluss der Ausbildung rund 60% in ein fixes Dienstverhältnis übernommen werden, bei den kaufmännischen Lehrlingen waren es rund 90%. Der Frauenanteil im Konzern stieg von 6,3% auf 8,2%, die Anzahl der MitarbeiterInnen mit einem besonderen Kündigungsschutz fiel von rund 32.300 auf 30.050.

2009 - Jahr der Herausforderungen
Die Wirtschaftskrise wird sich aus derzeitiger Sicht auch im heurigen Jahr stark bemerkbar machen. Im Absatzbereich ist 2009 mit einer Stagnation zur rechnen. Daher müssen die ÖBB einerseits bei den Kosten ein klares Einsparungsprogramm umsetzen, andererseits wie z.B. im Güterverkehrsbereich eine deutliche Vertriebsoffensive setzen. Wichtig wird auch die Möglichkeit zum flexiblen Einsatz von Mitarbeitern sein. In Abstimmung mit dem Betriebsrat wird daher an einem Verlagerungskonzept im Personalbereich gearbeitet. Auch ein überarbeitetes Flächenkonzept, das genau definiert, welche Strecken in Zukunft wirtschaftlich und ökologisch Sinn machen, soll einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Ertragslage beisteuern.
Um zusätzliche Einsparungen zu erreichen, sind neue gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich. Sowohl für die Zusammenlegung der beiden Infrastrukturgesellschaften als auch für die Verknüpfung von Traktion und Verschub und die Neuorganisation der ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft (DLG) ist eine Änderung des Bundesbahnstrukturgesetztes erforderlich.

Der ÖBB-Geschäftsbericht 2008 und das Handout zur Bilanz-Pressekonferenz zum Download auf:
http://www.oebb.at/holding/de/Pressecorner/Presseinformationen/index.
jsp

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Alfred Ruhaltinger
ÖBB-Holding AG
Leiter Externe Kommunikation
Tel.: 01/93000-44279
Mail: alfred.ruhaltinger@oebb.at

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