Greenpeace: EU-Parlament will Import von illegalem Tropenholz verbieten

Schutz des Regenwaldes erhält Artenvielfalt und ist wichtig für Klimaschutz

Brüssel/Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt das heute im EU-Parlament beschlossene Verbot des Imports von illegalem Tropenholz in die EU. Das EU Parlament hat den Vorschlag der Europäischen Kommission zu einem Holzimportgesetz signifikant verbessert und fordert nun von Unternehmen, den legalen Bezug ihres Holzes und ihrer Holzprodukte zu deklarieren. Erstmals gibt es festgelegte Rahmenbedingungen für Sanktionierungen und Strafen. "Die heutige Abstimmung brachte uns dem Ziel näher, illegales Holz aus dem EU-Markt zu drängen. Unternehmen müssen nun für die Produkte, die sie verkaufen, Verantwortung übernehmen.", stellt Sebastien Risso, EU-Walddirektor von Greenpeace erleichtert fest.

Gegenwärtig stammen 19% der EU-weiten Holzimporte aus illegalen Quellen. Das steigert die negativen Auswirkungen von Waldabholzung und Walddegradation, trägt so zum Klimawandel und zum Verlust der Artenvielfalt im Regenwald bei. Darüber hinaus verstärkt es die Armut und führt zu sozialen Konflikten in Entwicklungsländern, wo illegale Abholzung stattfindet. "Endlich bewegt sich die EU weg von dem Holzweg, den sie bereits eingeschlagen hatte. Mit dieser Entscheidung setzt sie einen Schritt Richtung Schutz der Regenwälder. Illegalen Holzimporteuren wird das Leben damit künftig schwerer gemacht", so Niklas Schinerl, Klimasprecher von Greenpeace.

Bereits morgen soll eine weitere Resolution des europäischen Parlaments dafür sorgen, dass die Abholzung und Degradation von Tropenwäldern einen wichtigen Teil der Klimagespräche in Kopenhagen darstellen. Das europäische Parlament spricht sich für einen multilateralen Waldfonds aus, der von einem internationalen Finanzierungsmechanismus unterstützt wird. Finanzierungsmechanismen werden benötigt, um weltweite Abholzung und Walddegradation bis 2020 zu stoppen und den gefährlichen Klimawandel aufzuhalten.

Greenpeace unterstützt die Resolution des EU-Parlaments und fordert von der EU gemeinsam mit den anderen Industriestaaten, 30 Milliarden Euro jährlich für diesen Finanzierungsmechanismus aufzuwenden, um die weltweite Abholzung und Walddegradation bis 2020 vor allem im Amazonas, im Kongobecken und in Südostasien zu stoppen. "Der Schutz des Regenwaldes geht inzwischen über den wichtigen Schutz der Artenvielfalt hinaus. Er stellt auch den zentralen Baustein im globalen Klimaschutz dar.", so Schinerl abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Sebastien Risso, Greenpeace EU Unitdirektor, Tel.: +32 496 12 70 09
Niklas Schinerl, Greenpeace Österreich, Tel.: +43 664-6126704
Melanie Beran, Greenpeace Österreich, Tel.: +43 664-6126718

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