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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Welt fiebert der Grippe entgegen" (Von GABRIELE STARCK)
Ausgabe vom 29. April 2009
Wien (OTS) - Hysterie, Panikmache oder reale Bedrohung? Man mag
den Kopf schütteln ob der Aufregung über 150 Grippetote in Mexiko und
vielleicht ebenso vielen Erkrankten weltweit, die noch dazu nicht in
Lebensgefahr schweben. Doch, die Maßnahmen, die international in den
vergangenen Tagen gesetzt wurden, haben nichts mit Panikmache zu tun.
Sie sollen nur verhindern, dass sich das neue Virus weiter
ausbreitet.
Daran kann nichts auszusetzen sein. Denn schon die saisonale echte
Grippe wird in der Volksmeinung nach wie vor unterschätzt. Jährlich
sterben Hundertausende auf der Welt an ihren Folgeerkrankungen.
Zudem kam es immer schon - auch ohne weltumspannende Mobilität -
zu verheerenden Pandemien. So starben etwa zwischen 1918 und 1920 an
die 50 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe.
Und das beunruhigendste Argument, warum die Entwicklung genau
beobachtet werden und die Welt sich vorbereiten muss: Die
fälschlicherweise als Schweinegrippe bezeichnete neue Influenza ist
ein hochkomplexes Virus, hochansteckend, und das von Mensch zu
Mensch. Das macht sie brisanter als die Vogelgrippe im Jahr 2003, die
bislang nur in äußerst seltenen Fällen unter Menschen weitergegeben
wurde. Und das wahrscheinlich nicht zuletzt deshalb, weil damals
umfassende Vorkehrungsmaßnahmen gesetzt wurden.
Letztlich kann man also froh sein, wenn die Frage, ob Panikmache
oder reale Bedrohung, unbeantwortbar bleibt. Denn dann ging der Kelch
einer neuen Pandemie an der Menschheit vorüber - vorerst zumindest.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung,
Chefredaktion Tel.: 05 04 03 DW 610
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