Lopatka: Es ist richtig, dort zu bleiben, auch im Sinne des europäischen Gedankens

Staatssekretär zum Engagement der österreichischen Banken in Zentral- und Osteuropa

Wien (ÖVP-PK) - Das Engagement der österreichischen Banken in Länder Zentral- und Osteuropas (CEE) war und ist überdurchschnittlich - und das bietet mehr Chancen als Risiken. Wir haben nicht nur in der Vergangenheit davon profitiert. Studien zeigen, dass mindestens 150.000 Arbeitsplätze direkt dadurch geschaffen und gesichert worden sind, weil dem Engagement der Banken auch die Unternehmungen gefolgt sind. Gerade in der jetzigen Phase brauchen diese Staaten auch weiterhin eine Perspektive und das Engagement unserer Banken. Das erklärte heute, Donnerstag, Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka anlässlich der Kurzen Debatte zu diesem Thema im Nationalrat. ****

"Unsere Banken konnten auch 2008 schöne Gewinne schreiben." Er, Lopatka, gehe davon aus, mit dem Bankenpaket die Grundlage dafür gelegt zu haben, um auch in Zukunft Gewinne zu machen und Arbeitsplätze zu sichern.

Nicht nur Österreich habe sich in diesen Ländern engagiert, auch die anderen im Euroraum vertretenen Staaten hätten diese Chancen gesehen und genützt. Allein ein Drittel der Exporte des Euroraumes seien in diese Regionen gegangen. Die EU-15 hätten in den letzten Jahren mit 320 Milliarden Euro an Direktinvestitionen einen "eindeutigen Schwerpunkt" in dieser Region gesetzt. Österreich war hier an vorderster Front dabei.

Es sei zudem falsch, alle Staaten in einen Topf zu werfen, verwies Lopatka auf die Unterschiede allein durch die EU-Zugehörigkeit. Damit sei auch ein allfälliges Risiko für österreichische Banken differenziert zu sehen.

Das Engagement österreichischer Banken belaufe sich nach Angaben der Oesterreichischen Nationalbank auf 200 Milliarden Euro. Beziehe man jene mit ausländischen Müttern mit ein, so ergebe sich ein noch höheres Volumen. Das Engagement gliedere sich dabei zu 55 Prozent in Staaten, die schon seit 2004 in der EU sind, gefolgt von Rumänien und Bulgarien (17 Prozent). "Mehr als 70 Prozent betreffen also Staaten, die mit uns in der EU sind", so der Staatssekretär.

Am stärksten sei Österreich in der Tschechischen Republik mit 42,64 Milliarden engagiert, gefolgt von Rumänien (30,54 Milliarden), Ungarn (25,78 Milliarden) und der Slowakei (22,50 Milliarden). Dann folgen Kroatien mit 16,61, Russland mit 15,62, Polen mit 11,73 sowie die Ukraine mit zehn Milliarden Euro.

Zur Frage der Ausfallsrisken stellte Lopatka fest, dass diese im Vorjahr bei drei Prozent lagen und der Abschreibungsbedarf heuer bisher bei etwa fünf Prozent liege. Experten aus internationalen Institutionen, der EU, aus Banken gehen davon aus, dass der Abschreibungsbedarf letztlich in einer überschaubaren Größenordnung bleiben werde. Der OeNB-Gouverneur selbst bezeichnete das Risiko für die Banken in Osteuropa als "handhabbar".

Die triste Einschätzung Österreichs mancher in diesem Zusammenhang entspreche nicht den Tatsachen, verwies der Staatssekretär auf internationale Ratings, denen zufolge Österreich beste Bonität besitze.

Der entscheidende Punkt sei nun: "Wie verhalten wir uns? Lassen wir zu, dass wir wieder ein zweigeteiltes Europa bekommen oder bleiben wir auch in Krisenzeiten dort, um dann einen Nutzen ziehen zu können, wenn der Aufschwung wieder kommt? Ich meine: Es ist richtig, dort zu bleiben, auch im Sinne des europäischen Gedankens", schloss Lopatka. (Schluss)

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