AK-Bildungsgutschein: 47.500 Kärntner haben sich höher qualifiziert!

Goach fordert mehr Anstrengungen für berufliche Weiterbildung

Klagenfurt (OTS) - Die Arbeiterkammer Kärnten hat mit dem Bildungsgutschein bisher 47.500 Arbeitnehmer bei der Weiterbildung unterstützt und dafür 3,5 Millionen Euro aufgewendet. "Der Großteil der Kursteilnehmer hätte ohne diese Förderung der AK in der Höhe von 100 oder 150 Euro keine Fortbildung besucht", betonte AK-Präsident Günther Goach heute bei der Präsentation einer Bilanz über 10 Jahre AK-Bildungsgutschein.

Besonders stark in Anspruch genommen wurde der Bildungsgutschein von Frauen. 74 Prozent der Kursbesucher waren weiblich, Angestellte nahmen den Gutschein stärker in Anspruch als Arbeiter. "Damit hat die AK ihr Ziel erreicht, besonders jene zu fördern, die bei der betrieblichen Weiterbildung oft benachteiligt werden". Heuer hat die Arbeiterkammer den Wert des Bildungsgutscheines für über 50-Jährige auf 150 Euro erhöht. "Für Ältere ist Qualifikation oft die einzige Möglichkeit, den Arbeitsplatz zu halten. Bei der Weiterbildung im Betrieb werden sie aber krass benachteiligt", begründet Goach die Erhöhung des Guthabens.

Mit Abstand am beliebtesten waren Sprach- und EDV-Kurse. Aber auch für das Nachholen von Bildungsabschlüssen haben die Kärntner den AK-Bildungsgutschein eingesetzt. 721 Personen haben mit dem Gutschein nachträglich die Hauptschule abgeschlossen oder Kurse für Grundbildung besucht.

Angesichts der Wirtschaftskrise fordert die Arbeiterkammer mehr berufliche Fortbildung und verweist auf eine Studie der Uni Linz, wonach von Bildungsmaßnahmen sowohl Arbeitnehmer als auch Betriebe profitieren. Jeder Euro, der zusätzlich in Weiterbildung investiert wird, bringt 13 Euro für das Unternehmen, zeigt die Studie.

Weiterbildung bringt aber auch mehr Arbeitsplatzsicherheit für Arbeitnehmer. 2008 lag die Arbeitslosenquote im Schnitt bei 5,8 Prozent. Bei Personen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, lag die Quote bei 14 Prozent, während sie bei AHS- und BHS-Absolventen rund drei Prozent betrug.

"Viele Arbeitnehmer haben aber kaum Chancen auf betriebliche Weiterbildung", kritisiert Goach. In Kärnten wird derzeit nur jeder Dritte bei der beruflichen Weiterbildung vom Betrieb unterstützt. In der Gruppe der Betriebe bis zu 50 Mitarbeiter bilden 20 Prozent ihre Beschäftigten gar nicht weiter. Zudem werden vor allem ohnehin schon besser Qualifizierte weitergebildet.

Der "Wettbewerb der besten Köpfe" ist ein zentrales Anliegen der AK. Daher müsse besonders der Anteil der Jugendlichen, die über keinen Schulabschluss oder keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung haben, deutlich reduziert werden. Lebensbegleitendes Lernen muss zudem vor allem für geringere Einkommensbezieher leistbar sein.

Die Arbeiterkammer fordert daher ein 60 Millionen Euro-Paket des Bundes für das kostenlose Nachholen von Hauptschul- und Lehrabschlüssen, Verbesserungen bei der Bildungskarenz und ein Recht auf 35 Stunden Weiterbildung im Jahr für jeden Arbeitnehmer, eine Erhöhung der Arbeitnehmerförderung des Landes für die Lehrlingsförderung, mehr finanzielle Unterstützung für betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen der Arbeitnehmer und mehr Mittel aus dem Landesbudget für die allgemeine und berufliche Erwachsenenbildung und kostenlose Bereitstellung von Unterrichtsräumen und Turnsälen und die Erstellung einer Kärntner Bildungsbedarfsstudie.

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